Kreuzberg - Keine Atempause

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Kreuzberg - Keine Atempause

Dorothee Hackenberg<BR>Kreuzberg-Keine Atempause<BR>berlin edition, Bebra Verlag<BR>128 Seiten, Taschenbuch<BR>Zum Bestellen klicken Sie bitte auf das Bild.

von Frank Tetzel

Über Kreuzberg ist in den vergangenen Monaten viel geschrieben worden, näherte sich doch der Jahrestag der ersten Maikrawalle in dem Berliner Bezirk zum zwanzigsten Mal.

Die wirklich große Bambule blieb in diesem Jahr aus. Heute, da die Kreuzberger Krawalle in einigen Reiseführern als volkstümliches Ritual abgehandelt werden, ist das kleine Bändchen „Kreuzberg – keine Atempause“ mit 19 Porträts für diejenigen eine interessante und unterhaltsame Lektüre, die das „West“- Berlin der zu Ende gehenden siebziger und achtziger Jahre verstehen wollen.

Das besondere Verhältnis der Kreuzberger zu staatlichen Institutionen
„Keine Atempause - Geschichte wird gemacht. Es geht voran!", das war die Hymne der Hausbesetzer der achtziger Jahre in Berlin. Auch wenn „Fehlfarben" eine Düsseldorfer Band war, wurde das Stück in der Berliner Szene schnell eingemeindet.

Ein, sagen wir mal gespaltenes Verhältnis zu staatlichen Autoritäten macht man bei allen Gesprächspartnern, die hier im Buch zu finden sind, aus. Und alle beschreiben sie den Kiez, unabhängig ob nun 36 oder 61, als etwas ganz Besonderes.

Die Autorin Dorothee Hackenberg, hauptberuflich Chefin vom Dienst und Programmmanagerin von „radio eins“, kam wie so viele aus der westdeutschen Provinz nach Kreuzberg. Die Radioschreibe merkt man der ehemaligen TAZ Journalistin hin und wieder an, wobei sie sich nicht wirklich störend auf das Buch auswirkt.

Einfühlsame Porträts
Insgesamt gelingen der Autorin sehr einfühlsame Porträts einer Generation, die in verschiedenen Rollen um ihren Bezirk gekämpft hat und immer noch kämpft. Wobei sie erstaunlicherweise keine jungen Menschen porträtiert hat.

Seyfried, der über Berlin hinaus bekannte Comiczeichner, Lucy van Org, die als Interpretin des Songs „weil ich ein Mädchen bin“, bekannt geworden ist, Dr. Motte, der Gründer der Loveparade, Walter Momper, einst mächtiger Kreuzberger SPD-Chef, Regierender Bürgermeister in der Wendezeit und jetzt Präsident des Abgeordnetenhauses und inzwischen in der Branche tätig, die im Kreuzberg der achtziger bei der Bevölkerung einen schlechten Ruf hatte: Die Projektentwicklung und Baubranche. Das sind nur einige der Kreuzberger Protagonisten, denen Hackenberg in ihrem Büchlein Platz einräumt.

Darüber hinaus, und das macht den kleinen Band so sympathisch, finden sich einfühlsame Gesprächporträts von Menschen, die den linken Bezirk Kreuzberg in seiner Vielschichtigkeit prägen.

Helga Hartmann und der Volkstanzaktivist im Wrangelkiez Muzaffer Topal, die deutsch-türkische Rapperin Aziza oder Werner Orlowsky, der Stadtbaurat der AL, der Alternativen Liste in Kreuzberg wurde, werden von der Autorin porträtiert.

 

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