Berlins Anfänge

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Berlin: Klein angefangen

Die Gründungsurkunde Berlins

Berlin ist eine verhältnismäßig junge Stadt. Während Lübecker, Kölner und Nürnberger Kaufleute schon überall in Europa Handel trieben und Köln etwa 20.000 Einwohner hatte, waren Berlin und Cölln zwei kleine Siedlungen. Die eine lag auf einer Spreeinsel, die andere am gegenüberliegenden, nordöstlichen Ufer. Eine Furt, also eine flache Stelle im Wasser, erleichterte an dieser Stelle den Übergang über den Fluss.

Zunächst entwickelten sich die beiden kleinen Gemeinden, die verkehrsgünstig an Havel und Spree und damit auch günstig zur südlich fließenden Elbe lagen, nebeneinander. 1237 wird Cölln das erste Mal urkundlich erwähnt.

Zwei Städte
1307, nach einem Brückenschlag über die Spree, schlossen sie sich zusammen. Da Berlin ungefähr doppelt so groß war wie Cölln, setzte sich schnell die Bezeichnung Berlin durch. Erst 1709, also vierhundert Jahre später, wurden die beiden Städte tatsächlich zu einem Gemeinwesen vereinigt.

Aufschwung
Ihren Aufschwung nahmen die beiden kleinen Städte aber erst durch Maßnahmen der Askanier. Die brandenburgischen Markgrafen aus dem Adelsgeschlecht der Askanier hatten die Kolonialisierung und Christianisierung der Mark Brandenburg organisiert und durchgeführt.

Konkurrenz zu Köpenick
Es ging dabei vor allem um die Schwächung Köpenicks, die im Besitz der Markgrafen von Meißen lag. Die Askanier, die bis ins 13. Jahrhundert den Ausbau Spandaus forcierten, setzten darüber hinaus auf die Förderung der Doppelstadt, die im Kreuzungspunkt alter Fernverkehrsstraßen lag. So sollte sie noch im 13. Jahrhundert zum beherrschenden Platz für den Fernhandel werden.

Handelsstadt
Berlin entwickelte sich durch die askanische Förderung schnell zur bedeutendsten märkischen Stadt. Schon 1280 fand hier der erste märkischen Landtag statt.

Schon damals betrieben die Berliner Kaufleute Fernhandel nach Hamburg, in die Niederlande und nach Flandern. Roggen und Eichenholz waren die wichtigsten Handelsprodukte.

Der Adler im Wappen
Übrigens: Eine ganze Reihe der unter den Askaniern gegründeten Städte nahmen den Adler ihres Landesherrn auch in ihr Wappen auf, so beispielsweise die Gardelegen, Salzwedel, Stendal, Potsdam, Teltow und Werder, Prenzlau und Templin.

Manche Stadtwappen enthalten den rot-weißen Adlerschild in Verbindung mit anderen Symbolen, hier wären zu Angermünde, Bernau oder Frankfurt/Oder zu nennen.

Insgesamt enthielten mehr als 50 brandenburgische Stadtwappen den askanischen Adler. Erst als 1945 Preußen als Staat aufgelöst wurde und entsprechende Symbole als militaristisch galten, wurde auch der Greifvogel aus den Wappen vieler Städte getilgt.

Wem gehört das Land?
1320 starb die brandenburgische Linie der Askanier aus. Ihr Erbe traten die bayrischen Wittelsbacher, später die böhmischen Luxemburger an. Sie alle hielten am Adlerwappen fest. Für die neuen Regenten lag die »Streusandbüchse des Heiligen Römischen Reiches Teutscher Nation« eher am Rande ihrer eigentlichen Interessen.

Dies wird, wie wir bald sehen werden, zu Schwierigkeiten führen und das Land unregierbar machen. Die wirkliche Macht lag in den Händen des einheimischen Adels. Kriege, Raubrittertum, Wegelagerei und Fehderecht beherrschten für ein Jahrhundert das Land.

Benachbarte Fürsten erhoben Ansprüche auf Landesteile. Als sich der »Falsche Woldemar« 1348 als Askanierspross ausgab und das Ende der Not verhieß, fand er nicht wenige Anhänger.

Kleine Stadt aus Holz
Wenige Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung bestanden die beiden „Städte“ noch aus wenigen Bewohnern, einigen Holzblockhäusern und zwei winzigen Kirchen mit den Namen St. Nikolai und St. Petri und hatten sich hinter einer großen Palisadenholzwand verschanzt.

Damals konnte niemand ahnen, dass sich diese kümmerliche Siedlung einmal zur Metropole Preußens und Deutschlands entwickeln sollte.

Das mittelalterliche Berlin war klein. Es gab einige reichere Kaufleute, doch die Hauptbevölkerung der Stadt bildeten die so genannten Ackerbürger, die eine kleine Landwirtschaft betrieben, Handwerker, Tagelöhner, Knechte, Mägde, Bader, Handlanger. Sie machten über die Hälfte der Einwohnerzahl aus.

Durch eine geschickte Straßenverlagerung gelang es den Askaniern schließlich, der neuen Stadt mehr Bedeutung zu geben: Der Handelsweg nach Posen, der zwischen der Burg Spandau und der Burg Köpenick, heute beide Stadtteile von Berlin, verlief, wurde verlagert, so dass er nun über die kleine Doppelstadt führte.

Nun mussten die reisenden Kaufleute mit ihren Waren in Berlin-Cölln ein paar Tage Halt machen. Das so genannte Niederlagerecht verpflichtete sie, ihre Waren in der Stadt anzubieten.

Wie in anderen Städten auch, wurde in Berlin der Rat, von einem markgräflichen Beamten, dem Schulzen, eingesetzt. Er bestimmte auch die Schöppen (Schöffen), mit denen er gemeinsam Recht sprach. Der Rat in Berlin bestand aus 12 Mitgliedern, davon zwei Bürgermeistern.

 

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