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Die missbrauchte Hauptstadt

Die missbrauchte Hauptstadt, Hitler und Berlin von Thomas Friedrich,
Propylaen, Mai 2007
624 Seiten, € 26,00 Mit 32 Seiten s/w-Bildteil, Gebunden
Auf das Bild klicken, um zu bestellen.

Von Frank Tetzel

Hitler, der verhinderte Architekt, sein Baumeister Speer und eine Stadt, die der braune Diktator nach seinem Willen in die Hauptstadt Germania umformen wollte – soweit ist die Geschichte auch allgemein bekannt. Hitlers merkwürdige Hassliebe zu Berlin, das er das erste Mal schon 1916 während eines Fronturlaubs besuchte, war bislang nur ganz wenigen Menschen geläufig.

Projektionsfläche für Strategien
Das Berlin der zwanziger Jahre, so beschreibt es der Historiker Thomas Friedrich in seinem Buch „Die missbrauchte Hauptstadt“, wurde die Projektionsfläche für die braunen Rituale, Propagandastrategien und Verfolgungsaktionen von Kommunisten, Sozialdemokraten und weiteren Andersdenkenden.

Von der Splitterpartei zur Massenbewegung
Vor allem Josef Goebbels, der von Hitler eingesetzte Gauleiter für Berlin, verfeinerte und ziselierte die Nazimethoden in den zwanziger Jahren immer stärker. So wurde, vor dem Hintergrund der Großstadt Berlin, aus einer Splitterpartei eine Massenbewegung. Das Hauptaugenmerk legt Thomas Friedrich auf die Zeit vor 1933, die ein Großteil des klugen und sehr umfangreichen Buches umfassen.

Hitlers komplexes Verhältnis zu Berlin
Dass das Verhältnis Hitler zu Berlin komplex und widersprüchlich war, versucht der Autor unter Zuhilfenahme vieler Quellen zu belegen. Dass vieles, was zum Verhältnis Berlin – Hitler durch ein Teil der Geschichtsdeutung psychologisiert wurde, von Friedrich wieder zurecht gerückt wurde, ist das Gute an diesem Buch, weil es sehr kundig entmystfiziert.

Für den Stadthistoriker Friedrich steht das politische Kalkül, die rein rationale Strategie zum Machterwerb, im Mittelpunkt der Beziehungen zwischen Hitler zu Berlin – zusammenfassend ein „instrumentelles Verhältnis".

Standardwerk
Für den historisch interessierten Leser ist das Buch ansprechend geschrieben, wenn auch die eine oder andere Stelle, ob ihrer Quellenlastigkeit und Akademisierung ein wenig aus den Fugen geraten ist. Zudem hätte sich der Autor, der ein Gesamtbild darstellen wollte, den einen oder anderen Exkurs sparen können.

Dennoch, das Buch kann sich zum Standardwerk nicht nur für die Berliner Bibliotheken zu diesem Thema entwickeln. Eine historische Lücke hat der Autor allemal geschlossen.

 

Wie man Aufträge angelt und mit Fischen spricht...

Wie man Aufträge angelt und mit Fischen spricht...
Volker Remy
Graco Verlag
1.Auflage 2007
€ 14,98
Um zu bestellen auf das Bild klicken.

von Frank Tetzel

Immer mehr Hechte schwimmen im Teich um sich die Karpfen zu schnappen, so oder ähnlich würde Volker Remy, Autor der Buches „Wie man Aufträge angelt und mit den Fischen spricht“, die Situation im Neugeschäft wohl beschreiben.

Akquise-Strategien sind nicht nur bei Kommunikations-Dienstleistern eigenen Gesetzmäßigkeiten unterworfen. Und die grundsätzlichen Fragen der Branche, wie man Neugeschäft am besten beginnt, wird in zahlreichen Internetforen eifrig diskutiert. Tausend Experten, mindestens zweitausend Meinungen.

Kleiner unaufdriglicher Leitfaden
Nun ist das Buch von Autor Remy nicht die zweitausendste Meinung, sondern ein hübscher Leitfaden für diejenigen aus Werbe,- PR- oder Internet-Agenturen, für Berater und Freelancer, aber auch für Klein- und Mittelunternehmer aus anderen Branchen, die professionell auf Kundenfang gehen. Der Autor meint, es bedürfe einer ganz ausgeklügelten Form des Kundenangelns. Und er sagt: Ohne strukturierte Form geht es nicht!

Umsetzbare Akquisestrategien
Interessant: Remy bietet sofort umsetzbare Akquisestrategien, die über das klassische Golfplatz- oder Eventgespräch hinaus gehen. In leicht nachvollziehbaren Schritten erfährt man, wie man neue Aufträge und somit neue Kunden erfolgreich an Land zieht.

Tausendmal gehört? Tausendmal probiert? Mag ja sein, aber nicht nur für die Youngster der Branche sicherlich immer noch eine spannende Lektüre.

Wie bereitet man sich auf die Akquise richtig vor? Wie schreibt man spannende Erstkontaktbriefe? Wie telefoniert man mit Entscheidern, um einen Gesprächstermin zu bekommen?

Remy beschreibt einen weiteren zentralen Punkt: Das Thema Präsentation. Wie präsentiert man heute überzeugend und erfolgreich? Das sind die Kernthemen, die das Buch unterhaltsam abdeckt.

Als langjähriger Marketingverantwortlicher in Unternehmen bin ich überzeugt: Hielten sich nur ein Teil der „Auftragsfischer“ an nur einige Empfehlungen des Autoren, würden auch die Marketer in Unternehmen von viel Schrott verschont werden.

Ein besonderes Augemerk lenkt Remy auf den Weblog als Akquiseinstrument. Ein nicht ganz unumstrittenes Thema, zweifelsohne. Ich denke jedoch, dass hier jemand eine fundierte Meinung kundtut.

 

Nachschlagewerk für den Schreibtisch

TOP 500 Berlin/Brandenburg, hrsg. von Christel Harthaus und Werner Plötz, DiB AG, 2006. € 69,00
Klicken Sie auf das Bild zum Bestellen.

von Frank Tetzel

Berlin ist eine Stadt der Netzwerker. Umso wichtiger ist es zu wissen, wer in der Hauptstadt was darstellt, oder noch besser: was ist. Die 500 wichtigsten Menschen Berlins sind im Hauptstadtbuch „Plötz TOP 500“ zusammengefasst.

Entscheidend ist: Das Buch führt die Kommunikationsdaten der TOP 500 auf und so wird das Nachschlagewerk schnell zu einem unersetzlichen Medium für Entscheider, die viel mit anderen Entscheidern zu tun haben. Auch wenn es ein Internetabo gibt, die gedruckte handliche, wenn auch dicke Version des Buches mit annähernd 650 Seiten, ist meines Erachtens in diesem Fall das bessere Handwerkszeug als die Computermaus.

Ich habe es auf alle Fälle immer griffbereit, rechts neben der Tastatur meines Computers. Übrigens gleich neben dem Rechtschreibduden. Neu aufgenommen wurde von den Herausgebern Christel Harthaus und Wolfgang Plötz in ein Kapitel, das führende Köpfe der jungen Generation – Young Leaders – vorstellt.

Das Buch kostet 69 Euro und ist als Buchausgabe oder durch Freischaltung im Internetportal Plötz TOP 500 Berlin/Brandenburg erhältlich.

 



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