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10.10.18

BerlinZElT - Geschichte kompakt Berlin

Neue Dauerausstellung im Märkischen Museum: modern, multimedial, überraschend

Mauerbau Berlin

Walter Schulze, Mauerbau in Berlin / Sicherung der Grenze / Ein Soldat und spielende Kinder, Berlin, 13.08.1961 © Stiftung Stadtmuseum Berlin | Reproduktion: Oliver Ziebe, Berlin

 

Seit dem Sommer 2018 präsentiert das Märkische Museum seine neue Dauerausstellung BerlinZElT — Geschichte kompakt und nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Zeitreise in die prägendsten Kapitel der Stadtgeschichte. Dabei wird Berlin anhand von 18 historischen Momenten als Stadt der Vielfalt und der Offenheit, aber auch als Stadt der radikalen Veränderung thematisiert. Auf zeitgemäße Weise wird Berliner Geschichte lebendig und interaktiv vermittelt.

Die neu konzipierte Dauerausstellung zeichnet sich durch eine klare Chronologie aus, die sich an herausragenden Ereignissen orientiert und diese aus wechselnden Perspektiven betrachtet. „Wir wollen damit Anknüpfungspunktefür unterschiedlichste Besuchergruppen bieten und über vielfältige partizipative Angebote dazu einladen, am kulturellen Leben und Erbe Berlins teilzuhaben und teilzunehmen. " erläutert Paul Spies, Direktor des Stadtmuseums Berlin.

Berlin verstehen — in knapp einer Stunde

Drei Leitgedanken prägen die neue Dauerausstellung: Stadtentwicklung durch Zerstörung, Konflikt zwischen Staat und Stadt bzw. Herrscher und Untertanen sowie Vielfalt und Toleranz.

Dabei konzentriert sich der chronologische Rundgang im ersten Obergeschoss auf zentrale Eckpunkte der Berlin-Geschichte von der Eiszeit bis heute, denn BerlinZElT soll in maximal einer Stunde für alle Interessierten die Geschichte und das Wesen der Stadt verständlich machen.

Der Rundgang beginnt mit einem visuellen Highlight. Ein großformatiger Stadtplan im Comic-Stil visualisiert auf den ersten Blick unterschiedliche Geschichten, Gebäude und Objekte der Stadt. Im selben Raum lädt Paul Spies das Publikum zu einer filmischen Radtour durch „sein" Berlin ein. Speziell für Kinder gibt es ein interaktives Quiz rund um Berlins Töne, Klänge und Geräusche.

In den folgenden Ausstellungsräumen repräsentieren bemerkenswerte archäologische Einzelfunde die historischen Momente weit über die Gründung der Stadt hinaus. In mehreren Räumen widmet sich die Ausstellung der Geschichte Berlins seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Gezeigt werden unter anderem einige erst vor wenigen Jahren auf dem Tempelhofer Feld geborgenen Reste des ehemaligen KZ Columbia-Haus. Der letzte Raum des Rundgangs thematisiert die Veränderungen, die der Mauerfall 1989 mit sich brachte.

Verweilen und Vertiefen
Das zweite Obergeschoss des Märkischen Museums, in dem sich mit der Waffenhalle, dem Zunftsaal und der Gotischen Kapelle historische Stimmungsräume aus der Anfangszeit des 1908 eröffneten Museums befinden, wurde als Ruhe- und Vertiefungsebene der Ausstellung nur behutsam verändert, um den einzigartigen Charakter des Hauses zu bewahren.

Mit der herausragenden Sammlung mechanischer Musikinstrumenten bleibt ein Highlight der bisherigen Dauerausstellung erhalten. In direkter Nachbarschaft lädt eine Jukebox aus dem Jahr 1962 anhand von 80 digitalisierten Titeln zu einer akustische Reise durch die letzten 70 Jahre Musik aus und über Berlin ein.

Um Einblicke in die Vielfalt der mehrere Millionen Objekte umfassenden Sammlungen des Stadtmuseums Berlin zu bieten, wird im Raum „Berlin heute" ein „Objekt des Monats" vorgestellt. Im „Foto-Grafischen Kabinett" werden Grafiken und Fotografien zu wechselnden Themen präsentiert. Den Anfang macht hier der berühmte „Pinselheinrich" Zille.

Partizipation und Innovation
Grundlegend für die Konzeption von BerlinZEIT war der Gedanke, ganz unterschiedlichen Besucherinnen und Besuchern jeden Alters einen leicht verständlichen und unterhaltsamen Zugang zur Berliner Geschichte zu bieten: Familien wie Individualisten, hier Geborenen wie den vielen Neuberlinerinnen und -berlinern.

Ein ganz besonderes Highlight und wesentlicher Bestandteil der Ausstellung ist der Audioguide, der entlang ausgewählter Objekte durch die Stadtgeschichte führt. Hier kommen Berlinerinnen und Berliner aus Vergangenheit und Gegenwart zu Wort - wie der Rapper Romano, der auf ganz eigene Art und Weise seine LieblingsExponate vorstellt.

An vier historischen Momenten experimentiert BerlinZElT mit aufwendigen Medieninstallationen: „Eiszeit" bietet einen interaktiven Zugang zu den Auswirkungen der jüngsten Kaltzeit im Berliner Raum, „Zeitrad" erlaubt den historischen Vergleich mit anderen Metropolen und „Zerstörtes Berlin" gibt einen detaillierten Blick auf die Verwüstung der Berliner Ouartiere im Zweiten Weltkrieg.

Die „Berlin Wall of Sound" bietet ein außergewöhnliches Klangerlebnis und soll vor allem der jüngeren Generation eine emotionale Begegnung mit Mauerbau und Mauerfall ermöglichen.
 
Adresse:    Am Köllnischen Park 5 1 10179 Berlin
Infoline:    Tel. (030) 24 002-162 | info@stadtmuseum.de
Eröffnung: Sonntag | 10.06.2018 1 14- 22 Uhr
Laufzeit:    10. Juni 2018 bis auf weiteres
Öffnungszeiten:    Di -So 1 10 — 18 Uhr
Eintritt:    7,00 / erm. 4,00 Euro







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