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Welt der Schokolade und des Naschzeug


Schon früh wurden für die zarteste Versuchung geworben
© Museum Domäne Dahlem


Die Domäne Dahlem an der Königin-Luise-Straße nennt sich scherzhaft "einziger Bauernhof der Welt mit direktem U-Bahnanschluss". In der Tat hält direkt vor dem großzügigen Gelände die U-Bahn die Linie 3 "Dahlem Dorf".

In alten Herrenhaus der großzügigen Anlage, die seit einigen Jahren zur Stiftung Stadtmuseum gehört und damit den Begehrlichkeiten der Bebauung der angrenzenden Felder vorerst entzogen werden konnte, läuft eine Ausstellung, die Kinder und Erwachsene ebenso erfreuen dürfte. Es geht um die Welt der Nascherei und der Schokolade. Pralinen, Bonbons, Pudding, Kekse, Kuchen, Torten, Schokolade - es ist ja nicht so, dass nur Kinder sich in diese Welt hereinknien.

Die deutsche Süsswarenindustrie ist ein großer Wirtschaftszweig - rund 11,5 Milliarden Euro werden jährlich in deisem Bereich umgesetzt und rund 3,5 Millionen Tonnen Naschwerk produziert. Gut zu wissen, dass davon immerhin  38 Prozent exportiert werden.

Die Ausstellung nähert sich diesem Thema jedoch nicht von der wirtschaftlichen, sondern von der kultur(historischen) Seite. Sie zeigt seltene und außergewöhnliche Exponate wie eine historische Zuckerlade aus dem frühen 19. Jahrhundert oder die Schokoladenschallplatte der Firma Stollwerck von 1903.

Aber auch alltäglich und vertraut Wirkendes wirft spannende Fragen für die Besucher a auf: Seit wann etwa gibt es lila Kühe, wer hat die Milchschokolade erfunden und was haben Zwerge mit Schultüten zu tun?

Noch im 19. Jahrhundert waren Pralines, Bonbons und Schokoladen kleine Kostbarkeiten und auch bis zum 2. Weltkrieg teure Genussmittel, für die entsprechend aufwändige Verpackungen künstlerisch gestaltet wurden. Ob handbemalt, mit Velourspapier, Samtimitat oder Goldstoffen bezogen und gefüttert oder auch mit zusätzlichen Bändern und Rosetten versehen, luxuriöse Verpackungen stellten ein werbendes Versprechen für ihren Inhalt dar – und sind bis heute in ihrer verschwenderischen Fülle ein Augenschmaus.  

Schon früh Werbung
Auch Reklameschilder der letzten hundert Jahre zeigen anschaulich, welchen Anteil die ergänzende Verführung der Werbung fürden wachsenden Konsum an Süßwaren hatte und hat. Jegliches Nasch- und Backwerk wird erst süß durch Zucker. Erst mit der Methode Zucker aus Rüben zu gewinnen, wurde die "Süßigkeit" zur Massenware.

Denn lange Zeit war – außer Honig und süßen Früchten– der Rohrzucker aus Übersee, dessen Anbau und Gewinnung eng mit der Geschichte der Sklaverei verknüpft ist, die einzige Quelle.

Erst im 18. Jahrhundert gelang die bahnbrechende Erkenntnis, dass und wie auch auseinheimischen Rüben das „Weiße Gold“ gewonnen werden konnte.

So entstand nach und nach eine Vielfaltsüßer Produkte, deren handwerkliche Herstellung – Zuckerbäckerei, Konditorei, traditionelle Eisproduktion –die Ausstellung ebenso zeigt, wie die zunehmenden Möglichkeiten der Verarbeitung im häuslichen Bereich.

Gerüche
In einem Geruchskabinett können Groß und Klein gemeinsam ihre Nasen testen und süße Düfte erraten, wie überhaupt viel Raum für kindliche Entdeckungslust gegeben ist.

Die bunte Inszenierung „Zuckertüten-Himmel“ thematisiert den deutschen Brauch der Schultüten, und das Ratespiel „Wie viel Zucker ist hier drin?“macht Spaß und vermittelt zugleich einige überraschende Erkenntnisse.

Und auch Pippi Langstrumpf ist hier„anzutreffen“: Mit ihr warb die Berliner Schokoladenfirma Sarotti 1973 bei Kindern für Ihre Schokolade.

Die Ausstellung ist als Kooperationsprojekt des Ausstellungsverbundes „Arbeit und Leben“ in Regie des Schleswig-Holsteinischen Freilichtmuseums entwickelt worden.

Freilichtmuseum Domäne Dahlem
Stiftung Stadtmuseum Berlin
Königin-Luise-Str. 49  14195 Berlin
Tel.: 030 -  666300-0
mail: museum@domaene-dahlem.de
Ausstellung: 3. April bis 31. Dezember 2008
Öffnungszeiten:
Mi – Mo 10-18 Uhr
Museumseintritt: 2,- / ermäßigt 1,- Euro, mittwochs Eintritt frei
Erreichbarkeit: U3 Bhf. Dahlem Dorf, Busse 110, X11, X83



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