Kudamm: Legende

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Kurfürstendamm: Eine Berliner Legende

Berlin damals-heute, diese Aufnahmen von der Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche, dem östlichen Ausgangspunkt des Kurfürstendamms, stammen aus dem gleichnamigen Buch <link 4151>...mehr </link>

"Ich hab so Heimweh nach dem Kurfürstendamm", heisst es in einem Schlager der 50iger Jahre. Dabei war die Straße zu Beginn eigentlich nur ein Knüppeldamm, auf dem die Kurfürsten trockenen Fusses durch morastigen Grund ihr Jagdschloss im  Grunewald erreichen konnte. Und lange Zeit blieb das so. Der Name tauchte erstmals in einer Karte im Jahre 1685 auf. Den ersten Bohlenweg gab es wahrscheinlich aber schon etwa hundert Jahre vorher.

Erst nach der Gründung des Deutschen Reichs bewegte sich auch in Charlottenburg etwas. Wer es sich irgendwie leisten konnte, zog aus dem dichtbebauten Bezirken Berlins nach draußen, in den Grunewald oder nach Westend.

Die Rolle Bismarcks


Als Verbindung brauchte man eine repräsentative Straße und kein geringerer als der damalige Reichskanzler Otto von Bismarck gab den Anstoß, einen Boulevard nach französischen Vorbild in die entstehenden Villenvororte anzulegen.

Berühmter Brief


In einem Brief an den Geheimen Kabinettsrat von Wilmowski schrieb der Eiserne Kanzler: "einen großzügigen Ausbau, da "der fiskalische Besitz ausnahmsweise Gelegenheit zu breiter und schönerer Straßenentfaltung bietet... Die Straße am Kurfürstendamm wird nach den jetzt bestehenden Absichten viel zu eng werden, da dieselbe voraussichtlich ein Hauptspazierweg für Wagen und Reiter werden wird.

Denkt man sich Berlin so wie bisher wachsend, so wird es die doppelte Volkszahl noch schneller erreichen, als Paris von 800.000 Einwohnern auf 2.000.000 gestiegen ist. Dann würde der Grunewald etwa für Berlin das Bois de Boulogne und die Hauptader des Vergnügungsverkehrs dorthin mit einer Breite wie die der Elysäischen Felder durchaus nicht zu groß bemessen sein." Damit hatte sich Bismarck durchgesetzt, da die Stadtplaner an dieser Stelle eigentlich nur eine gehobene Wohnstraße errichten wollten.

Boomtown Berlin


Per Kabinettsorder wurde die Straßenbreite auf 53 Meter festgelegt, die der Kurfürstendamm auch heute noch hat. Finanziert wurde das ehrgeizige Vorhaben durch eine private Projekt- und Investmentgesellschaft von denen es in der damaligen Boomtown Berlin viele gab.

Unter der Führung der Deutschen Bank


Die Kurfürstendamm-Gesellschaft stand unter der Führung der Deutschen Bank. Gegen die Verpflichtung zum Ausbau der Straße erhielt die "Kurfürstendamm- Gesellschaft" ein Vorkaufsrecht auf 234 ha Grunewaldgelände zur Anlage einer Villenkolonie.

Ein gutes Geschäft für das Konsortium: Es erhielt nicht nur eine finanzielle Gegenleistung mit hohen Gewinnaussichten, sondern auch die Sicherheit, dass der neue Boulevard nicht in der Einöde enden würde sondern in der reichsten Berliner gegend, die auch "die Berliner Millionärskolonie" genannt wurde. Der Ausbau der Straße begann 1883, ein Jahr später war die gesamte Straße durchgehend geplastertund die Eröffnung der Dampfstraßenbahn vom Zoologischen Garten nach Halensee am 5. Mai 1886 war so etwas wie die Eröffnung der Straße.

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