Kunstszene Zimmerstraße

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Kunstszene rum um den Checkpoint Charlie

Schon Mitte der Neunziger Jahre provozierte auch das Niemandsland am ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie das Interesse des Kunstbetriebs.

Bunte Malerei an Resten der Berliner Mauer (Foto: Babajaga. / pixelio.de)

Während sich die Galeriencluster in der Zimmer- und Kochstraße als kompakte Flaniermeilen bewährt haben, gesellen sich erst seit wenigen Monaten – eine Querstraße weiter südlich – das von Aurel Scheibler initiierte Galerienzentrum in der Charlottenstraße und – weiter östlich – ein von Claes Nordenhake 2007 ins Leben gerufenes Haus in der Lindenstraße hinzu.

Die Vorzüge dieser kollegialen Zusammenschlüsse sind den trendsetzenden Mietern wohl bewusst: „Gemeinschaftliche Vernissagen ziehen mehr Besucher an“, so Nordenhake.

Gleich acht Galerien auf vier Etagen nutzen die Synergieeffekte in dem ehemaligen Warenhaus in der Lindenstraße 34/35. Mit seiner 1973 in Malmö gegründeten Galerie Nordenhake kam Claes Nordenhake 2000 als erster ausländischer Kunsthändler nach Berlin.

Sieben Jahre später zog es den Schweden, der noch immer einen Standort in Stockholm betreibt, von der Zimmer- in die nahe liegende Lindenstraße. Hier zeigt er sein gewohntes Programm aus schwedischen, deutschen und amerikanischen Künstlern, wie Ann Böttcher, Ulrich Rückriem und Walter Niedermayr. Hinzu gesellten sich seitdem Gregor Podnar aus Ljubljana, die Galerie Gebr. Lehmann als Global Player für Malerei aus Dresden und das Berliner Urgestein Volker Diehl, der seinen einstigen Standort in der Zimmerstraße nun als Projektraum weiterführt und im April 2008 als erster deutscher Galerist eine Dependance in Moskau eröffnete.

Eine Etage über seinem Berliner Hauptsitz zog die Galerie Magazin ein, geführt von Berlins Expertin für die polnische Künstlerszene Monika Branicka. Seit April 2008 bespielt sie die Räume in der Lindenstraße zusammen mit der zuvor in Mitte situierten Galerie ZAK. Die Zusammenarbeit von ZAK | BRANICKA lag auf der Hand; verfolgt der neue Partner doch schon seit zwei Jahren den Schwerpunkt der zeitgenössischen Kunst aus Mittelosteuropa in Berlin.

Der industrielle Charme nahe des Kreuzberger Blumengroßmarkts bewegte auch Aurel Scheibler, 1991 in Köln gegründet, dazu seine Charlottenburger Galerie um weitere 300 Quadratmeter in der Kreuzberger Charlottenstraße zu erweitern. Im gleichen Haus eröffneten im September 2007 auch Oliver Koerner von Gustorf und Partner Frank Müller ihre Galerie September, die mit fremdkuratierten Ausstellungen und spannenden Publikationsvorhaben aufwartet. In der angrenzenden Ladenzeile vertritt Barbara Thumm Künstler wie Alex Katz, Bigert&Bergström und Valérie Favre.

Als Erweiterung ihres Hauptsitzes am Hackischen Markt eröffnete sie hier in der Markgrafenstraße 68 eine Zweitdependance. Hinzu kamen internationale Kooperationen wie CUC Charim Ungar Contemporary, neu gegründet von der Münchnerin Lisa Ungar und der Wiener Galeristin Miryam Charim, die ihre neuen Räume als Schaufenster für neue und alte Künstler der eigenen Programme nutzen und die Szene mit vielen Installationen, Video- und Fotoarbeiten bereichern. Mit eigener Cinemathek als Showroom der hauseigenen Videokünstler eröffnen im Mai nebenan zugleich Carlier | Gebauer ihre neuen Galerieräume in Kunsthallen- Dimension.

Auch Marie-Blanche Carlier und Ulrich Gebauer erkennen damit die Zeichen der Zeit und kehren dem einstigen Expertentipp Jannowitzbrücke nun den Rücken zu. Kreuzberg floriert, und so kämpft bereits ein Initiativkreis bestehend aus Lokalpolitikern, Kuratoren, Galeristen, Künstler- und Kunstvereinen darum, den Blumengroßmarkt im Süden der Galerienzentren nach seiner Schließung Ende 2009 als Kunsthalle zu nutzen.

In der Berliner Kochstraße 60 etablierte sich schon 1998 die Galerie Crone als eine der ersten Institutionen gegenüber des taz-Verlagsgebäudes.

Nach wie vor ein Magnet für die Kunstmarktszene, geht die heute von Andreas Osarek geführte Galerie auf ihren charismatischen Begründer Ascan Crone zurück, der sie zuvor in Hamburg betrieben hatte. Die hier zusammenkommenden – überwiegend weiblichen – Positionen wie Hanne Darboven, Rosemarie Trockel, Cosima Bonin und Amelie Wulffen sind stark am zeitgenössischen Kunstdiskurs beteiligt.

Weiter hinten im Hof zeigt die lange als freie Kuratorin tätige Klara Wallner ihre Neuentdeckungen mit Profil. Ausstellungsraum und Schaulager in der einstigen Textilfabriketage befördern junge Talente wie Andreas Golder oder Hannah Dougherty zutage.

Mit den etwas zugkräftigeren Ausstellungen gleich vorn an der Kochstraße sind sie hier in bester Gesellschaft: Einer Neuverortung des deutschen Kunstmarktzentrums folgend, gab bereits Raffael Jablonka 2006 Berlin den Vorzug vor Köln, wo der rheinische Platzhirsch seit 1988 mit erfolgreichen Picasso- und Warhol-Schauen Aufmerksamkeit erregte.

Ebenso glamourös kommen auch seine Berliner Präsentationen daher, die stets mit großen Namen aufwarten, wie Sherrie Levine, Mike Kelley, Richard Prince oder David Lachapelle. Schwergewichte der Malerei wir A.R. Penck, Markus Lüpertz oder Per Kirkeby werden auch im Vorderhaus bei Julius Werner, dem Sohn des Kölner Galeristen Michael Werner, aufgefahren.

Anfang der Neunziger von Köln nach Berlin kam auch Max Hetzler, der seine Kunstmarktgrößen im Galerienkomplex in der Zimmerstraße 90/91 zeigt und für einzelne Ausstellungen in den Osram-Höfen im Wedding residiert. Zum Künstlerprogramm zählen die Fotografen Rineke Dijkstra und Thomas Struth, aber auch Günther Förg oder Albert Oehlen.

Dem Trend zur Zweitgalerie in Berlin erlag auch die Frankfurter Galeristin Wilma Tolksdorf. Aus ihrem künstlerischen Programm sticht mit den Becherschülern Axel Hütte, Thomas Ruff und Jörg Sasse vor allem das Medium Fotografie heraus. Mit gleich zwei Ausstellungsräumen in der Zimmerstraße präsentiert die Galerie Klosterfelde internationale Künstler einer besonders abwechslungsreichen Bandbreite, darunter konzeptuelle Arbeiten von Hanne Darboven, Performances von John Bock und Experimentalfilme des Kanadiers Michael Snow.

Weiterhin garantieren hier Galerien wie upstairs (von Harriet Häußler und Aeneas Bastian, dem Sohn des großen Berliner Sammlers), Arndt&Partner und Barbara Weiss einen abwechslungsreichen Parcours.

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