Urania Geschichte

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120 Jahre Erfolg:<br>Urania Berlin

Die Urania an der Invalidenstraße

Wenn man in Berlin nach der Urania fragt, so erhält man sehr unterschiedliche Antworten: „Die Urania ist ein großes Kino – ich bin immer zur Berlinale dort“, „Ich war schon als Kind bei den Weihnachtsmärchen, jetzt gehe ich mit meinen Kindern im Advent ins Theater“ oder „Ich fahre fast täglich daran vorbei und sehe immer die spannenden Themen der Vorträge“.

Was ist nun die Urania – Theater, Kino oder Vortragszentrum? Die Urania ist all das gemeinsam, sie ist einer der größten Veranstaltungsorte für Wissenschaft und Kultur, für Bildung, Kunst und Unterhaltung in Berlin.

Mehr als 200.000 Menschen besuchen hier weit über 1000 Veranstaltungen.
Das eigentliche Ziel der Urania-Gründer war die Schaffung einer Einrichtung zur Vermittlung der aufstrebenden Naturwissenschaft und der damit einhergehenden technischen Neuigkeiten an eine breite Öffentlichkeit.

Gründerjahre
Es war die Zeit, als die Spektroskopie von Kirchhoff und Bunsen entwickelt und damit aus der Astronomie die Astrophysik wurde, es war die Zeit, als Faraday das Induktionsgesetz entdeckte und Werner von Siemens seine erste Dynamomaschine baute.

Es war auch Siemens, der den Zeigertelegraphen und die Kabelisolierung erfand und damit weltweit die ersten elektrischen Telegrafenleitungen errichtete. So war es nicht nur der Geist der Aufklärung, sondern auch ganz praktisches ökonomisches Interesse, Naturwissenschaft und Technik nicht nur dem Bildungsbürger, sondern auch dem so genannten „kleinen Mann“ zu vermitteln.

Kosmos-Vorlesungen
Zurück geht diese Idee auf Alexander von Humboldt, der 1827/28 mit seinen berühmten Kosmos-Vorlesungen in der Berliner Singakademie, dem heutigen Maxim-Gorki-Theater, erstmals vorführte, dass man wissenschaftliche Erkenntnisse einem öffentlichen Publikum vermitteln kann.

Das war ihm dank seiner Prominenz möglich, denn unter seinen Zuhörern saßen buchstäblich Kaiser, König, Edelmann, Bürger, Bauer und Bettelmann. Und es war Humboldt, der die Öffnung der 1835 neu errichteten Königlichen Sternwarte für die Öffentlichkeit einforderte.

Gründung der Urania am 3. März 1888
Neben vielen Neugründungen wissenschaftlicher Einrichtungen wie dem Astrophysikalischen Observatorium auf dem Potsdamer Telegrafenberg verfolgte der Berliner Astronom Wilhelm Foerster das Projekt einer Volkssternwarte. Er traf auf den Astronomen Max-Wilhelm Meyer, der die Idee eines wissenschaftlichen Theaters entwickelt hatte.

Erstes Science Center
Hier wurden Vorführungen zu wissenschaftlichen Themen inszeniert, bei
denen Bühnenbilder unsere heutigen Projektionstechniken ersetzten. Es entstand das Konzept einer vollkommen neuartigen Einrichtung, die eine Sternwarte, wissenschaftlich- technische Ausstellungen und ein wissenschaftliches Theater unter einem Dach vereinen sollte.

Berliner Bankiers und Industrielle, unter ihnen auch Werner von Siemens, sammelten bis zum Februar 1888 ein Aktienkapital von mehr als 200.000 Mark, so dass am 3. März 1888 die Gesellschaft Urania, benannt nach der Muse der
Himmelskunde, gegründet werden konnte.

Der erste Urania-Ort in der Invalidenstraße (1889-1905) Und dann wurde etwas realisiert, das uns vom zeitlichen Ablauf aus heutiger Sicht kaum machbar erscheint:

Nach nur einem guten Jahr, am 1. Juli 1889, eröffnete ein hochmodernes Gebäude mit drei Sternwartenkuppeln, Ausstellungs- und Experimentiersälen und mit modernster Bühnentechnik ausgestattetem Theatersaal in der Invalidenstraße in
Moabit seine Pforten.

Mit gemalten und konstruierten Bühnendekorationen wurden wissenschaftliche Sachverhalte für ein großes Publikum dargestellt. Eine besondere Attraktion war der Physiksaal. Der Physiker Eugen Goldstein, der Entdecker der Kanalstrahlen, hatte Experimente aufgebaut, die der Besucher selbst beeinflussen konnte, ein Konzept, dass wir heute Hands-on-Experimente nennen.

Im wissenschaftlichen Theater hat man mit opulenten Bühnenbildern die Urgeschichte der Erde ebenso illustriert wie die Oberfläche des Mondes. Es war eine schöne Entdeckung der letzten Monate, dass dieser Saal heute noch in großen Teilen erhalten ist.

Publikumsmagnet
Mit diesem Gebäude hatte Berlin eine wirklich Attraktion. Zehntausende strömten in die Urania. Der Zuspruch zu den Aufführungen (Themen: „Das Leben in der Urzeit“ oder „Bilder aus der Sternenwelt“) war so groß, dass diese Form der Wissenschaftsverbreitung in der ganzen Welt Aufsehen erregte.

Neben Vortragssälen waren auch Experimentiersäle und eine Kuppel für astronomische Beobachtungen eingerichtet worden, in der eigens für die Urania ein Beobachtungsinstrument der „Bambergrefraktor“ aufgestellt war.

Lesesäle und eine dazugehörige Bibliothek ergänzten das Angebot. Diese Einrichtung war das erste Science Center der Welt und folgerichtig entstanden in vielen Städten, auch in anderen Ländern, Einrichtungen nach diesem Konzept. Das Deutsche Museum in München geht auf den Urania-Gedanken ebenso zurück wie die heute noch unter dem Namen Urania existierenden Einrichtungen.

Das Planetarium in Zürich gehört dazu wie auch die Volksbildungseinrichtungen mit Namen Urania in Wien, Meran und Graz.

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