Zankapfel

Anzeige

Zankapfel zwischen Ost und West

Auch wenn sich beide Stadtteile an den jeweiligen Systemen orientierten und nach außen hin eine Normalisierung einzutreten schien, in Berlin wurde weiter gestritten.

Die Stadt war der einzige Punkt der Erde, an dem die beiden großen Weltsysteme direkt aufeinanderprallten. Man konnte mit den Straßenbahn und Bussen bis 1953 ohne Probleme zwischen den Sektoren hin- und herfahren.Erst in diesem Jahr wurden die Maßnahmen restriktiver, doch immer noch arbeiteten Tausende von Ostberlinern im Westen der Stadt und umgekehrt.

Neuer Kurs und 17. Juni
Der wirtschaftliche Rückstand des Ostens gegenüber dem Westen nahm Anfang der fünfziger Jahre weiter zu. Als die SED-Führung, ein Vierteljahr nach Stalins Tod, den „Neuen Kurs“ und die damit verbundenen höheren Arbeitsnormen verkündete, begannen am 16. und 17. Juni 1953 die Bauarbeiter der Stalinallee, Ostberlins größter Baustelle, zu streiken.

In Windeseile solidarisierten sich Tausende anderer Bauarbeiter. Sie zogen zum „Haus der Ministerien“, wo sie Otto Grotewohl, den Ministerpräsidenten der DDR und Walter Ulbricht, den Generalsekretär der SED, sprechen wollten. Doch sie zeigten sich nicht.
Die Situation nahm an Schärfe und Bedrohlichkeit zu. Der Rücktritt der Regierung und freie Wahlen sowie ein gemeinsames, freies und geeintes Deutschland wurden gefordert. Der Aufstand gegen höhere Normen war zum Volksaufstand geworden. Am 17. Juni wurde in beinahe 300 Orten der DDR gestreikt.

Am Mittag verhängte der sowjetische Besatzungskommandant Berlins über seinen Sektor den Ausnahmezustand, Panzer fuhren auf, der Aufstand brach zusammen. Die Westalliierten griffen nicht ein. 5.000 Menschen wurden in den darauf folgenden Wochen verhaftet. Unter den Demonstranten gab es zwischen 23 und 260 Todesopfer - die Zahlenangaben schwanken.

100 Opfer bei der Volkspolizei soll der 17. Juni gekostet haben. Sowjetische Militärgerichte verhängten im direkten Zusammenhang mit dem 17. Juni 19 Todesurteile.

Fluchtwelle
Als Folge der Ereignisse setzte eine Fluchtwelle ein. 330.000 Menschen kamen allein 1953 aus der DDR in den Westen. Zwischen 1949 und 1952 waren es 675.000 Menschen gewesen. Im Jahre 1958 versuchte Nikita Chruschtschow, der Stalin in der Nachfolge der Führung der Sowjetunion beerbt hatte, einen neuen Vorstoß, Berlin zu gewinnen. West-Berlin sollte in eine „selbständige politische Einheit“ umgewandelt werden. Ein Ultimatum, das Chruschtschow gesetzt hatte, verstrich.

Three Essentials
Drei Jahre später, Anfang 1961 drohte die Sowjetunion erneut, das „Westberlin-Problem“ binnen Jahresfrist zu lösen. Die Amerikaner reagierten darauf mit der Aufstellung der „Three Essentials“, die auch heute noch Gültigkeit besitzen. US-Präsident John F. Kennedy formulierte für West-Berlin folgende Grundsätze:

- die Verteidigung der westlichen Anwesenheit;
- die Wahrnehmung des Rechts auf Zugang;
- die Gewährleistung der Selbstbestimmung der West-Berliner und der freien Wahl ihrer Lebensform.

Anzeige

Berlin-Magazin.info

Das Magazin für Freunde und Interessierte der schönen Hauptstadt Berlin

Von Kreuzberg bis Charlottenburg: Zur besseren Orientierung werden die Berliner Bezirke vorgestellt.

... mehr über die Berliner Bezirke

Berlin-Magazin bietet außerdem...

... Interviews

... Sehenswertes

... Nachtleben

... Business

... viele weitere Infos zu Berlin!

Von wegen Bouletten, Eisbein, Currywurst. Die Berliner Gastronomie greift nach Sternen und Kochhauben. berlin-magazin.info sagt Ihnen, wo Sie die besten Restaurants der Stadt finden

...mehr zur Berliner Gastronomie

Anzeige