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Berliner Mauerstreifzüge


Die Berliner Mauergedenkstätte aus der Luft gesehen © Berlin Partner/FTB-Werbefotografie

Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen!" Und dann trennte sie jahrzehntelang die beiden Häften der Stadt, mitten in ihrem Herzen. Heute allerdings tut man sich an vielen Stellen schwer, den alten Mauerverlauf zu erkennen. Nur eine klobige, doppelreihige, in den Boden eingelassen Kopftsteinlinie weist darauf hin.

Nichtsdestotrotz begibt sich berlin-magazin.info auf die Suche nach der Mauer. Viele Touristen wissen inzwischen nicht mehr, ob sie sich im West oder Oststeil der Stadt befinden. Vielleicht ist dies inzwischen ein Stück der wiedergewonnenen Normalität, die 19 Jahre nach dem Mauerfall zurückgekehrt ist.

Sie trennte Berlin im Herzen. Ein Beton-Bollwerk, das traurige Weltgeschichte schrieb und zum Symbol des Schreckens wurde für die geteilte Metropole. Der Ostteil der Stadt: zugemauert, abgeschnitten. Im Westen schauten Berliner und Besucher aus aller Welt auf Aussichttürmen über die Mauer „nach drüben“, versuchten Tausende Graffitis dem grauen Koloss seine mörderische Brutalität zu nehmen.

An ihr starben Menschen, an ihr entschieden sich Schicksale, an ihr forderte US-Präsident Ronald Reagan noch 1987: „Mister Gorbatschow, tear down this wall!“ („Reißen Sie diese Mauer ein“).

Am 9. November 1989 fiel die Mauer, Symbol der Teilung Berlins und Deutschlands, aber auch des Kalten Krieges. Nach dem Mauerbau am 13. August 1961 waren die beiden deutschen Staaten von einander getrennt und West-Berlin von der Mauer umgeben. Als Ende der 80er die Proteste in der DDR immer stärker wurden, öffnete das ostdeutsche Regime am 9. November 1989 die Grenzübergänge. In dieser Nacht und in den nächsten Tagen wurde in der ganzen Stadt gefeiert – Berliner aus Ost und West und Besucher aus aller Welt lagen sich in den Armen.

Die friedliche Revolution hatte die Teilung überwunden. Seit dem Mauerfall und der Wiedervereinigung hat sich Berlin sehr verändert: Die beiden Stadthälften sind wieder zusammengewachsen, historische Gebäude wurden restauriert, neue Viertel und spektakuläre Bauten entstanden.

Im Jahr 2009 feiert Berlin nun den 20. Jahrestag dieser einzigartigen Revolution, die friedlich und übrigens ohne einzigen Schuss die deutsche Teilung überwunden hatte.

Die Mauer in Berlin: ein gestaffeltes Grenzsystem aus Mauern, Stacheldraht und weiteren Sperrelementen. Unüberwindbar bis zum November 1989. Bald 20 Jahre ist das her. Wer heute volljährig wird, kennt das Ungetüm nur aus Filmen, von Fotos, aus Erzählungen.

 

Berliner Mauerstreifzüge


Die Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße © Land Berlin/Thie

Was ist von der Mauer geblieben?

Im Rausch und Trubel der Nachwendezeit sind die meisten Mauer-Reste abgerissen und zerstört worden. Der Berliner Senat hat mittlerweile ein Gesamtkonzept erarbeitet, das in den nächsten Jahren neben bereits bestehenden Projekten das sichtbare Erinnern an die Zeit der geteilten Stadt neu ermöglichen soll.

Der Verlauf der gut 40 Kilometer langen innerstädtischen Grenze ist im heutigen Stadtbild nicht mehr „ununterbrochen“ dokumentiert. Eine Doppelreihe klobiger Kopfsteinpflastersteine kennzeichnet den Mauerverlauf über 5,7 Kilometer im Herzen der Stadt. In bestimmten Abständen ist auf Metalltafeln im Boden die Inschrift zu lesen: „Berliner Mauer 1961–1989“. Eine Doppelreihe wurde auch deshalb gewählt, weil es die Mauer an vielen Stellen doppelt gab: die Grenzmauer zu West-Berlin und die „Hinterlandmauer“ nach Ost-Berlin hin. Lückenlos ist die Steinreihe aber längst nicht mehr – teilweise wurden die „Mauersteine“ mit Häusern, Hallen und anderem Immobilien überbaut.

An vielen Stellen holte sich die Natur das Gelände zurück. Und auch überall da, wo der ehemalige Mauerstreifen heute wieder Privatbesitz ist, fehlt die Pflaster- Markierung. Ohne Mühe findet man sie aber am Brandenburger Tor sowie am Potsdamer Platz.

Berliner Mauerweg

Der Berliner Mauerweg kennzeichnet den Verlauf der ehemaligen DDRGrenzanlagen zu West-Berlin. Er führt über rund 160 Kilometer um die einstige Halbstadt herum. In den meisten Abschnitten verläuft die Rad- und Wanderroute auf dem ehemaligen Zollweg (West-Berlin) oder auf dem so genannten Kolonnenweg, den die DDR-Grenztruppen für ihre Kontrollfahrten im Todesstreifen angelegt hatten.

Historisch interessante Abschnitte, in denen sich noch Mauerreste oder Mauerspuren auffinden lassen, wechseln mit landschaftlich reizvollen Strecken.

Der Weg ist ausgeschildert; in regelmäßigen Abständen helfen Übersichtspläne bei der Orientierung. Außerdem erhält man an mehr als 40 Stationen mehrsprachige Informationen über die Teilung Deutschlands, den Bau und den Fall der Mauer.

Fotografien und Texten werden besonders dramatische Ereignisse geschildert, die sich am jeweiligen Standort zugetragen haben und die politische Situation sowie den Alltag in der geteilten Stadt in Erinnerung bringen.

Für die Planung von Radtour oder Wanderung ist der Berliner Mauerweg in 14 Einzelstrecken gegliedert. Sie sind zwischen sieben und 21 Kilometer lang. Die Anfangs- und Endpunkte aller Etappen kann man gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Übrigens ist die Mitnahme von Fahrrädern in S-, U- und Regional-Bahnen in Berlin grundsätzlich möglich.

Um dem Mauerweg nahtlos folgen zu können, gibt es seit Mai 2008 einen multimedialen MauerGuide, der per GPS-Navigationssystem den Berlinentdecker zu den zentralen Mauergedenkstätten geleitet. Per Fingerdruck auf den Farbbildschrim des tragbaren Mini-Computers werden dem Nutzer historische Fakten, wissenschaftlich fundierte Hintergrunddaten und Zeitzeugenberichte angesagt. Auf Wunsch können auch Texte, Bilder und Videos mit angezeigt werden.

Der MauerGuide kann an mehreren zentralen Punkten des Mauerwegs ausgeliehen werden (Checkpoint Charlie, Brandenburger Tor, Bernauer Straße, Niederkirchener Straße, Eastside Gallery) und verfügt zunächst über die Sprachen Deutsch und Englisch. Die Kosten liegen bei 6 Euro (für 4 Stunden, ermäßigt 4 €) und maximal 15 Euro (für 2 Tage, ermäßigt 10 €).

Mehr zur East Side Gallery
Zur Mauergeschichte

Mauertouren

Vom Potsdamer Platz zum Checkpoint Charlie
Von der Wollankstraße zum Nordbahnhof



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Weitere Touren an der Berliner Mauer



Auf den Spuren der Berliner Mauerunterwegs

Vom Potsdamer Platz zur East Side Gallery

Von der Wollankstraße zum Nordbahnhof

Mauertour auf dem Außenring

Von Schönefeld nach Lichtenrade

Von Staaken nach Henningsdorf


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