Radialsystem V

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Radialsystem V: ein Ort für Kunst und Kultur an der Spree

Das Radialsystem V ist sehr schnell zum kulturellen Anziehungspunkt der Berliner - und der internationalen Szene geworden (Foto: Sebastian Bolesch)

von Kathrin Buckow

Knapp anderthalb Jahre wird der Ort nun bespielt und er ist in sehr kurzer Zeit zu einem festen Bestandtteil der Berliner Kulturszene geworden. Im September 2006 eröffnete das RADIALSYSTEM V.

Aufwändig ist ein altes Pumpwerk im kreativen Dreieck zwischen den Bezirken Mitte, Kreuzberg und Friedrichshain restauriert und weiter entwickelt worden. Heute ist das RADIALSYSTEM V. Anziehungspunkt für Künstler, Kulturschaffende und andere Interessierte.

Das Haus in privater Trägerschaft versteht sich als Plattform für ein breites Spektrum von Partnern und Nutzungsformen.

Man versteht sich als ein Teil eines internationalen Netzwerks von Kooperationspartnern und arbeitet mit Opern, Konzerthäusern, Festivals, Hochschulen, Ensembles, Orchestern, Museen, Galerien und unabhängigen Veranstaltern sowie Firmen der kreativen Industrie zusammen.

Das Konzept des Hauses, dass man auch für Veranstaltungen mieten kann, besteht auf fünf Säulen. Zum einen in der Entwicklung in Form von Recherche, kreativen Prozessen und im künstlerischen Proben- und Produktionsbetrieb.

Zum Zweiten in der Vermittlung in Form von Seminaren, Masterclasses, Aus- und Weiterbildung von Tänzern, Musikern, Choreographen und - ganz wichtig - Kindern sowie generationenübergreifenden Kulturveranstaltungen inklusive Kinderbetreuung.

Drittens spielt die Vernetzung eine große Rolle. Und zwar durch die Zusammenarbeit mit internationalen Koproduktionspartnern, Institutionen in Politik, Wirtschaft, Kulturindustrie und durch Publikums- und Künstlerbindung.

Integrierte Veranstaltungen


Ferner setzen die Macher Jochen Sandig und Folkert Uhde auf die Verdichtung in Form von integrierten Veranstaltungskonzepten, die Verbindung von Hoch-
und Popkultur. Darüber hinaus wird das Haus durch die flexible Raumstruktur, die einen hohen Nutzungsgrad des Hauses ermöglicht für Tagungen, Symposien, Film- und Fernsehproduktionen einerseits sowie künstlerische Produktionen andererseits vermarktet. Die Gastronomie als Bestandteil aller Aktivitäten wird dabei mit einbezogen.

Besondere Architektur

"form follows function", dieser Grundaussage des modernen Designs folgt man auch im Radialsystem V, das Haus besticht durch die klare und schlichte räumliche Struktur. Mit einfachen Mitteln können die Räume den entsprechenden Nutzungen angepasst werden.

So kann sich der gesamte Gebäudekomplex von einem Ausstellungskörper, in eine Konzertlandschaft oder in ein Tanzlabyrinth verwandeln, um danach Location für Kongresse, Messen, Symposien, Medienereignisse und Empfänge zu sein.

Pumpwerk


Das Radialsystem V, befindet sich in einem der ersten Pumpwerke Berlins und wurde 1881 als Teil eines innovativen Systems der Stadtentwässerung erbaut. Die Pläne gingen auf den Mediziner Rudolf Virchow (1821-1902) und Baurat James Hobrecht (1825-1903) zurück, die für die Stadtentwässerung  zwölf voneinander unabhängige Radialsysteme schafften, die viele praktische Vorteile vereinten.

Das System der Kanalisation


In den natürlichen Senken wurden Hauptkanäle geschaffen, an ihren Tiefpunkten Pumpwerke angelegt, die die Abwässer auf entfernte Rieselfelder drückten, um dort biologisch und für die Landwirtschaft nutzbar gereinigt zu werden. Damit wurden die mögliche flachste Lage und die kürzesten Längen ausgenutzt, die einzelnen Systeme konnten unabhängig voneinander gebaut und betrieben werden.

Das Bauwerk von 1905 ist ein typisches Beispiel hochwertiger Industrie- und Stil-Architektur aus der Kaiserzeit. Unter Verwendung von Schmuck- und Gestaltungselementen der märkischen Backsteingotik entwarf der Architekt Richard Tettenborn (1857-1923) mit dem Pumpwerk in ansprechender Weise ein wichtiges Gebäude kommunaler Architektur,

Der ältere, westliche Teil der Maschinenhalle, der beinahe ein Drittel des Gebäudes ausmachte, wurde im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört. Nach Kriegsende wurde der östliche, jüngere Teil gesichert und bis 1999 als Abwasserpumpwerk genutzt. Dieser Teil steht heute unter Denkmalschutz.

Der Berliner Architekt Gerhard Spangenberg begann 2004, die Sanierung und Ergänzung des Gebäudes denkmalgerecht zu planen. Mit seinem Entwurf konnte der Architekt die Telamon Vermögensverwaltungsgesellschaft als Investor und die Radialsystem GmbH als Nutzer für das Projekt gewinnen.

Moderne Architektursprache


Den Gebäudetorso aus rotem Backstein verband Gerhard Spangenberg mit einem modernen Baukörper. Die kriegszerstörte Westseite des Gebäudes wurde durch einen Glasbau geschlossen und die Spreeseite mit einem transparenten Baukörper aufgestockt.

Innerhalb nur eines Jahres wurde der Umbau realisiert und das Haus im September 2006 als Radialsystem V. in neuer Nutzung wiedereröffnet. Aus der ehemaligen Maschinenhalle und dem Kesselhaus des denkmalgeschützten Pumpwerks entstanden die Halle (600 qm) und der Saal (400 qm).

Der Neubau bietet Publikums- und Künstlerfoyer, Garderoben, Büros und die Studios A (400 qm), B und C (jeweils 200 qm) mit Südblick auf Spree und die Berliner Innenstadt.

Ein zweistöckiger Kubus mit durchgehender Glasfassade Richtung Südwesten, das 400 qm große, überdachte Deck sowie eine großzügige Spreeterrasse mit Bootsanleger machen das Haus zu einem Publikumsmagneten.

Das Radialsystem V ist ein altes Pumpwerk, das zur Kaiserzeit errichtet wurde. Es war damals wegweisend in der modernen Kanalisation (Foto: Sebastian Bolesch)

Nützliche Informationen

RADIALSYSTEM V
Holzmarktstr. 33, 10243 Berlin
030 - 288 788 50   (Zentrale)
030 - 288 788 588 (Tickethotline)

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