Nebenkosten in Berlin

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Nebenkosten in Berlin

Wasser bleibt in Berlin sehr teuer (Foto: Thorsten Freyer/ pixelio.de)

Mehr Transparenz will der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) in die Nebenkosten bringen. Sie machen nicht nur Mietern sondern auch Hausbesitzern zu schaffen. Ziel der BBU - Preisdatenbank ist, die Preise für wichtige Ver- und Entsorgungsdienstleistungen miteinander vergleichbar zu machen. BBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkardt: „Wenn der Abnehmer sieht, dass sein regionaler Anbieter teurer ist als andere, kann er auch nach den Ursachen dafür fragen. Durch diese Transparenz wollen wir die Ver- und Entsorger unter Rechtfertigungsdruck setzen."

Leitungsnetze oder gesetzliche Bestimmungen verhinderten oft, dass es bei Energie, Wasser oder Müllentsorgung zu Wettbewerb komme. „Auf Märkten ohne echten Wettbewerb ist es besonders wichtig, dass Staat und Abnehmer den Dienstleistern auf die Finger schauen. Ohne diese Kontrolle ist bei den Dienstleistern die Versuchung groß, ihre Marktmacht für überhöhte Preise auszunutzen“, erläuterte Burkardt.

Energie und Müllentsorgung sind in der Hauptstadt nach wie vor relativ günstig – trotz beträchtlicher Anhebungen bei Gas und Strom. Bei Wasser und Grundsteuer gehört Berlin hingegen nach wie vor zu den teuersten in der BBU-Preisdatenbank verglichenen Standorten. Für den BBU-Modellhaushalt mit dem Heizenergieträger Gas stieg die Jahresrechnung zum 1. Januar 2011 um rund acht Prozent bzw. 140 Euro auf dann rund 1.800 Euro.

Zum Vergleich: Die durchschnittliche Nettokaltmiete bei den BBU-Mitgliedsunternehmen Berlin lag Ende 2010 um gut drei Prozent über dem Vorjahreswert.

1. Energie

Fernwärme noch vergleichsweise günstig


Die Megawattstunde (MWh) kostete zum 1. Januar 2011 in Berlin knapp 76 Euro. Der BBU-Modellhaushalt müsste in Berlin bei einem Jahreswärmeverbrauch von 9,6 MWh rund 730 Euro für seine Fernwärmeversorgung aufbringen. Damit ist Berlin nach wie vor im unteren Bereich der Vergleichsgruppe. Da von Vattenfall keine Bestätigung des entsprechenden 2010er-Preises für den BBU-Modellhaushalt vorliegt, ist kein Jahresvergleich möglich.

Der BBU-Modellhaushalt müsste in Leipzig rund 235 Euro bzw. 32 Prozent mehr für seine Fernwärme bezahlen als in Berlin.

Erdgas: Berlin steigt ins Mittelfeld

Die MWh Gas kostete zum 1. Januar 2011 in Berlin rund 59 Euro. Der BBU-Modellhaushalt müsste hier bei einem Jahreswärmeverbrauch von zehn MWh rund 593 Euro ausgeben. Damit belegt Berlin innerhalb der Vergleichsgruppe eine mittlere Position. Gegenüber dem Vorjahr ist der Berliner Gaspreis um 16 Prozent gestiegen. Für den BBU-Modellhaushalt
bedeutet das eine Mehrbelastung von gut 83 Euro. Berlin rückt damit beim Gaspreis ins Mittelfeld der Versorger auf, nachdem es im Vorjahr noch zu den günstigsten Städten gezählt hatte.

Der Modellhaushalt müsste in Leipzig rund 163 Euro bzw. 27 Prozent mehr für seine Jahresgasrechnung bezahlen als in Berlin.

Stromkreis mit kräftigem Plus

Die Kilowattstunde (kWh) Strom kostete zum 1. Januar 2011 in Berlin rund 25 Cent. Der BBU-Modellhaushalt müsste hier bei einem Jahresverbrauch von 2.500 kWh rund 628 Euro ausgeben. Hier ist Berlin im Gruppenvergleich im Mittelfeld.

Im Vergleich zum Vorjahr betrug die Anhebung des Strompreises in Berlin zehn Prozent. Für den BBU-Modellhaushalt bedeutet das eine Mehrbelastung von fast 58 Euro.

Im Vergleich zu Essen zahlt der BBU-Modellhaushalt bei einem Jahresverbrauch von 2.500 kWh in Berlin 75 Euro bzw. zwölf Prozent weniger.

2. Wasser bleibt in Berlin kostbares Gut

Zum 1. Januar 2011 lag der Mischpreis für einen Kubikmeter Trink-, Ab- und Niederschlagswasser in Berlin bei 5,10 Euro. Für seinen angenommenen Jahresverbrauch von 100 Kubikmetern müsste der BBU-Modellhaushalt also 510 Euro bezahlen. Unter den deutschen Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern belegt Berlin beim Wasserpreis weiterhin unangefochten den ersten Platz.

Gegenüber dem Vorjahr blieb der Preis stabil. Der BBU-Modellhaushalt müsste in Köln für sein Wasser rund 174 Euro bzw. knapp 52 Prozent weniger bezahlen als in Berlin.

3. Müll: Entsorgung in Berlin weiterhin sehr günstig

Bei der Müllentsorgung ist der Mischpreis je Kubikmeter in Berlin mit 23,16 Euro nach wie vor im Großstadtvergleich am günstigsten. Für seine 3,12 Kubikmeter Müllaufkommen pro Jahr würden dem BBU-Modellhaushalt hier rund 72 Euro in Rechnung gestellt. Die Anhebung der BSR-Preise zum 1. Januar 2011 bedeutet für den BBU-Modellhaushalt einen Preisanstieg um ein Prozent. Hieraus ergibt sich eine Mehrbelastung von 80 Cent.

In Düsseldorf würde die Müllentsorgung den BBU-Modellhaushalt rund 115 Euro bzw. fast 160 Prozent mehr kosten als in Berlin.

4. Grundsteuerhebesatz: Stuttgart auf dem Weg nach Berlin?

Mit 810 Prozent bleibt der Grundsteuerhebesatz in Berlin im Vergleich zu den übrigen Großstädten der BBU-Preisdatenbank am höchsten. In sechs der 19 untersuchten Städte kam es 2011 zu Anhebungen der Grundsteuerhebesätze. Spitzenreiter dabei ist Essen, das den Satz um 80 Prozentpunkte anhob.

Stand November 2011

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Behalten Sie Ihre Stromkosten im Auge, diese machen heute einen beträchtlichen Teil der Wohnnebenkosten aus.

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