Berlin in Bezirken

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Berliner Bezirke

Kartografie: Gesa Giering-Jänsch
In ihren Kiezen wie hier in der Rigaer Straße, fühlen sich die Menschen wohl. © Charlie Cravero

Berlin ist sowohl Stadt, als auch ein Bundesland. Einige Funktionen, die es auf Landesebene gibt, existieren auch auf der Ebene der Bezirke. Sie sind die kleinste Verwaltungsstruktur Berlins. Schon 1709 wurde das erste Mal von Bezirken in der Stadt gesprochen.

Groß-Berlin Gesetz von 1920


Erst mit dem Groß-Berlin Gesetz aus dem Jahre 1920 wurden der seit Mitte des 19. Jahrhunderts extrem schnell wachsenden Stadt ein Entwicklungsrahmen gegeben, da im Zusammenhang mit dieser Gesetzgebung beispielsweise Charlottenburg oder Schöneberg, die beides eigenständige, unabhängige preußische Städte waren, eingemeindet wurden. Das Gesetz von 1920 fasste sieben umliegende Städte, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke zur Stadt Groß-Berlin zusammen. Um die Stadt besser verwalten zu können, schuf man zwanzig Bezirke.

Bezirksreform 2001


Bis zur großen Bezirksreform im Jahre 2001 wuchs die Zahl der Bezirke auf 23 an, vor allem durch die Schaffung neuer Plattenbausiedlungen im Ostteil der Stadt zu DDR Zeiten. Mit der Reform wurden sie auf zwölf reduziert.

An der Spitze der Bezirke steht jeweils der Bezirksbürgermeister, parlamentarisch werden sie durch die Bezirksverordnetenversammlung repräsententiert. Das Bezirksamt ist die Verwaltungsbehörde dieser kleinsten Berliner politischen Einheit.

Heute gibt es folgende Bezirke, die von ihren Einwohnerzahlen etwa den von durchschnittlich großen Landkreisen entsprechen:

Charlottenburg-Wilmersdorf
mit 315.244 Einwohnern
Friedrichshain-Kreuzberg mit 264.922 Einwohnern
Lichtenberg mit 258.964 Einwohnern
Marzahn-Hellersdorf mit 249.882 Einwohnern
Mitte mit 325.629 Einwohnern
Neukölln mit 305.658 Einwohnern
Pankow mit 356.956 Einwohnern
Reinickendorf mit 243.536 Einwohnern
Spandau mit 224.408 Einwohnern
Steglitz-Zehlendorf mit 288.572 Einwohnern
Tempelhof-Schöneberg mit 332.091 Einwohnern
Treptow-Köpenick mit 236.450 Einwohnern.

Behördlicher Akt oder tatsächlich gelebt?

Ob diese Verwaltungsreform bei den Berlinerinnen und Berlinern tatsächlich auch in den Köpfen verankert ist, mag dahin gestellt bleiben. Die kleinste Einheit des Berliners ist sein Kiez.

Kiez in Berlin


Vor allem Hamburger mögen hinter diesem Begriff etwas Unanständiges vermuten. Dem ist aber nicht so: Dabei steht der Begriff Kiez, nach Aussage der Internetlexikons Wikipedia heute für ein kuscheliges behagliches Altstadtquartier in Großstädte. Die Bezeichnung wurde jedoch zuvor mit abwertender Intention für verkommene Stadtviertel verwendet. Zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts beziehe sich der Begriff Kiez als soziales Bezugssystem auf ein Viertel (Quartier) mit gewisser Altbausubstanz und seiner dazugehörigen Bevölkerung. In diesem Rahmen zeichne sich ein Kiez dadurch aus, dass der Bewohner hier über eine abgeschlossene urbane Infrastruktur mit Läden und Kneipen verfüge. In Hamburg stehe der Begriff allerdings in erster Linie für die Reeperbahn und den Stadtteil St. Pauli und werde dort vor allem mit der Prostitution in Zusammenhang gebracht.

Auswirkungen der Bezirksreform


Durch die Bezirksreform haben sich zum Teil längere Wege zu bestimmten Behörden ergeben, einiges hat sich aber auch vereinfacht. Schon durch das Verschwinden der alten Postleitzahlen hatte man ja ein Stück der Identität aufgegeben. Jeder wusste, was zum Beispiel die 1000 Berlin 42 (Steglitz) oder die 1000 Berlin 30 (Schöneberg) bedeutete.

Die Identität findet der Berliner in seinem Kiez und wenn man ihn fragt, dann wohnt er nicht etwa in Schöneberg-Tempelhof, das irgendwelche Witzbolde doch tatsächlich in Tempelberg umbenennen wollten. Auch die Doppelbezirke haben im alltäglichen Sprachgebrauch keine Bedeutung. Man wohnt in Schmargendorf. Das ist ein Teil Wilmersdorfs, genauer gesagt Charlottenburg-Wilmersdorfs oder im Wrangelkiez (Friedrichshain-Kreuzberg oder war es Kreuzberg-Friedrichshain) oder in Moabit. Die kleinste Einheit ist dem Berliner sein Kiez und hier spielt sich sein Leben ab. Die Dinge des täglichen Bedarfs werden eben nicht am Kurfürstendamm gekauft, sondern eben dort wo man wohnt. Die ursprüngliche Struktur der zusammengewachsenen Städte und Dörfer ist immer noch erhalten geblieben.

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