Topographie des Terrors

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Ort des Erinnerns: Topographie des Terrors<br>

Noch ist die Gedenkstätte Topographie des Terrors eine Freiluftausstellung. Bald soll - nach unendlichen Wirren - ein Neubau entstehen (Foto: Frank Tetzel)

Die Gedenkstätte „Topographie des Terrors“ hat in der Berliner Erinnerungslandschaft eine besondere Stellung, weil sie im Mittelpunkt der Stadt an die zentralen Stätten des nationalsozialistischen Terrors und damit an die Gesamtheit der Verbrechen erinnert.

Sie befindet sich direkt neben dem Gropiusbau und schräg gegenüber dem Berliner Abgeordnetenhaus an der Wilhelmstraße. Hier stand einst das Prinz-Albrecht Palais, das in der Zeit des Nationalsozialismus Dienstsitz des des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS war. Hier war das SD-Hauptamt untergebracht.

Bei einem Luftangriff am 23. November 1944 wurde das Gebäude schwer beschädigt. 1955 wurden die auf dem Gelände befindlichen Gebäudereste und Trümmer abgeräumt. Prinz Louis Ferdinand von Preußen, der Chef des Hauses Hohenzollern, verzichtete 1961 auf die Besitzansprüche seiner Familie auf das Haus und das Gelände.

Seit 1987 befindet sich auf dem Gelände des Prinz-Albrecht-Palais und der benachbarten Kunstgewerbeschule die Gedenkstätte Topographie des Terrors.

Aufbau einer Gedenkstätte


1992 wurde beschlossen, nach den Plänen des Schweizer Architekten Peter Zumthor ein festes Ausstellungsgebäude und Besucherzentrum zu errichten. Nach Beginn der ersten Bauphase stellte sich schnell ein hoher Zusatzkostenbedarf heraus, der den Berliner Senat zu einem Baustopp veranlasste. Am 8. Mai 1995 wurde der symbolische Baubeginn mit einem Festakt im Berliner Abgeordnetenhaus begangen.

Kosten aus dem Ruder


Bei der Konkretisierung der Planungen für den Bau stellte sich bald heraus, dass die von Land und Bund gemeinsam zur Verfügung gestellten Baukosten von 36 Millionen nicht ausreichten, sondern auf 45 Millionen erhöht werden mussten. Aufgrund dieser erhöhten Kostenkalkulationen stoppte der Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses im März 2000 die Bauarbeiten für das Dokumentationszentrum erneut.

Aus Kostengründen wurde der Entwurf des Architekten Zumthor inzwischen verworfen und im Dezember 2004 erfolgte der Abriss der bereits errichteten Türme.

Im April 2005 schrieb der Bund einen zweiten Wettbewerb aus, in dessen Rahmen mehr als 300 Gestaltungsvorschläge eingingen. Am 24. Januar 2006 entschied sich eine 13-köpfige Jury für die Verwirklichung des Konzepts des Berliner Architektenbüros Heinle, Wischer und Partner. Der Entwurf sieht ein verglastes Gebäude auf dem Gelände direkt gegenüber dem Abgeordnetenhaus vor.

Der erste Spatenstich für das neue, einstöckige Haus – auch als schwebender Pavillon beschrieben – fand im November 2007 statt, die Eröffnung der Ausstellung über die NS-Geschichte soll zwei Jahre später, am 1. September 2009, erfolgen. Im Einzelnen wollen die Architekten im quadratisch angelegten Haus eine Nutzfläche von rund 3.500 Quadratmetern schaffen. Die Halle umfasst 2.800 Quadratmeter. Im Obergeschoss sollen Ausstellungs- und Seminarräume liegen, im Untergeschoss die Bibliothek.

Nützliche Informationen

Topographie des Terrors
Open-Air-Ausstellung
Niederkirchnerstraße 8
10963 Berlin
030-254 86 703
info@topographie.de

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Topographie des Terrors<br><br>

Die Ausstellung ist unter freiem Himmel untergebracht © Frank Tetzel