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19.07.19

Ausstellung „Moon Walk“ im Naturkundemuseum Berlin

Mondprobe der NASA kommt von Houston nach Berlin

Tanja Mohr-Westheide zeigt die eigens aus Houston geholte in Harz gegossene Mondprobe, die bis zum 11. Oktober 2019 im Berliner Naturkundemuseum zu sehen ist (Foto: Carola Radke)

 

Nur 118 Gramm Basaltgestein und doch ein großer Schritt für die Menschheit: Zum 50. Jahrestag der ersten Mondlandung zeigt das Museum für Naturkunde Berlin ab dem 20. Juli 2019 die Mondprobe 70035.41 aus dem NASA Johnson Space Center in Houston. Das etwa 3,7 Milliarden Jahre Lavagestein ist Teil einer kleinen Themen-Ausstellung im Foyer des Naturkundemuseums.

„Moon Walk – 50 Jahre Mondlandung“ betrachtet die Bedeutung der Mond-Missionen Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre für die heutige Weltraumforschung. Tanja Mohr-Westheide, Impakt-Forscherin am Museum für Naturkunde Berlin, hat die Mondprobe dafür eigens im NASA Johnson Space Center in Houston, Texas, abgeholt. Die in Harz gegossene Probe ist bis zum 11. Oktober 2019 als Leihgabe in der Ausstellung zu sehen.

„Der Mond dient Forscherinnen und Forschern als Referenz: Seine Krater und Gesteine sind ein Archiv von Einschlag-Ereignissen, die im selben Zeitraum auf der Erde stattgefunden haben – jedoch nicht mehr sichtbar sind. Mondproben sind deshalb noch nach Jahrzehnten für die Wissenschaft interessant“, sagt Professor Kai Wünnemann, Leiter der Abteilung "Impakt- und Meteoritenforschung" im Forschungsbereich "Evolution und Geoprozesse". So geben die Mondproben sowie die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Apollo-Missionen Aufschluss über Entstehung und Entwicklung des Mondes und der Erde.

Die ausgestellte Mondprobe wurde von einem Astronauten der Apollo-17-Mission eingesammelt, der an der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg trainiert wurde. Dieter Stöffler, späterer Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin, schulte im Sommer 1970 in einem etwa 26 Kilometer großen Einschlagkrater im Nördlinger Ries mehrere Astronauten, besondere Gesteinsformen zu erkennen und Proben zu entnehmen. Die Teams der Apollo 14 und Apollo 17 durchliefen dieses Feldtraining.

Am 21. Juli 1969 um 3:56 Uhr deutscher Zeit betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Wie wichtig sind die Apollo-Missionen für die Forschung? Was hat der Mond mit der Entstehung des Lebens auf der Erde zu tun? Wer tiefer in die Mond-Forschung eintauchen möchte, kann 50 Jahre später direkt mit Expertinnen und Experten aus Planetologie, Meteoritenforschung und Kosmochemie und Physik ins Gespräch gehen: Von 11 bis 16 Uhr beantworten sie am Samstag, den 20. Juli, anlässlich des bevorstehenden Jubiläums die Mond-Fragen von Besucherinnen und Besucher im Museum für Naturkunde Berlin.

Hintergrund
Weltweit gibt es insgesamt 382 Kilogramm Mondproben der Apollo-Missionen, 301 Gramm von den Luna-Missionen sowie 229 Kilogramm Mondmeteorite. Sie sind Gegenstand der geologischen, mineralogischen und physischen Forschung zu der Entstehung des Planetensystems. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Museums für Naturkunde Berlin analysieren hierfür Meteoriten, beobachten Krater auf planetaren Oberflächen und erstellen Computersimulationen. Hierzu arbeiten sie eng in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Netzwerk zusammen, zu dem ebenfalls die Freie Universität zu Berlin, die Technische Universität Berlin, die Westfälische Wilhelms-Universität Münster und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt gehören.







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