Reichsstraße1

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Eine Zeitreise entlang der alten Reichsstraße 1

Patricia Clough, Aachen-Berlin-Königsberg, eine Zeitreise entlang der alten Reichsstraße 1, DVA, München 2007, € 19,95<BR>Zum Bestellen bitte auf das Bild klicken.

Aachen - Berlin - Königsberg

von Frank Tetzel

Die Bundesstraße eins kennt jeder Berliner. Kaum jemand kennt jedoch die Wurzeln und die Geschichte dieser Straße. Die Fernstraße 1 wurde von den Verkehsplanern der Weimarer Republik eingerichtet und von den Nationalsozialisten in „Reichsstraße 1" umbenannt. Sie nimmt ihren Weg auch durch Berlin.

Von Aachen her kommend führt sie über Potsdam, die Glienicker Brücke, die Königstraße am Wannsee, die Potsdamer Chaussee, die Rheinstraße, die Hauptstraße zur Potsdamer Straße, über den Potsdamer Platz hinweg, die Leipziger Straße entlang und knickt dann am Alexanderplatz ab in die Karl-Marx-Allee, wo sie dann über Seelow, durch Polen nach Kaliningrad führt.

Mit 1392 Kilometern war die Reichsstraße 1 einst die längste Straße des Deutschen Reiches.

Die britische Autorin Patricia Clough, viele Jahre als Korrespondentin für Zeitungen aus dem Vereinigten Königreich in Deutschland tätig, beschreibt teils in Anekdoten, teils nachdenklich diese lange Trasse und webt daraus nicht nur ein Bild dieser Straße, sondern auch der deutschen Geschichte. Und dies mit einer sehr sympathischen, weil typisch britischen Distanz.

„Vor vielen Jahren, als ich einmal mit dem Auto bei Aachen von den Niederlanden über die Grenze nach Deutschland fuhr, sah ich am Straßenrand ein schlichtes weißes Schild. Darauf stand einfach: 'Königsberg 1000 km'.

Merkwürdiges Volk, diese Deutschen, dachte ich und fuhr weiter. Erst mehrere Jahre später wurde mir klar, dass dieses Straßenschild etwas damit zu tun haben musste, dass die Straße, auf der ich damals nach Deutschland gekommen war, einmal die Reichsstraße Nummer 1 gewesen war. Diese war eine Zeit lang die längste Straße des Landes, berühmt für ihre enorme Reichweite - 1392 Kilometer von der holländischen Grenze im Westen bis zur damaligen Grenze zur Sowjetunion im Osten. Noch berühmter aber waren die 1000 Kilometer, die angeblich Aachen von Königsberg trennten."

Es sind vor allem die großen und kleinen Themen, die dieses Buch so lesenswert machen. Der Band ist gespickt von Kenntnisreichtum, der dem Leser aber nicht mit dem Zeigefinger, sondern in einem warmen, sympathischen Plauderton dargeboten wird.

Interessant natürlich auch der Berlinabschnitt: Die Autorin erzählt über die Liebermannsche Wannseevilla, das Haus der Wannseekonferenz, Heinrich von Kleist und seine Selbsttötung zusammen mit Henriette Vogel den Potsdamer Platz, natürlich die Berliner Mauer, die Leipziger Straße, die Karl-Marx-Allee und die „Erstürmung der Stasizentrale“ in der Normannenstraße am 15. Januar 1990.

 

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