Glanz und Armut

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Glanz und Armut: Napoleon, <br>Befreiungskriege und Industrialisierung

Während der Regierungszeit Friedrichs II. hatte Berlin sich zu einer Hochburg der Aufklärung entwickelt, sein Nachfolger, Friedrich Wilhelm II., war ein Gegner dieser Geisteshaltung und ein Anhänger des Absolutismus.

Mit Zensur versuchte er diese „Geistesauswüchse“ zu bekämpfen. Zehn Jahre regierte er als preußischer König. Am Ende der Regierungszeit sah die Bilanz wie folgt aus: das Brandenburger Tor war gebaut, Architekten wie Langhans und Schadow gestalteten Berlin zur preußischen Hauptstadt weiter aus.

Soziale Probleme wie bittere Armut und eine ungelöste Wohnungsfrage standen im Gegensatz dazu.

1788 war fast jeder zehnte Berliner bei der Armendirektion erfasst, unbeschreiblich harte Arbeiten, auch von Kindern, in den Manufakturen der Stadt zogen Streiks und Aufstände nach sich.

Die Französische Revolution
Die Französische Revolution von 1789 erschütterte die Welt und damit auch Preußen und Berlin. Siebzehn Jahre später schlug Napoleon die preußischen Heere in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt, da die preußische Führung weder militärisch, noch politisch auf diesen Schlag vorbereitet war.

Der König floh mit seiner Frau Luise aus Berlin nach Königsberg. Der Berliner Stadtkommandant Friedrich Wilhelm von der Schulenburg ließ auf einem inzwischen berühmt gewordenen Anschlag verkünden: „Der König hat eine Bataille verloren. Jetzt ist Ruhe die erste Bürgerpflicht. Ich fordere die Einwohner Berlins dazu auf. Der König und seine Brüder leben.“

Besatzungszeit
Ein paar Tage später besetzten die französischen Truppen die Stadt. Kontributionen und Abgaben mussten geleistet werden. An den wirtschaftlichen Folgen der Besetzung hatte die Stadt noch bis etwa 1850 zu kämpfen.

Die Besatzungszeit war nicht nur eine unerfreuliche Periode. Politisch änderte sich in der starren Ordnung, die nach dem Tode Friedrichs des Großen eingetreten war, eine ganze Menge.

Die geistige und politische Erneuerung schritt voran: 1810 wurde die Berliner Universität gegründet. Die öffentliche Verwaltung und die Armee wurden reformiert, die Zünfte abgeschafft, Zollschranken, zunächst innerhalb Preußens, fielen. Auf dem Lande wurde die Erbuntertänigkeit beseitigt.

An diesen „Preußischen Reformen“ änderte der König auch nach seinem Wiedereinzug in Berlin 1814 nichts. Die politischen Forderungen nach einem Nationalstaat blieben allerdings auf der Strecke, Deutschland existierte auch weiterhin nur als ein loser Staatenbund.

Allerdings hatte sich die Zahl der Staaten schon verringert: Waren es Mitte des siebzehnten Jahrhunderts noch über 300 verschiedene Fürstentümer, Grafschaften und Reichsstädte gewesen, so waren es nun „nur noch“ 35 deutsche Länder und vier freie Reichsstädte. Doch bei dieser Zersplitterung war an einen Nationalstaat, den so viele Menschen ersehnten, nicht zu denken. Enttäuscht zog man sich in seine vier Wände zurück.

Biedermeier nennt man diese Epoche in der Literatur und Kunst. Doch die scheinbare Ruhe und Idylle, die Maler wie Carl Spitzweg in ihren Bildern festhielten, verfälscht die Sicht auf die Dinge. Der Großteil der Berliner Bevölkerung lebte in sozial unerträglichen Verhältnissen, die auch durch das Einsetzen der Industriellen Revolution entstanden.

Industrialisierung
Erst als alle Zollschranken innerhalb Deutschlands fielen, konnte sich Berlin, jetzt seine geographische Lage ganz nutzend, voll entfalten.

Mit einem großen Volksfest nahm die Bevölkerung 1838 die erste Eisenbahnverbindung zwischen Berlin und Potsdam in Betrieb, der Grundstein für weitere Industrien war gelegt. Noch hatte man die Lokomotive aus England importieren müssen, doch die Waggons stammten schon aus Berliner Produktion.

 

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