Berlin ist das Tor zu Osteuropa. Zum Wochende kommen reiche Russen zum Shopping eingeflogen, es gibt einen regen Austausch zwischen der alten und der neuen Heimat. Und einiges davon spiegelt sich auch im Nachtleben wider.
Berühmt-berüchtigt ist die „Russendisko“ im Kaffee Burger von Wladimir Kaminer.
Der russische Literat und deutsche Vorzeigerusse ist mit seinem gleichnamigen Buch bekannt geworden und lädt alle zwei Wochen zu seiner russischen Party ein. Dabei legt der Hobby-DJ ausschließlich Musik aus seiner alten Heimat auf und der Wodka wird in großen Gläsern gereicht.Da verlieren die Gäste ihre deutsche Zurückhaltung und tanzen schon mal auf den Tischen.
Seit dem Dezember 2006 betreibt Kaminer nun auch das Rodina. Der Club logiert im S-Bahnhof Jannowitzbrücke in drei Backsteinbögen und lockt nicht nur mit seinem bezaubernden Spreeblick.
In den weiten Gewölben veranstaltet Wladimir Kaminer jede Menge Konzerte und natürlich auch osteuropäische Partys, denn nicht umsonst bedeutet Rodina auf Russisch „Heimat“.
Bei den Rendez-Vous-Partys wird hingegen selten auf den Tischen getanzt. Jede Woche steigt die Tanzveranstaltung für die deutsch-russische Elite in einer anderen Location der Stadt. Auf den Tischen stapeln sich stattdessen eher edle Champagnerflaschen und der teuerste Wodka.
Viele Frauen erscheinen in edelsten Designerstücken und es geht die Mär, dassso manch Oligarch extra für die wilden Partys nach Berlin fliegt, um die Champagnerkorken knallen zu lassen.
Im Panther an der Rosenthaler Straße kommt ebenfalls russische Stimmung auf. Das Restaurant serviert georgische Küche und am Wochenende beim „Salon Tbilisi“ auch die dazupassende Musik. Gleich einen Steinwurf entfernt befindet sich die Bar CSSR, wo bei „russisch Wasser“, wie man Wodka pur nennt, bis zum Sonnenaufgang über den Sinn des Lebens philosophiert werden kann.
Und am Hackeschen Markt lädt das Oxymoron jedes Wochenende zu bulgarischen, arabischen und russischen Feiern ein.
Der jüngste Neuzugang für die russische Gemeinde ist das Cascade, das im
Dezember 2006 eröffnet wurde. Benannt ist die Location nach der beleuchteten
Wasserkaskade, die neben dem Eingang die Treppen hinab läuft. Der weissrussische Besitzer hat keine Kosten und Mühen gescheut, um das Cascade langfristig zum besten Promi-Club der Stadt aufzubauen.
Neben dem beleuchteten Discoboden, protzt der Club mit Tapeten im Krokodil-Print und einem eigenen VIP-Raum.
Durch eine spezielle Glasfront können die VIP-Gäste in den Club schauen, selber aber nicht gesehen werden. Und wen die Partylust dann doch überkommt, der muss den Raum nicht verlassen, sondern kann auf Knopfdruck die Glasfront zur Seite schieben.