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21.12.20

Erste Einblicke in das Humboldt Forum im Berliner Schloss

Ein neues Stück Berlin geht an den Start

Westfassade (© SHF / Foto: Christoph Musiol)

Das Humboldt Forum ist fertiggestellt und wurde zur Nutzung an den kulturellen Betrieb übergeben. Nach dem von Bund und Ländern verlängerten Lockdown sowie den Beschlüssen des Berliner Senats konnte das Haus jedoch nicht wie geplant am 17. Dezember 2020 mit seinen Ausstellungen und Programmen für das Publikum öffnen. Auch der Schlüterhof und die Passage müssen vorerst geschlossen bleiben. 

Architketonisch nimmt das Humboldt Forum die barocken Fassaden des 1950 gesprengten Berliner Schlosses auf und verbindet sie mit modernen Stilelementen. In seiner Neuinterpretation bildet Architekt Franco Stella eine kontrastreiche Einheit. Mit dem öffentlichen Schlüterhof und der neu geschaffenen Passage, einem Fußgängerdurchgang quer durch das Gebäude, öffnet er das Humboldt Forum zu einem lebendigen Stadtquartier. Franco Stella: „Das Berliner Schloss war der stadtbaulich-architektonische Regisseur der Straße Unter den Linden und der Museuminsel. Mir ist wichtig, dass durch die Rekonstruktion seiner barocken Bauteile wieder die Beziehungen zwischen den prominentesten Bauten und Plätzen der Mitte Berlin erlebbar werden: Der einstige Stadtregisseur kommt als Lehrer der Stadtgeschichte zurück. Rekonstruierte und moderne Baukörper – mit je unverkennbarer Formensprache – verweisen auf den Ort mit seiner spannungsvollen Geschichte und fügen sich zu einem einheitlichen Gebäude mit vier immer offenen Portalen nach zwei inneren prächtigen Plätzen.“

Die neuen Außenanlagen erschließen weitere Zugänge zur historischen Mitte Berlins. Sie wurden vom Land Berlin bzw. dem Treuhänderischen Entwicklungsträger, der DSK, im Rahmen der Entwicklungsmaßnahme Hauptstadt Berlin Parlaments- und Regierungsviertelgebaut. Der aus einem Wettbewerb hervorgegangene Siegerentwurf des Büros bbz Landschaftsarchitekten stellt die gestalterische Grundlage dar. So ist an der Ostseite ein neuer öffentlicher Stadtplatz an der Spree entstanden: Eine große Freitreppe sowie zwei 90 Meter lange Rampen verbinden den Uferweg an der Spree, die Spreeterrassen mit dem Spreebalkon oben vor dem Humboldt Forum. All dies, der Baumhain und die bereits fertiggestellte, mit breiten Mauern aus Naturstein eingefasste Terrasse, ist ab dem 17. Dezember 2020 zugänglich und zu erleben.

2002 hatte der Deutsche Bundestag den Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Humboldt Forum entschieden. Eine fraktionsübergreifende Mehrheit folgte der Empfehlung der internationalen Expertenkommission Historische Mitte Berlin für ein Museums-, Wissens- und Begegnungszentrum in der Kubatur und mit drei der barocken Außenfassaden des Berliner Schlosses. Den ersten Preis hatte der italienische Architekt Franco Stella 2008 gewonnen. 2013 erfolgte die Grundsteinlegung mit Bundespräsident Joachim Gauck. Die für den Bau des Humboldt Forums aktuell budgetierten Kosten liegen bei 644 Mio. Euro, von denen der Bund 532 Mio. und das Land Berlin 32 Mio. Euro übernehmen. 80 Mio. Euro werden für die Rekonstruktion der barocken Fassaden ausschließlich durch Spenden privater Förder*innen finanziert. Bis zur endgültigen Fertigstellung und Abrechnung des Bauvorhabens wird gegenwärtig mit zusätzlichen pandemiebedingten 33 Mio. Euro gerechnet, sodass sich die Gesamtkosten für das Vorhaben auf 677 Mio. Euro addieren würden. Zusätzlich wurden für „bauliche Optionen“ (vollständige historische Rekonstruktion der Kuppel und der Innenportale 2,3 und 4 mit Durchgängen) etwa 20 Millionen Euro gespendet. Die Kosten umfassen den Bau, die gesamte Ausstellungsgestaltung der Dauerausstellungen sowie die komplette Ersteinrichtung aller Werkstätten und Büros.

Inspiriert von seinen Namensgebern Alexander und Wilhelm von Humboldt und deren Freude daran, die Welt mit offenen Augen zu erkunden und sie als ein verflochtenes System von Natur und Kultur zu verstehen, entsteht mit dem Humboldt Forum ein neuer Ort des Erlebens, des Lernens und der Begegnung. Ein Haus, vier Akteure: Die angestrebte Vielstimmigkeit ist bereits in der Zusammenarbeit der Partnereinrichtungen angelegt. Dies sind die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) mit dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB), Kulturprojekte Berlin und Stadtmuseum Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss (SHF).

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