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Francesco Stella baut Humboldtforum in Berlin
Jury hat entschieden



Die Reste von Erichs Lampenladen, wie der Palast der Republik im Volksmund genannt wurde, sind bald verschwunden. Dann soll hier das Humboldt-Forum entstehen. © Gesa Giering-Jänsch

Der italienische Architekt Francesco Stella wird das geplante Humboldtforum auf dem Schlossplatz in Berlin bauen. Das entschied die Jury am Freitag, den 28. November in Berlin. Und zwar einstimmig.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) teilte dies am Freitag in Berlin mit. Neumann würdigte den Siegerentwurf als "schlüssiges und tragfähiges Gesamtkonzept". Er besteche durch "eine kluge architektonische Verknüpfung von Alt und Neu, von moderner Nutzung und der Rekonstruktion des ehemaligen Schlosses".

"Wir haben einen engagierten Meinungsaustausch geführt. Die architektonische Herausforderung bestand darin, unter Einhaltung der Vorgaben des Bundestags die Rekonstruktion der barocken Fassaden des 1950 gesprengten Schlosses mit einer zukunftsweisenden, zeitgemäßen Nutzung an diesem bedeutsamen Ort zu verbinden", sagte Tiefensee, selbst Jurymitglied. "Das war eine schwierige und sehr komplexe Aufgabe. Der heute prämierte Entwurf löst sie auf überzeugende Weise.

Der erste Preis entspricht den hohen Anforderungen, die wir mit dem Wettbewerb gestellt haben. Die weiteren Preisträger bieten zu einzelnen Aspekten interessante Teillösungen. Ich freue mich sehr über dieses Ergebnis, gratuliere den Preisträgern und freue mich darauf, das Ergebnis dem Deutschen Bundestag vorzulegen und vorzuschlagen, den Startschuss für die Realisierung des Projektes zu geben."

Das Humboldtforum soll an drei Seiten die barocken Fassaden des Stadtschlosses erhalten.

Der Baubeginn ist für 2010 geplant, die Kosten werden mit 552 Millionen Euro veranschlagt. Die historischen Fassaden des Neubaus sind allerdings umstritten. Sie gehen auf einen Beschluss des Bundestages zurück.

In dem Gebäude will man die ethnologischen Sammlungen der Berliner Museen unterbringen sowie eine Auswahl aus den wissenschaftlichen Archiven der Humboldt-Universität zeigen. Außerdem soll ein Teil der Bestände der Zentral- und Landesbibliothek dort untergebracht werden.



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Die Stella Entwürfe:

So sehen die Entwürfe des italienischen Architekten Francesco Stella aus:





Quelle: © Bundesbauministerium
Streit über Umsetzung:

Die Jury stimmte noch einstimmig für den Stella-Entwurf. Der Entwurf Stellas sieht neben den vorgeschriebenen Schlossfassaden eine Rekonstruktion der Stüler-Kuppel mit der Schlosskapelle vor.

Die Ostfassade zur Spree hin soll ein zurückhaltender, durch eine Fuge vom historisierenden Neubau getrennter Block mit Loggien bilden, der nicht wie der ehemalige Renaissanceflügel des Schlosses direkt an das Spreeufer reichen wird.

Doch schon kurz nach der Entscheidung gab es den für Berlin so typischen Streit. Über die Innenausstattung gibt es unter Experten keine Einigkeit. Außerdem kritisierten Baufachleute die überzogenen Kosten, denn kaum ein Architelt habe sich an die vorgegebenen 552 Millionen Euro Baukosten gehalten. Wolfgang Wieland, Bundestagsabgeordneter der Grünen äußerte sich gegenüber dem Berliner Tagesspiegel wie folgt: "Wie sich Francesco Stella das Schloss vorstellt, wird es nicht gebaut. Andere Entwürfe für das Humboldt-Forum hätten wesentlich bessere Lösungen vorgeschlagen." Deshalb werde die Diskussion jetzt erst recht weitergehen.

 


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