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Teltower Rübchen erleben ein Comeback
Regionales kommt gut an



Teltower Rübchen erleben ein Comeback © Peter Seiler

Das kleine, ein wenig unansehnliche märkische oder auch Teltower Rübchen ist schon seit dem Mittelalter bekannt. Bis zum Jahr 1711 wurde das weiße Rübchen nur von einigen wenigen Teltowern teils in Gärten, teils auf freiem Feld angebaut.

Der Ertrag dieser wohlschmeckenden Rüben war so gering, daß man sie in Körben nach Berlin zum Verkauf trug. Doch nachdem Teltow 1711 durch eine Feuersbrunst völlig zerstört wurde, machte man sich Gedanken, womit man neu beginnen sollte.

Neustart
Alte Teltower erinnerten sich an das Teltower Rübchen, das sich in Geschmack und Aroma von anderen Rübchensorten unterschied. Im Geschmack steht eine  rettichähnliche Schärfe, die kombiniert ist mit einem Süßeindruck und einem Hauch gekochter Kartoffeln.

Hinzu kam, daß dieses Rübchen erst Ende August auf bereits abgeernteten Feldern (z.B. Roggenfeldern) gesät und ab Oktober bis in den Dezember hinein geerntet wurde.

Teltower Rübchen wird Delikatesse
Sie kultivierten das Rübchen mit der eigenen brandenburgischen Zähigkeit und schon bald wurde es in Europa zu einer berühmten Delikatesse. Bis zum russischen Zarenhof gelangte die "Brassica rapa sativa mima teltoviensis", so der biologische Name der Rübe. Und Carl Friedrich Zelter, damals Direktor der Berliner Singakademie, ließ seinem Freund Goethe regelmäßig das Rübchen zukommen.

Comeback
In der DDR Zeit vernachlässigt, feiert das Rübchen ein Comeback in Küchen und Kantinen Berlin und Brandenburgs. Es hat sich sogar ein Teltower Rübchen e.V. zur weiteren Verbreitung derselben gegründet.

Heute gelten als Anbaugebiete die Gegenden im Großraum Teltow, die Kreise Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark bis an die Havel heran.

Sehnsucht nach Heimat

„Die Leute wünschen sich wieder ein Stück Heimat auf dem Teller“, sagt beipielsweise Enrico Hedt, Fachbereichsleiter Catering der VSG GmbH. Der Caterer bereitet täglich 7.000 Menüs zu, unter anderem für Kindergärten, Schulen und Betriebskantinen.

„Inzwischen werden in der Region hervorragende landwirtschaftliche Produkte erzeugt, oft auch in biologischen Anbau. Zunehmend arbeiten wir wieder mit frischen regionalen Produkten. Das ist der Trend“, so Hedt.

Deftige Brandenburgische Küche
Die brandenburgische Küche ist deftig und gesund. Die Region ist bekannt für seinen Fisch. Hecht, Zander, Aal und Karpfen: die Flüsse und Seen geben viel her. Urtypsich sind auch viele Gemüse- und Obstsorten wie Beispiel Beelitzer Spargel, Weißkohl und die Spreewaldgurke. Lange Lieferwege bleiben aus. Das spart Benzin und Diesel, und schont die Umwelt.

„Wir sehen nicht ein, einen Apfel aus einem entlegenen Winkel Deutschlands oder aus dem Ausland heranzuschaffen, wenn er genauso gut vor unserer Haustür wächst“, erklärt Enrico Hedt, „Zumal es hier beliebte Produkte gibt, die woanders nicht wachsen, wie das Teltower Rübchen“, so Hedt.

Regionale Lebensmittel geben Verbrauchern Sicherheit.  Die VSG steht in engem Kontakt mit den Landwirten vor Ort. Hedt: „So können wir genau nachvollziehen woher ein Produkt kommt. Das schafft Vertrauen.

Rezept
Der Verein Teltower Rübchen e.V. sieht sein Produkt als Feinschmeckergemüse an: Hier ein Rezept:   
"Das Feingemüse passt als Beilage geschmort zu Ente, Gans, Lamm, Geflügel und anderen Fleischgerichten. Versuchen Sie einmal das folgende märkische Rezept:

Zutaten für vier Personen:     
1,5 kg Teltower Rübchen
80g Butter und
50 g Zucker
¼ l Fleischbrühe
Bratenfond, Essig oder frische Petersilie
Anleitung     
1,5 kg Teltower Rübchen putzen und in Salzwasser 15 bis 20 Minuten lang garen, sodass sie noch etwas „Biss" haben. In einer Pfanne oder Kasserolle 80g Butter und 50 g Zucker braun dünsten, mit ¼ l Fleischbrühe ablöschen, die Rübchen zugeben und unter sanftem Schütteln von allen Seiten braun glasieren.
Wer will, gibt noch etwas Bratenfond, Essig oder frische Petersilie hinzu.
Heiß servieren.

Tipp:     

Versuchen Sie einen Eintopf mit Teltower Rübchen als Hauptgericht. Zusammen gekocht mit Schweinefleisch, Kartoffeln und etwas Brühe, abgeschmeckt mit saurer Sahne und Petersilie ist dies ein schmackhaftes Herbstgericht.



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