Ruinenstadt

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Auferstanden aus Ruinen

Erst im Juli 1945 rückten Amerikaner und Briten in die Stadt ein. Von rund 1,5 Millionen Wohnungen waren ganze 370.000 unbeschädigt.
Die Besetzung der Stadt und des Deutschen Reiches durch die Alliierten hatten die Siegermächte schon im September 1944 im Londoner Protokoll beschlossen, waren sich aber einig, dass Deutschland als Ganzes zu behandeln sei.

Sektoren
Als Grundlage für die Aufteilung hatten die Alliierten das Groß-Berlin von 1920 genommen. Die Franzosen rückten im August 1945 nach und erhielten einen eigenen Sektor. So wie Deutschland sollte auch Berlin von den vier Siegermächten verwaltet werden.
Eine Kommandantur wurde eingerichtet, die so etwas wie eine „interalliierte Regierung“ war, in der das Einstimmigkeitsprinzip galt. Berlin sollte auch im besetzten Deutschland die Hauptstadtrolle spielen.
Die Stadt war nicht Bestandteil irgendeiner Besatzungszone und die Einteilung in Sektoren hatte zunächst nur den Grund, die Truppen auf einem bestimmten Gebiet zu konzentrieren sowie die einzelnen Bezirke gesicherter und effektiver zu kontrollieren.

Luftkorridore
Der Zugang der Alliierten nach Berlin, das von der sowjetischen Besatzungszone umgeben war, schien ebenfalls geregelt, ging man doch von einer gemeinsamen harmonischen Politik in der Stadt aus.
Nur für den Zugang mit dem Flugzeug hatte man schriftliche Vereinbarungen getroffen und „Luftkorridore“ geschaffen, in denen allierte Flieger nach Berlin fliegen konnten. Sie sollten nur wenige Jahre später eine entscheidene Rolle für das Überleben der Stadt spielen.

Trümmerfrauen
Währenddessen begannen die Berliner mit den Aufräumarbeiten. 74 Millionen Kubikmeter Schutt mussten beiseite geräumt werden, überall wurde repariert.
Die „Trümmerfrauen“ erledigten diese schweren körperlichen Arbeiten, beluden Loren mit Erde, Schutt und Eisenträgern, denn viele Männer waren im Krieg gefallen oder befanden sich noch in Kriegsgefangenschaft.
Die Stromversorgung wurde wieder instand gesetzt, Behelfsheime und Baracken gebaut. Doch überall fehlte es an Nahrung sowie an Kohlen und Holz für die Öfen. Menschen waren kilometerweit unterwegs, um etwas Nahrung zu beschaffen, mit Rucksäcken, Karren, Fahrrädern.
Der Tiergarten wurde radikal abgeholzt, dort wurde nun Gemüse angebaut. Die Menschen unternahmen in überfüllten Zügen Hamsterfahrten in die ländliche Umgebung, man tauschte Schmuck, Teppiche, Uhren gegen Butter, Kartoffeln oder Speck.
Doch schon am 14. Mai 1945 konnte die erste U-Bahn, deren Schächte bis zu den Decken voll Wasser gestanden hatten, wieder fahren.
Während vor dem Zweiten Weltkrieg noch 4,3 Millionen Bürger in der Stadt lebten, waren es jetzt nur noch 2,8 Millionen.

Politisches Leben
Schon früh begann in Berlin das politische Leben wieder. Kurz nach Eintreffen der Sowjets in der Stadt, noch im Mai 1945, hatte die sowjetische Militäradministration einen Magistrat gebildet und kurze Zeit später Parteien wieder zugelassen.

Beim Einzug der drei Westalliierten waren die politischen Grundentscheidungen im sowjetischen Sektor gefällt, Amerikaner, Briten und Franzosen stimmten den sowjetischen Entscheidungen zu.

1946 kam es auf Drängen der Sowjets zur „Zwangsvereinigung“ zwischen KPD und SPD zur „Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands“ (SED), da aus den historischen Lehren der Weimarer Republik gelernt werden sollte. Hitler, so die Argumentation, hätte durch ein Bündnis von SPD und KPD 1933 verhindert werden können. Die Westalliierten jedoch verhinderten die Zulassung der SED in ihren Sektoren.

Erste freie Wahlen
Bei den ersten freien Wahlen in der Stadt erhielt die SPD 48,7 Prozent, die CDU 22,2 Prozent, die SED 19,8 Prozent. Damit konnte die SED keine Mehrheit erreichen. Die SPD in den Westteilen der Stadt wehrte sich mit Händen und Füßen gegen die immer stärker werdenden Versuche der SED und der Kommunisten, Einfluss auf sie und die anderen Parteien zu nehmen.

Erste Gräben öffneten sich. Als das SPD-Mitglied und der stramme Antikommunist Ernst Reuter 1947 zum Oberbürgermeister von Gesamt-Berlin gewählt wurde, verweigerten die Sowjets ihre Zustimmung. Die Sowjets fassten die Wahl als Provokation auf und weigerten sich, Reuters Wahl anzuerkennen.

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