Französisch essen in Berlin

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Grundsätzlich gilt ja: Ein Himmelreich für Baguette und Rotwein. Natürlich bieten die französischen Restaurants eine etwas größere Bandbreite (Foto: Simon Doggett)

Die preußische Küche ist durch die Franzosen geprägt worden. Man denke allein an die „Boulette“, die durch die Hugenotten, die um 1680 nach Berlin kamen, ihren Namen erhielt.

Rund 20.000 Hugenotten kamen damals nach Preußen, vornehmlich nach Berlin. Das ist schon eine stolze Zahl, bei einer Berliner Gesamtbevölkerung von nur etwa  50.000 Einwohnern. Jeder vierte Berliner war ein Franzose. Und natürlich profitierte die Berliner Küche davon. Nicht mehr nur Pellkartoffeln mit Leinöl und Quark, sondern auch Frikassee, Buletten und Rouladen, die inzwischen Klassiker der Berliner Küche sind.

Facettenreich

Heute präsentieren sich unsere französischen Nachbarn jedoch ein wenig facettenreicher. Das liegt nicht nur an den französischen Alliierten, die ihren Sektor während der Teilung der Stadt rund um den Tegeler Flughafen im Norden Berlins hatten. Hier hatte man gar ein eigenes Stadtviertel, das Quartier Napoleon.
 
Über 20 Jahre nach dem Mauerfall präsentiert sich Frankreich nicht nur durch die Französische Botschaft am Pariser Platz, sondern auch durch die Galeries Lafayette, dem berühmten Kaufhaus in der Friedrichstraße, ein französisches Gymnasium, französische Kinos und nicht zuletzt durch zahlreiche Restaurants mit französischer oder französisch-deutscher Küche.

berlin-magazin.info bummelt durch die französischen Restaurants der Hauptstadt.

Auf Schlemmertour

Beginnen wir unseren Bummel durch die französischen Restaurants der Stadt in der City West. Nachdem die Austeria Brasserie nun nicht mehr am Kurfürstendamm, sondern in der Hundekehlestraße in einer Schmargendorfer Villa, residiert, geht es, zunächst in die Knesebeckstraße.

Das Restaurant Belmondo ist eine Hommage an den gleichnamigen französischen Schauspieler und erinnert an eine französische Brasserie. Die Kellner stammen übrigens alle aus Frankreich. Auf der Karte findet man neben echten Klassikern der französischen Cuisine,wie Lammrücken in Kräuterkruste, Escargots in Knoblauchbutter, Boudin noir mit sautierten Äpfeln oder das "Pariser Geheimnis", auch Spezialitäten des "Noix de Saint Jacques" – Jakobsmuscheln in Apfelwein mit Bayonner Schinken. Ein französisches Original ist die Fischsuppe "Bouillabaisse" aus Marseille, die mit Knoblauchcroûtons und "Rouille", einer typisch scharfen Sauce, serviert wird. Jeden Monat gibt es außerdem ein 3-gängiges "Menu de Saison".

Ebenfalls in der Knesebeckstraße befindet sich das sehr kleine Restaurant Le Compagnon. Besonderen Wert legt man auf frische, regionale Zutaten. Auf der Karte findet man verschiedene Menues. Beim Finesse Menue werden beispielsweise gereicht eine Terrine von Wildsteinbutt im Mangoldmantel mit grünem Spargelsalat gefolgt von Kaisergranat mit jungen Erbsen dazu Gänsemastlebereis und Mispelconfit. Als dritter Gang wird Lammessenz mit rosa gebratenem Lammrücken und Bärlauch-Raviolos serviert um dann die Variation von Spargel anzuschließen.

Besonderer Wert legt man auch auf die Fischzubereitung und so beinhaltet das Menue auch einen geangelten Atlantikwolfsbarsch kross auf der Haut gebraten mit Spinat dazu Radieschen und junger Knoblauch. Doch nicht genug: das siebengängige Menie umfasst weiterhin ein rosa gedämpftes Medaillon von Maibock im Wildkräutermantel dazu Ragout von Mairitterlingen und Schnippelbohnen und zum Abschluss Cavaillon-Melonensalat mit Erdbeermark und Lakritzeis. Das Menue wird für unter hundert Euro pro Person angeboten.

Nach Paris fühlt man sich in der Charlottenburger Schloßstraße versetzt. Dort im Le Piaf setzt man vor allem auf französische Landküche. Angeboten werden jeweils Gerichte der Saison. Die Terrasse des Le Piaf ist mehrfach als eine der schönsten gastronomischen Außenterrassen der deutschen Hauptstadt ausgezeichnet worden.

Patron Claude Trendel bietet wechselnde Menues, wie beispielsweise kurz gebratene kleine Tintenfische mit Petersilie auf in Olivenöl eingelegten Paprikas, Rebhuhnpastet mit Feigen, gefolgt von einem Doradenfilet mit Kartoffelschuppen auf Sauce von grünem Spargel, dazu kleinen Artischoclen nach Barigoule-Art. Zur Wahl steht auch ein mit Olivenpaste gefüllter Kaninchenrücken und Kaninchenschulter in Olivenöl konfiert mit einen Zucchini-Flan. Zum Dessert wird Lavendelparfait auf Sauce von weißen Pfirsichen mit Marseiller Navette Keksen serviert. Einmal monatlich bietet das Le Piaf Kochkurse, die jeweils verschiedene Thematiken bieten, an. Außerdem bei den Gästen immer sehr beliebt, jeden letzten Mittwoch im Monat: Das Couscous Royal, das die besten Fleischstücke miteinander vereinigt.

Zu einem Hotspot hat sich die Brasserie Lamazère am Stuttgarter Platz in Charlottenburg entwickelt. Von Berliner Gastrokritikern hoch gelobt, kocht Regis Lamazere hier in einem bodenständigen Restaurant. „Oeuf Cocotte“, Confit de porc oder Ratatouille gehören hier zu den Standards, es gibt jeweils eine Auswahl aus vier kalten und warmen Vorspeisen siwe vier Hauptgängen und drei Desserts, aus denen man sich ein drei- oder viergängiges Menue zusammenstellen kann. Darüber hinaus können die Gäste aus zehn bis 15 verschiedenen Käsekombinationen auswählen. Ein Drei-Gang Menue wird hier mit dreißig Euro kalkuliert.

In der Brasserie Le Faubourg, im Hotel Concorde in der Augsburger Straße, wird neben einem Mittagslunch auch eine ausgewählte Abendkarte angeboten. David Bonnefoy schwingt hier den Kochlöffel und Vorspeisen, wie die Foie gras terrine mit Portweinpfirsich und Granatapfelvinaigrette, sind durchaus superb zu nennen. Als Fischgerichte überzeugen der gebackene Orangen-Pfefferlachs mit Sauternesschaum und Kartoffel-Feigenravioli oder die ganze gebratene Dorade mit rosa Grapefruit und Oliven an Selleriemousse.

Wenn es Fleisch sein soll, dann steht beispielsweise das Kalbsfilet und Bäckchen mit Zitronen – Thymianjus an glasierten Rübchen mit Morchelrisotto auf der Speisenauswahl oder ein gegrilltes Rinderfilet vom Weideochsen mit Foie gras Sauce an Portweinschalotten und Kartoffelpüree.

Das französische Restaurant Les Copains befindet sich in der Charlottenburger Kantstraße (Foto: Bloomsburry)

Sinnliches Speisen

Französisch Essen bedeutet sinnliches Speisen. Etwas versteckt, in der Vorbergstraße, in Schöneberg, liegt das La Cocotte. Philippe Claude und sein Team servieren seit Jahren bodenständige französische Küche. Ein Renner dabei sind das Steak Tartare, ein à la minute zubereitetes rohes Rindertartare mit Salz aus Guérande, Petersilie, Schalotten, Kapern, Bio-Ei und verschiedenen Saucen, oder die Schmorgerichte, serviert mit frischen Kräutern, die gerade in den kühleren Jahreszeiten ihre Anhänger finden.

Wen es nach Mitte zieht, dem sei von der Redaktion von berlin-magazin.info unter anderem das Entrecôte in der Schützenstraße ans Herz gelegt. Hier findet man ein reichhaltiges Angebot französischer Küche, nicht aufdringlich, sondern zurückhaltend dargeboten, weil die Qualität hier im Vordergrund steht. Man findet hier Le Saumon Fumé, Les Escargots, Le Fois Gras, Les Huitres Fines de Claires, um beispielsweise bei den Vorspeisen anzufangen.
 
Entrecôte steht zunächst einmal für ein klassisches, kurz gebratenes Contre Filet mit exzellenter Sauce, Pommes „Allumettes“ und einem Salat. Das ist hier wirklich Spitze und braucht den Vergleich mit anderen hochgeschriebenen Häusern nicht zu scheuen. Lammkarree, rosa gebraten mit zerlassener Kräuterbutter, feinen Bohnen und Kartoffelgratin, Rinderfilet vom Angus mit Sauce Béarnaise, Streichholzkartoffeln und grünen Bohnen oder Rindersteak mit Schalottensauce, Streichholzkartoffeln und grünem Salat oder ein Chateaubriand, Erbsen, Karotten, Streichholzkartoffeln und Béarnaise Sauce, sind Klassiker des Hauses.

Das Chez Maurice in der Bötzowstraße, das übrigens auch die Kanzlerin hin und wieder goutiert, ist Weinhandlung und Restaurant zugleich. Mittags wird eine plat de jour mit Vorspeise oder Dessert für zehn Euro geboten, abends wird zu besonderen Anlässen ein 10-Gang-Amuse-bouche-Menü für 75,- Euro angeboten. Ferner gibt es Degustationsmenüs, zu denen unterschiedliche Weine vorgestellt werden. Zu den klassischen Vorspeisen im Chez Maurice gehören unter anderem Chêvre chaud, also warmer Ziegenkäse mit jungen Salatblättern, Escargots de Bourgogne persillés (Weinbergschnecken aus der Bourgogne in Knoblauch-Kräuterbutter), oder Coquille Saint-Jacques et moules gratinées au fromage velouté de vin blanc et salade de salicornes, zu deutsch: Jakobs- und Miesmuscheln mit Weißwein-Velouté und Käse gratiniert auf Algensalat.

Auch bei den Hauptgerichten findet man Interessantes. Etwa die halbe Ente aus Nantes mit Maronen-Gemüse und Rosenkohl auf Cassisjus oder das Kalbs-Kotelette mit Kräuterkruste, dazu Gemüse in Brickteig und gestampften Kartoffeln, und nicht zu vergessen: Französische Blutwurst mit Thymian-Äpfeln und Kartoffelpüree.

Die Brasserie Le Faubourg kommt streng und klassisch daher. (Foto: Hotel Concorde)

Inzwischen mausert sich die Chausseestraße, wohl auch aufgrund des Neubaus des Bundesnachrichtendienstes, aber auch wegen der Nähe zum Hauptbahnhof und zu zahlreichen Ministerien, zu einer interessanten Gegend für Feinschmecker. Auch die Liebhaber der französischen Küche finden hier mit dem La Bonne Franquette einen interessanten Anlaufpunkt. Es werden jeweils zwei verschiedene Menues angeboten, die sich je nach Saison ändern. Das eine ist mehr klassisch ausgerichtet, das andere richtet sich nach den saisonalen Angeboten. Zudem bietet man aich interessante Speisen zu Mittag an.

Und auch der Wedding, ja nicht unbedingt eine Gegend in der man erstklassige Franzosen erwartet, bietet mit dem L´Escaragot eine kleine Überraschung. In der Brüsseler Straße werden zum hauptgericht beispielweise serviert: Entrecôte (Charolais) mit Mandeln-Tomaten-Oliven- auf Rotwein-Jus, Gemüse und Rösti oder eine Barbarie Entenbrust auf Batata-Thymian-Purée, Marsala-grünen Pfeffer-Jus, Gemüse und Rösti, ein Coq au Vin (Maispoularde) in Tomaten-Kapern-Pastis Peperoncino, Gemüse und Ofen-Kartoffeln oder ein Soufflèe von der Polenta und Batata auf grünen Spargel-Tomaten-Ragout und Ofen-Kartoffeln.

Interessant auch das Perlhuhn Supreme an karamellisierte grünen Spargel, Erdbeeren-Confit, und Rösti oder die gebratene irische Lammhüfte auf Breite Bohnen-Pilzen-Tomaten-Ragout, Rotwein-Oregano-Jus,Gemüse und Rösti. der Fisch kommt aus nachhaltiger Fischerei und so sind der Kabeljau  mit Bärlauch-Kruste auf geschmolzenen Tomaten, Gemüse Ofen-Kartoffeln oder die Bio Forelle in Zitronen-Duft, Gemüse und Ofen-Kartoffeln interessante Alternativen, wenn man fleischlos essen möchte.

 

 

Austeria Brasserie
Hundekehlestraße 33  14199 Berlin
Öffnungszeiten: 
Mo - Fr.  17.00 - 01.00 Uhr 
SA + So 12.00 - 01.00 Uhr 
info@austeria-brasserie.de
Tel.: 030 - 88 18 46 1
www.austeria-brasserie.de

Bandol sur Mer
Torstraße 167
Mitte
Tel.: 030 - 67 30 20 51
täglich ab 18 Uhr, Küche bis 23 Uhr
http://www.bandolsurmer.de


Belmondo
Knesebeckstraße 93
Charlottenburg
Tel.: 030 - 36 28 72 61
täglich 11-1 Uhr, Küche bis 24 Uhr
www.belmondo-berlin.de

Le Compagnon
Knesebeckstraße 76
10623 Berlin
Tel.:030 - 30 34 75 55
Mittwoch bis Sonntag ab 18:00 Uhr
www.restaurant-lecompagnon.de

Brasserie Lamazère
Stuttgarter Platz 18
10627 Berlin
Tel.:030 - 31 800 712
Dienstag bis Sonntag ab 18:00 Uhr bis 2:00 Uhr
http://www.lamazere.de


Brasserie Le Faubourg
im Hotel Concorde
Augsburger Straße 41
Charlottenburg
Tel.:030 - 800 99 97 70
täglich 11-24 Uhr
www.concordehotels.de

La Cocotte
Vorbergstraße 10
Schöneberg
Tel.: 030 - 78 95 76 58
täglich 18-1 Uhr, Küche So-Do bis 23 Uhr, Fr,Sa bis 23.30 Uhr
www.lacocotte.de

Chez Maurice
Bötzowstraße 39
Prenzlauer Berg
Tel.: 030- 425 05 06
täglich ab 18 Uhr
www.chez-maurice.com

Entrecote
Schützenstraße 5
Mitte
Tel.: 030 - 20 16  54 96
Mo-Fr 12-24 Uhr, Sa 18-24 Uhr, So geschlossen, Küche bis 23 Uhr
www.entrecote.de

Ganymed Brasserie
Schiffbauerdamm 5
Mitte
Tel.: 030 - 2 859 90 46
täglich 12- 1 Uhr, Küche bis 24 Uhr
www.ganymed-brasserie.de

Le Provencale
Spreeufer 3
Mitte
Tel.: 030 -  302 75 67
täglich 12-0 Uhr
www.leprovencal.de

La Muse Gueule

Szredzkistraße 14
Prenzlauer Berg
Tel.: 030 - 43 20 65 96
täglich ab 17.30, Küche bis 24 Uhr

Le Cochon Bourgeois
Fichtestraße 24
Kreuzberg
Tel.: 030-693 01 01
Di-Sa 18-1.30 Uhr, Küche bis 23 Uhr
www.lecochon.de

Le Piaf
Schlossstraße 60
Charlottenburg
Tel.: 030-31 51 96 65
Mo-Sa 17.30-0.30 Uhr
www.le-piaf.de

Les Copains
Kantstraße 140
Charlottenburg
Tel.: 030 - 31 51 96 55
Di-So 17-1 Uhr

La Petite France
Knobeldorffstr. 27
Charlottenburg
Tel.: 030 - 325 82 42
Mo-Sa 17-1 Uhr

La Bonne Franquette
Chausseestraße 110, 10115 Berlin
Tel.: 030-944 05363
Mittagessen Mo ­­­­­­­­­­– Fr / 12:00 ­­­­– 15:00 Uhr
Abendessen Mo ­­­­– Sa / ab 18:30 Uhr
Sonntags Ruhetag
www.labonnefranquette.de

L´Escargot
Brüsseler Straße 39, 13353 Berlin
Tel.: 030-4531563                                                                              

Montag bis Samstag 17:00 bis 24:00 , Sonntag Ruhetag

www.l-escargot.net

 

 

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