Neue & Alte Schönhauser

Anzeige

Trendbarometer: Neue und Alte Schönhauser Straße

Mit freundlicher Genehmigung: Stefan Maria Rother<br>alte & neue SCHÖNHAUSER straße, Berlin Story Verlag

Wenn man in Berlin vom Hackeschen Markt spricht, dann sind meist auch die angrenzenden Straßenzüge gemeint. Gleichsam ein Trendbarometer sind die Neue und die Alte Schönhauser Straße.

Dennoch, auch hier hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert. Die Zeiten, in denen mutige Modelabels hier ebenso Avangardistisches wie Ausgefallenes präsentierten und neben alteingessesenen Geschäften ihren Platz hatten, sind passé. Hier war gleich nach Mauerfall und in den darauffolgenden Jahren die Aufbruchstimmung in der einst geteilten Stadt wunderbar zu spüren. Damals, als die Mieten noch billig und eine Idee leicht zu verwirklichen war.

Dabei ist die Neue Schönhauser ist dabei eine eher kleine und unbedeutende Stichstraße zwischen Rosenthaler- und Münzstraße und eben doch symptomatisch für die Entwicklung in der Spandauer Vorstadt.

Den berühmten "Schwarzraben" gibt es hier ebensowenig mehr, wie "Modellhut" und seitdem sich am Hackeschen Markt ein H&M niedergelassen hat, ist in diesem Teil der Spandauer Vorstadt sowieso nichts mehr so, wie es einmal war.

Bei rund hundert Euro Monatsmiete pro Quadratmeter Ladenfläche können eben nur noch die ganz großen Labels mithalten. Mix Sixties, Camper, adidas und wie sie alle heißen. Und die stehen Schlange. Sie wollen alle etwas vom Hackeschen Markt Charme mitnehmen und vernichten sie andererseits, weil die Mischung, die diese Straße einst ausmachte, verloren geht.

Vielleicht gerade noch rechtzeitig hat Stefan Maria Rother die Menschen, die diese Straße (noch) ausmachen fotografiert. Dabei räumt der Autor selbst ein, dass "viele der Menschen allerdings, die diese Straße 2006 geprägt haben," heute schon nicht mehr vor Ort seien. Dem ist nichts hinzuzufügen.

comments powered by Disqus
Anzeige

Das Buch:<br><BR>

Rother, Stefan Maria (Fotografien)<br>Schönhauser Straße<BR>Die Schönhauser Straße - jung und lebendig und ein bißchen exzentrisch. Eine Straße, die seit 1750 so heißt und absolut das Heute Berlins repräsentiert. Dieser Fotoband mit brillanten Aufnahmen zeigt Menschen vor allem bei der Arbeit, so wie sie sich sehen wollen.
Anzeige