Valkyrie Dreh

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Dreharbeiten zu „Valkyrie" mit Tom Cruise haben begonnen.

Die ersten Fotos von Tom Cruise als Stauffenberg wurden in fast allen Berliner Zeitungen veröffentlicht. Der Tagesspiegel mokierte sich darüber, dass Stauffenberg nicht mit einer Ju 52 unterwegs gewesen sei, sondern mit einer Henkel. © Frank Connor/United Artists

Zufall oder nicht? Kurz vor dem Jahrestag des Hitler-Attentats am 20. Juli haben die Dreharbeiten zum umstrittenen Film „Valkyrie“ begonnen. Kritisiert wird der Streifen nicht so sehr wegen seines Inhaltes, das Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944, durch Claus Graf Schenk von Stauffenberg, den Tom Cruise als Hauptdarsteller verkörpern wird, sondern wegen des Glaubens von Tom Cruise, der bekennender Scientologe ist.

Während in der Bundesrepublik die Scientology Church vom Verfassungsschutz beobachtet wird, behandelt man die Sekte in den USA wie jede andere Kirche auch.

Bilder in allen großen Zeitungen
Erste Bilder des Hauptdarstellers Tom Cruise als Stauffenberg wurden von allen großen Berliner Tageszeitungen, teilweise auf der ersten Seite, abgedruckt.

Mit der Begründung, dass dieser Ort der Erinnerung und der Trauer an Würde verlieren würde, wenn wir ihn als Filmkulisse instrumentalisieren, wurde Cruise die Drehgenehmigung am Originalschauplatz Bendlerblock versagt ebenso auf dem Polizeigelände in der Kreuzberger Friesenstraße.

Dreharbeiten in Brandenburg
Seit dem 19. Juli wird jetzt in Löpten im Landkreis Dahme-Spreewald in der Nähe von Königswusterhausen gedreht. In einem Wald wurde für die Filmarbeiten ein Modell des ehemaligen Führer-Bunkers Wolfsschanze nachgebaut. Koproduziert wird der Film vom Studio Babelsberg.

Der Schauspieler hat sich am Set aufgehalten, ob er am ersten Drehtag vor der Kamera stehen werde, wäre noch unklar, sagte eine Sprecherin der Produktion gegenüber berlin-magazin.info.

Die Ähnlichkeit zwischen Stauffenberg und Tom Cruise ist frappierend. Deshalb veröffentlichte United Artists wohl dieses Foto. © United Artists

Zuschuss aus Deutschland
Rund 80 Millionen Euro wird die Produktion über das gescheiterte Hitler-Attentat kosten. Mit 4,8 Millionen Euro wird der Film aus dem neuen Deutschen Filmförderfonds (DFFF) bezuschusst.

Hochkarätige Schauspieler stehen auf der Besetzungsliste. Erstmals seit ihrem Erfolg „The Usual Suspects" (Die üblichen Verdächtigen) aus dem Jahr 1995 arbeiten Bryan Singer und Oscar-Gewinner und Drehbuchautor Christopher McQuarrie bei diesem Film, der das Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 zum Thema hat, wieder zusammen.

Tom Cruise führt ein Ensemble internationaler Stars an, dem auch Kenneth Branagh, Bill Nighy, Tom Wilkinson, Eddie Izzard, Christian Berkel, Thomas Kretschmann und Carice van Houten angehören

Die Produktion veröffentlicht erste Fotos von Cruise als Stauffenberg
Tom Cruise spielt die Rolle des Oberst Claus von Stauffenberg, dem adligen deutschen Offizier, der den Versuch anführte, Adolf Hitler zu töten und den Zweiten Weltkrieg zu beenden, indem eine Bombe in Hitlers Bunker in der Wolfsschanze gelegt werden sollte. Das Attentat schlug fehl, unter anderem, weil die Besprechung mit Hitler nicht in einem Bunker, sondern in einem Barackenbau stattfand.

Film für den amerikanischen Markt
Der Film ist in erster Linie für den amerikanischen Markt bestimmt. „Und wer den Markt dort kennt, der weiß wie viele dumpfe Nazifilme es dort gibt. Insofern ist der Versuch einen Film über die Widerstandskämpfer des 20. Juli zu machen, honorig.", so eine Sprecherin von United Artists.

Warum dieser Film
Regisseur Bryan Singer berichtet. „Chris McQuarrie und ich wollten diesen Film schon seit langem machen. Ich kann mir nicht vorstellen, den Film woanders als in Deutschland zu drehen und ich bin hoch erfreut, dass wir Tom Cruise für die Rolle des Oberst Stauffenberg bekommen haben." Die Ähnlichkeit des Hauptdarstellers mit dem Protagonisten des 20. Juli ist frappierend.

Inszenierung
„Valkyrie“ wird als packender Thriller inszeniert, der das Publikum bis zur letzten Minute in Spannung halten soll. „Er wird die Welt aber auch daran erinnern, dass es selbst im deutschen Militär echten Widerstand gegen das Naziregime gab", sagte Chief Executive Officer von United Artists, Paula Wagner.

„Als wir das Drehbuch gelesen hatten, wussten wir sofort, dass wir diesen Film machen müssen."

„Valkyrie" ist die zweite Produktion, der von United Artists grünes Licht gegeben wurde, seit das berühmte Hollywoodstudio im letzten November unter der Führung von Cruise und Wagner, denen das Studio gemeinsam gehört, zu neuem Leben erwachte.

Es ist eine Gemeinschaftsproduktion von United Artists und Studio Babelsberg AG, dem deutschen Filmstudio, in dessen Produktionshallen schon Fritz Langs „Metropolis" bis hin zu Paul Greengrass' „The Bourne Ultimatum" produziert wurden.

Kontroverse Disskusion
Die Kontroverse über den Film entzündet sich in Deutschland hauptsächlich an der Frage, ob der bekennende Scientologe eine Rolle wie Stauffenberg spielen dürfe.

Während sich Politiker darüber erbosten, dass ein bekennender Scientologe Stauffenberg spiele, verteidigte eine Reihe von Schauspielern das Engagement von Cruise.

Armin Mueller-Stahl hat die Diskussion um Tom Cruise als Stauffenberg scharf kritisiert und sich hinter den umstrittenen Hollywood-Star gestellt.

Ein Schauspieler werde danach beurteilt, ob er eine Rolle glaubwürdig spiele. Und genau das könne man erst, wenn der Film fertig ist, sagte der Schauspieler in einem Interview der Zeitschrift „Super Illu". Florian Henckel von Donnersmarck, deutscher Oscar-Preisträger, setzte sich ebenfalls vehement für Tom Cruise ein.

Auch der früherer Regierende Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen, schaltete sich ein. Zur Zeit mache man sich am der Sitz der deutschen Regierung „international lächerlich". Ob ein bekennender Scientologe eine solche Rolle spielen dürfe, wurde Diepgen gefragt: „Natürlich, wenn er ein guter Schauspieler ist. Die Zugehörigkeit zu einer umstrittenen Sekte macht ihn doch nicht zum Verbrecher."

Verwunderung in den USA
Die US-Presse versteht die ganze Diskussion sowieso nicht: „Es gibt keinen besseren Weg an die Nazi-Ära zu erinnern, als einem Mann wegen seines Glaubens die Arbeit vorzuenthalten", empörte sich ein Kommentator der Zeitung „Philadelphia Daily News".

Der britische Regisseur Ken Russell verurteilte die Absage für eine Drehgenehmigung im Berliner Bendlerblock, von dem aus Stauffenberg seinen Anschlag plante und wo er nach dessen Scheitern hingerichtet wurde. Der Regisseur stellte sich schützend hinter Cruise. „Es ist wirklich überzogen, Cruise wegen seiner von ihm gewählten Philosophie anzugreifen, während er doch ernsthaft und mit riesigem Aufwand Deutschlands größten Sohn anpreisen will", mokierte er sich in der „Times".

Ironisch nahm die US-Presse dann auch die Nachricht auf, als das Studio Babelsberg nach wochenlangem Gezerre die Unterzeichnung der Koproduktionsverträge verkündete.

 

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