SO 36 Club in Berlin

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Berlins Kultladen schlechthin: SO 36

Das SO 36 ist nicht einfach irgendein Club, sondern es ist legendär - auch wenn die große Zeit des Punks auch in Kreuzberg eher der Vergangenheit angehört. Und den Club kulturgeschichtlich einordnen zu wollen, geziemt sich ob der umkämpften Vergangenheit dieses Ortes und der Emotionen, die hier hängen, wohl auch (noch) nicht unbedingt.

Seit dreißig Jahren immer modern: S0 36 - der Tempel des Punks und des New Wave sowie der NDW. In politisch unkorrekten Zeiten ging es hier hoch her (Foto: SO 36)

Eigentlich war das SO 36 eine Biergartenhalle, die vor fast 150 Jahren eröffnet , in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurde sie zum Kino am Heinrichplatz umfunktioniert, stand lange leer, war Supermarkt und auch Atelier.

Foto: SO 36

Neue Deutsche WelleDie große Zeit der Veranstaltungen begann Ende der siebziger Jahre, als  am 12./13. August 1978 mit dem zweitägigen „Mauerbaufestival“ (zum Gedenken an den Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961) unter der Leitung von Achim Schächtele startete. Das besondere: Hier wurde das erste Mal Neue Deutsche Welle bekannt, hier spielten Bands wie  The Wall, Dub-Liners, Mittagspause, Male, S.Y.P.H., Ffurs, Stukka Pilots, PVC und DIN A Testbild.

Doch geschäftlichen Erfolg brachte das SO 36 nicht, und auch die Übernahme durch den Künstler Martin Kippenberger sowie Andreas Rohe, die zwar guten Willen zeigten, aber von der Szene abgelehnt wurden, machten das SO 36 wirtschaftlich nicht erfolgreicher.

Kippenberger war bemüht eine Verbindung zwischen Punk und New Wave und Kunst herzustellen.  Das Konzept empfand die Kreuzberger-Szene als „Konsumscheisse“ und „Schickeria-Kunst“. Und die Szene ging damals rabiat vor. Selbst vor dem Raub von Eintrittsgeldern scheute man damals nicht zurück.  Nach dem Kippenberger sich enttäuscht zurückgezogen hatte, blieb das SO 36 dennoch der Mittelpunkt der Kreuzberger, wenn nicht gar der deutschen  Punk- und Wave-Szene.

Slime, Throbbing Gristle, Die Ärzte, Die Toten Hosen, Einstürzende Neubauten, Die tödliche Doris oder Dead Kennedys waren die Bands die von hier ihren Siegeszug antraten. 

Zwischendurch gehörte das SO 36 zu den besetzten Häusern in Kreuzberg, vom Bezirk geduldet, doch 1987 folgte die Räumung i, da sich die Konzerte mehrmals zu Straßenschlachten auf der Oranienstraße entwickelt hatten.

Foto: SO 36

Durch die Öffnung der Mauer 1989 war Kreuzberg nicht mehr "Endstation" und dem SO 36 fiel eine neue Rolle zu. 1990 wurde das SO36 renoviert und unter neuer Trägerschaft wieder als Veranstaltungssaal in Betrieb genommen.

Jetzt finden regelmäßig Partys und Konzerte statt. Der Electric Ballroom zählte zu den beständigsten Techno-Veranstaltungen von Berlin und die von Fatma Souad organisierte schwul-lesbische Oriental Party Gayhane (Musik: DJ Ipek) hat der schwul-lesbischen türkischen Szene in Deutschland einen entscheidenden Impuls gegeben.

Doch im Moment gibt es erneuten Ärger und das SO36 droht die Schließung. Grund Lärmbelästigung. Die Nachbarn haben sich beschwert. Die Schallschutzmauer, die errichtet werden soll, kann der betreibende Verein nicht bezahlen. Zur zeit läuft eine Kampagne unter dem Titel "SO36 bald ohne SO36" - und auch mit dem Bezirk verhandelt man derzeit. 

SO 36
Oranienstraße 190
Kreuzberg
Tel.: 030 - 61 40 13 06
www.so36.de

 

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