Museumsinsel

Anzeige

Museumsinsel in Berlin

Die Berliner Museumsinsel zwischen der Spree und dem Kupfergraben stellt weltweit ein einzigartiges Ensemble von Museumsbauten dar. Nicht von ungefähr hat die UNESCO diese Stätte 1999 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Zwischen 1830 und 1930 entstanden auf der Insel beeindruckende Museumsbauten.

Das „Alte Museum" nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel, ist der erste öffentliche Museumsbau Preußens. 1859 entstand das „Neue Museum", 1876 die „Alte Nationalgalerie", Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, 1904, das Bodemuseum und 1930 das Pergamonmuseum. Im Zweiten Weltkrieg wurde diese einzigartige Museumslandschaft zu fast zwei Dritteln durch Bomben und Feuer zerstört.

Bis heute dauern die Rekonstruktionsarbeiten an, die auf Basis eines Masterplans bis zum Jahr 2015 abgeschlossen sein sollen.

Dann wird auch die Zusammenführung der Sammlung, die durch Kriegswirren und deutsche Teilung bedingt in Ost- und Westberlin zu sehen war, abgeschlossen sein.

Neugestaltung der Insel

Die ersten Schritte zur Gesamtgestaltung der Museumsinsel sind getan. Die "Alte Nationalgalerie" wurde im Dezember 2001 wiedereröffnet und mit der feierlichen Neueröffnung des Bode-Museums im Oktober 2006 hat man einen weiteren wichtigen Meilenstein zur Vollendung der Museumsinsel erreicht.

Trotzdem bleiben noch einige Provisorien bestehen: Im Obergeschoss des "Alten Museums" wurde im August 2005 das Ägyptische Museum eröffnet, das dort bis zu seinem Umzug ins Neue Museum im Jahr 2009 zu sehen ist.

Im Untergeschoss des Alten Museums kann man weitere Werke der Antikensammlung besuchen.

Das Pergamonmuseum beherbergt derzeit die Antikensammlung, das Museum für Islamische Kunst und das Vorderasiatische Museum.

Was noch zu tun ist

Nach der Auslobung eines internationalen Architekturwettbewerbes stehen nun folgende Aufgaben fest:

Die denkmalgerechte Grundinstandsetzung der fünf Museumsgebäude sowie ihre räumliche Verbindung auf der Ebene der Sockel- bzw. Kellergeschosse sowie durch drei neue Verbindungsstücke. So entsteht eine die Sammlungen verknüpfende Ausstellungsachse, die sogenannte „Archäologische Promenade" , die als konzeptionelles Rückgrad der Museumsinsel zugleich die architektonische Eigenständigkeit der historischen Bauten bewahren soll.

Die Schaffung eines effizienten Erschließungskonzeptes innerhalb der einzelnen Häuser sowie einer häuserübergreifenden Wegeführung mit einer Vielzahl von Spezialrundgängen in den Häusern sowie einen Hauptrundgang durch die Großarchitekturen des Pergamonmuseums.

Die Entwicklung eines übergreifenden Infrastrukturkonzeptes mit der Errichtung eines Neues Eingangsgebäudes und Besucherzentrums zur Aufnahme verschiedener zentraler Funktionen.

Die Ergänzung des Pergamonmuseums durch einen vierten Flügel am Kupfergraben zur Schließung des Rundgangs auf der Hauptgeschoss-ebene sowie zur Präsentation der ägyptischen Großarchitektur.

Die Verlagerung von museumsinternen Funktionen auf die dem Bodemuseum gegenüberliegenden "Museumshöfe", ihre Um- und Neugestaltung.

Herrichten der Freiflächen auf der Museumsinsel mit dem Ziel der Öffnung sämtlicher Bereiche für die Museumsbesucher, einschließlich einer neuen Wegführung durch der Höfe des Bodemuseums.

Last but not least: Entwicklung und Umsetzung eines Corporate Designs, das der Museumsinsel ein einheitliches Erscheinungsbild verleihen wird, sowie eines innovativen Leit- und Informationssystems.

Streit über Architektur

Keine größeren Bauarbeiten in Berlin ohne Streit.

Vor allem dann, wenn es sich um einen Eingriff in historische Bausubstanz handelt. Kernpunkt der Diskussion sind die Entwürfe des britischen Architekten Chippenfield, der ein Eingangsgebäude für die Bauten auf der Museumsinsel plant.

Dies soll direkt vor dem Neuen Museum entstehen, dass Chipperfield derzeit behutsam wiederaufbaut.

Ein neues Eingangsgebäude entzweit

Der „Berliner Louvre" ist von Chipperfield, ganz im Gegensatz zu den historischen Gebäuden, in zeitgenössischer Architektur geplant. Mit diesem Begriff ist - in Anlehnung an die gläserne Pyramide vor dem Louvre in Paris - das zentrale Eingangsgebäude für Besucher gemeint.

Das Gebäude mit viel Glas, soll Schaufenster dieses Museumskomplexes werden und vor allem auch dann noch lebendig sein, wenn die Museen längst geschlossen haben. Es soll als Veranstaltungs- und Informationszentrum und als Ort für Sonderausstellungen fungieren. Das Museumsverständnis des 21. Jahrhunderts ist heute ein anderes ist, als das des 19.Jahrhunderts, die den heutigen Besucheransturm nicht bewältigen können.

Die Wettbewerbsideen des britischen Architekten David Chipperfield für die James-Simon-Galerie, so der Namen, des Eingangsgebäudes, stießen bei einer Reihe von Berlinern auf wenig Gegenliebe.

Prominente Mitstreiter

Die Bürgerinitiative „Rettet die Museumsinsel" von Annette Ahme fand schnell prominente Mitstreiter: „Wer wird Millionär" - Mann Günter Jauch, Lea Rosh, dem Verleger Wolf Jobst Siedler und dem Historiker Arnulf Baring machen mit.

Ihre Befürchtung: dass mit einem neuen Eingangsgebäude vor dem Neuen Museum der Status der Insel als „Weltkulturerbe" auf dem Spiel stehe. Sie führt weiter aus, dass die Unesco beim Antrag auf den Weltkulturerbe-Status nicht von den Neubauplänen informiert wurde," was wiederum von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, als Hausherrin der Museumsinsel als unzutreffend bezeichnet wird.

Mit einem Volksbegehren will man nun die Pläne kippen. Der Architekt und die Auftrag gebende Stiftung sind auf die Kritik eingegangen.

Die Stiftung spricht inzwischen von einem „Rohentwurf". Seit Monaten arbeite, so hieß es dort, der Architekt David Chipperfield, an einer Planüberarbeitung. Diesen will er im Herbst präsentieren.

In diesem Streit stehen wie häufig in letzter Zeit zwei Positionen gegenüber: Die einen, die die Erweiterung von historischen Bauten durch zeitgenössische Architektur vertreten versus die Fraktion, die sich an historische Vorbilder oder historisierende Architektur hält.

Neue Planung vorgelegt


Inzwischen hat David Chipperfield seine neuen Planungen für die James Simon Galerie vorgelegt.

Wenn Sie mehr Informationen darüber haben wollen dann drücken Sie bitte auf das orange unterlegte Neue Pläne und sie gelangen zu einer ausführlichen Dokumentation über die neuen Vorstellungen des Architekten und der Reaktionen darauf.

comments powered by Disqus
Anzeige

Berlin-Magazin.info

Das Magazin für Freunde und Interessierte der schönen Hauptstadt Berlin

Von Kreuzberg bis Charlottenburg: Zur besseren Orientierung werden die Berliner Bezirke vorgestellt.

... mehr über die Berliner Bezirke

Berlin-Magazin bietet außerdem...

... Interviews

... Sehenswertes

... Nachtleben

... Business

... viele weitere Infos zu Berlin!

Von wegen Bouletten, Eisbein, Currywurst. Die Berliner Gastronomie greift nach Sternen und Kochhauben. berlin-magazin.info sagt Ihnen, wo Sie die besten Restaurants der Stadt finden

...mehr zur Berliner Gastronomie

Anzeige