Jakob Kaiser Haus in Berlin

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Das Jakob Kaiser Haus in Berlin

Das Jakob Kaiser Haus ist das größte Parlamentsgebäude in Berlin. Rund vierhundert Abgeordnetenbüros sind hier untergebracht

Es besteht aus mehreren Blöcken und ist durch die Dorotheenstraße getrennt. Diese wiederum überspannen zwei Fußgängerbrücken, so dass die Abgeordneten und ihre Mitarbeiter die Straße trockenen Fußes überqueren können. Wichtig war in der Planung dieses Funktionsbaus die optische Eingliederung in die Erscheinung der Dorotheenstraße, so als ob es sich um eine städtische Blockbebauung, die so typisch für Berlin ist, handelt.  Auch Architekturkritiker halten diesen Ansatz für sehr gelungen, denn das Haus, oder besser gesagt, die Häusergruppe, ist ein modernes Teilstück der alten Dorotheenstadt Berlins geworden.

Jeweils zwei der insgesamt acht neuerbauten Häuser wurden als Teilbereich von einem Architekturbüro gestaltet (Foto: Jenssen)

Der besondere Reiz dieses Abgeordnetenhauses sind die städtebauliche Dichte und die Einbeziehung alter Bausubstanz, zum einen das restaurierte Reichstagspräsidentenpalais, zum anderen der Altbau der Kammer der Technik an der Ecke des Tiergartens sowie das letzte erhaltene Haus der alten Dorotheenstadt, das Haus Sommer in der Dorotheenstraße 99.

Altbauten werden durch Neubauten ergänzt

Diese drei Altbauten wurden durch Neubauten ergänzt z. B. durch die Loggia des Reichstagspräsidentenpalais, teils aufgestockt und eingebunden in die Struktur des Neubaus. Sie stellen hierdurch eine Bereicherung und Abwechslung innerhalb des Gesamtorganismus dar. Jeweils zwei der insgesamt acht neuerbauten Häuser wurden als Teilbereich von einem Architekturbüro gestaltet. Teilweise sind zwei Häuser zu einer Einheit zusammengefasst. Dies gilt für die Häusergruppe direkt hinter dem Reichstag und gegenüber dem Tiergarten.

Verschiedene Architektenbüros arbeiteten zusammen


In den an deren Fällen liegen sie sich an der Dorotheenstraße gegenüber, sind unterirdisch verbunden und verknüpfen gestalterisch die nördliche mit der südlichen Blockstruktur. Eine weitere Besonderheit dieses in der Architekturgeschichte außergewöhnlichen Projektes: Es wurde aus organisatorischen Gründen in einem Büro an einem Standort bearbeitet von Architektengruppen der Büros Architekten Schweger + Partner. Busmann + Haberer,  von Gerkan, Marg und Partner,  de Architekten Cie und dem Büro Valentyn.

Gemeinsame Grundelemente

Trotz der Vielfalt der Gestaltung im einzelnen, entwickelten sich auch einheitliche Elemente  wie etwa die  fast durchgehende Verwendung des französischen Fenster für die Abgeordnetenbüros in völlig unterschiedlicher Gestalt.

Das Ergebnis zeigt deutlich, dass durch die verschiedenen Architekten eine Vielfalt der Gestaltung erreicht worden ist, die aus der Handschrift eines einzelnen Architekten nie hätte entstehen können.

Die Entwicklung des Projektes begann mit dem Ringen um einen gemeinsamen Masterplan, der die Grundstruktur der Gesamtanlage bestimmte. Jedes Büro entwickelte zunächst ein Konzept für eine mögliche Struktur, unter besonderer Berücksichtigung der internen Orientierung bei der Wegeführung vom Reichstag kommend sowohl in Ost-West-Richtung als auch in Nord-Süd-Richtung. Hieraus entstanden eine gemeinsame Konzeption einer großzügigen Verbindung unter dem Ebertplatz hindurch zum Reichstag und das Konzept einer gläsernen Ost-West-Halle, die alle zur Spree geöffneten Häuser verknüpft.

Das Ergebnis zeigt deutlich, dass durch die verschiedenen Architekten eine Vielfalt der Gestaltung erreicht worden ist, die aus der Handschrift eines einzelnen Architekten nie hätte entstehen können. (Foto: Jenssen)

Blockstruktur der alten Dorotheenstadt

Für die Gliederung der acht Häuser, angelehnt an die Berliner Blockstruktur, wurde das Konzept der Stadt- fugen gewählt. In dem Grundkonzept des daraus entwickelten Masterplanes verbindet sich die traditionelle Geschlossenheit der Berliner Quartiere mit der Öffnung durch die Stadtfugen in die Straße hinein und in den Freiraum der Spree, so daß das parlamentarische Geschehen auch von außen für den Stadtbesucher oder für Passanten wahrnehmbar ist.

Gleichzeitig bietet diese Struktur intern einen vertikalen räumlichen Zusammenhang der verschiedenen Büroebenen mit offenen Treppen und vernetzt diese stärker als in einem herkömmlichen Verwaltungsbau. Zusätzlich schaffen die offenen Hallen innere Plätze und Bereiche für den Aufenthalt und die Kommunikation der Abgeordneten untereinander und betonen dadurch das Besondere dieses Hauses.

Die zwei Brücken in den Obergeschossen sollen den funktionalen Zusammenhang unterstützen. Die Altbausubstanz ist nahtlos in die Neubaustruktur integriert. Zwei größere Hallen verbinden die ansonsten im Obergeschoss geteilten Bereiche auf den beiden Seiten der Dorotheenstraße miteinander. In Ost-West- Richtung schafft eine verglaste Halle die Verbindung vom Reichstag zur Wilhelmstraße und ermöglicht Ausblicke aus den Höfen, die zur Spree orientiert sind.

Jakob-Kaiser-Haus
Dorotheenstraße 101
10117 Berlin

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