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Vom König in Preußen zum König von Preußen

Friedrich II., Sohn des Großen Kurfürsten, der sich seit 1701 Friedrich I., König in Preußen nannte, hatte die Absicht, Berlin zu einer Metropole europäischen Ranges auszubauen.

So entstand als geistiges Zentrum die Akademie der Wissenschaften. Zugleich zerrütten gigantische Projekte den Staatshaushalt: 1699 begann man mit dem Bau des Schlosses. Der Marstall, neue Kirchen, ein Krankenhaus, Stadtmauern, die Schlösser Charlottenburg und Niederschönhausen und ein Observatorium zur Beobachtung der Sterne wurden errichtet.

Als Friedrich der Erste 1713 starb, hatte er die gesonderte Verwaltung der inzwischen auf fünf angewachsenen Städte aufgehoben und die Stadt einer gemeinsamen Gerichtsverfassung unterworfen. Damit war der Grundstein für eine kontinuierliche, gemeinsame Entwicklung von Berlin endgültig gelegt.

Andererseits: Preußen stand nach dem Tod Friedrichs des Ersten vor dem Konkurs. Es war fast pleite.

Der Sparkommissar
Sein Nachfolger Friedrich Wilhelm I. ist das ganze Gegenteil. Schlichtheit und Strenge, Sparsamkeit, eben das typisch Preußische, waren die Tugenden dieses Königs.

Allerdings hatte er ein Faible für die Armee, er war es, der das Verhältnis zwischen Stadt, Militär und Gesellschaft neu prägte. Sein Programm drückte sich darin aus, dass er den „Lustgarten“ in einen Exerzierplatz umwandeln ließ und eine Manufaktur für Armeetuche errichtete. Die Armee verdoppelte er bis 1740 auf 80.000 Mann. Brandenburgs Bevölkerungszahl belief sich auf 2,25 Millionen Menschen.

Die Politik des Großen Kurfürsten, Emigranten ins Land zu holen, setzte auch Friedrich Wilhelm fort. Böhmische Glaubensflüchtlinge wurden in Rixdorf (Neukölln) angesiedelt.

1735 ließ der König eine Palisadenwand aus Holz um die Stadt ziehen, die verhindern sollte, dass Soldaten desertieren und Steuersünder fliehen konnten. Das Holz kam aus den benachbarten Wäldern, die Umgebung Berlins verkarstete, märkische Sanddünen türmten sich bis vor die Akzisemauer, wie die Palisadenwand genannt wurde, auf.

Es wäre falsch, wenn man sagte, Friedrich Wilhelm I. hätte nur seine Armee im Kopf gehabt. Während seiner Regierungszeit entstanden das Kammergericht (1735) und an die tausend neue Wohnhäuser, ferner ließ er die Friedrichstadt stark erweitern. Die Einwohnerzahl stieg auf etwa 90.000 Bewohner an.

Friedrich II. - der Große
Als am 31. Mai 1740 der achtundzwanzigjährige Friedrich II. die Nachfolge des verstorbenen Friedrich Wilhelm I., des Soldatenkönigs, antrat, waren viele Hoffnungen an den Thronwechsel geknüpft. Man wusste: Schon als Kronprinz war Friedrich ein ausgesprochener Kunstliebhaber, korrespondierte angeregt mit den berühmtesten Philosophen seiner Zeit und blies auch ganz ansprechend die Flöte.

Doch in einem hatte man sich getäuscht. Die Armee verringerte Friedrich, die Nachwelt nannte ihn später den Großen, nicht.

Im Gegenteil: Er verstrickte das Land in drei Kriege, zunächst fiel er in Schlesien ein, führte dann zwei weitere blutige Kriege, der letzte war der so genannte „Siebenjährige“, bis er schließlich Schlesien, diese reiche Provinz Österreichs, an sein Preußen angliedern konnte.

Während dieser Kriege war Berlin sogar einmal ein paar Tage von russischen und österreichischen Truppen besetzt.

Im Ganzen kam die Stadt aber sehr glimpflich über die Feldzüge hinweg, und Mitte des 18. Jahrhunderts brach ein wahrer Bauboom über die Stadt hinein.

Friedrich ließ die Oper, die königliche Bibliothek, den Dom, die Hedwigskirche und die Bauten um den Gendarmenmarkt errichten. Während Friedrichs Regentschaft entwickelte sich die Stadt zu einem Zentrum der deutschen Aufklärung.

Namen wie Mendelssohn, Nicolai, Lessing, aber auch die Salons von Henriette Herz und Rahel Levin bildeten den Hintergrund und den Nährstoff für die intellektuelle Gesellschaft der damaligen Zeit auch über Friedrichs Tod hinaus.

Als Friedrich der Große 1786 zu Grabe getragen wurde, war Preußen zwar in die Reihe der europäischen Mächte aufgerückt, doch eine Großstadt etwa vergleichbar mit Wien, Madrid, London oder Paris war Berlin mit seinen 150.000 Einwohnern deshalb noch lange nicht.

 



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