Carsten Strehse

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Carsten Strehse

 

Gaming ist salonfähig geworden. Davon überzeugt ist auch Carsten Strehse. Er gründete 1993 mit „Silver Style“ eines der ersten Entwicklungsstudios für Computerspiele in Deutschland, das 2006 in „The Games Company“ eingegliedert wurde. Heute ist er Geschäftsführer des erfolgreichen Unternehmens und Berliner Landessieger beim Unternehmenswettbewerb „GründerChampions 2009“.

 

Sie sind gerade zum Sieger bei „GründerChampions 2009“ gekürt worden. Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Strehse: Zum einen liegt es an unserem Business-Modell, das Eigenentwicklungen und den Ankauf von Produkten vorsieht. So können wir unsere Inhalte selbst definieren und gleichzeitig Trends verfolgen und setzen. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist unser anspruchsvolles und vielfältiges Portfolio. Grundsätzlich kann man sagen, dass unsere Produkte einen Tick „tiefgründiger“ sind als die unserer Konkurrenten. Das wird auch durch den Gewinn des Preises für das beste PC-Spiel für Kinder 2007 bestätigt. Die Gaming-Industrie ist eine Zukunftsbranche mit riesigem Wachstumspotenzial.

In welche Richtung werden sich die Spiele weiterentwickeln?

Strehse: Ein Trend ist „Free to play“. Hierbei ist das Spiel grundsätzlich kostenlos, nur besondere Inhalte und Funktionen sind kostenpflichtig. So gibt der Gamer für ein Spiel nicht auf einen Schlag 50 Euro aus, sondern er investiert über den Monat verteilt nur soviel, wie er möchte – im Schnitt ein bis fünf Euro. Dadurch kann man die Spielausrichtung steuern, den Inhalt und die Figuren teilweise selbst bestimmen bzw. ausbauen. Ein weiterer Trend bezieht sich auf die Spieler der Generation 50plus.

Diese „Silver Gamer“ haben auch im Alter den Spaß an den Spielen nicht verloren. Sie sind eine sehr kaufkräftige Zielgruppe und wissen genau, was sie wollen. Außerdem steigt der Anspruch an Games. Je jünger die Nutzer sind, desto mehr bewegen wir uns im Bereich der kindlichen Inhalte, wie Pferde, Welpen oder Zauberei. Bei den älteren wird das Ganze anspruchsvoller. Hier zielen wir insbesondere auf Leute ab, die sich in einem bestimmten Bereich spielerisch fortbilden wollen. Diese sogenannten „Serious Games“ sind eher ein Merkmal der Erwachsenen und speziell der Silver Gamer. Jüngere Generationen gewöhnen sich allerdings zunehmend an diese Art von Spielen.

Gibt es ländertypische Unterschiede bei der Rezeption von Spielen?

Strehse: Grundsätzlich entwickeln wir den Großteil unserer Produkte für den Weltmarkt, weil das Entwickeln eines Vollpreis-Computerspiels viele Millionen Euro kostet. Bestimmte Themen funktionieren in einigen Ländern sicherlich besser als in anderen. Beispielsweise werden Wirtschaftssimulationen gern in Deutschland, Österreich und Schweiz gespielt. Sie können damit aber nicht den amerikanischen Markt überrollen. Und ein in Korea entwickeltes Spiel muss man für den europäischen Markt anpassen: die Figuren, das Setting und die Gegner. In Asien wird ein anderer künstlerischer Grafikstil propagiert, oft angelehnt an Manga-Comics, zu denen wir hier in Europa wenig Bezug haben. Bei uns sind eher klassische Inhalte gefragt, wie zum Beispiel ein mittelalterliches Szenario, in dem man Drachen bekämpft.

Was ist das Besondere am Standort Berlin?

Strehse: Als gebürtiger Berliner ist es grundsätzlich schön, mein Büro in Berlin zu haben. Ich kenne die Stadt und die Menschen, die Eigenart der Berliner. Viele angrenzende Branchen und Industrien haben hier ihren Standort, und damit hat man natürlich auch gleich die Kontaktpersonen direkt vor der Bürotür.Auch die Mitarbeitersuche gestaltet sich durch die Universitäten einfach. Und wenn wir Arbeitskräfte aus dem asiatischen Raum oder aus den USA gewinnen möchten, beispielsweise einen Programmierer aus New York, dann ist das in der Hauptstadt natürlich einfacher als anderswo. Außerdem erfahren wir viel Unterstützung durch lokale Institutionen: Für Berliner Unternehmen wird viel getan.

 

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