Schülerinnen und Schüler posieren erotisch vor der Kamera | |  Was würde Wilhelm von Siemens dazu sagen?
© Die Abiturienten des Wilhelm von Siemens Gymnasiums Stefan Kretz und Natalja Steblau
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Das Wilhelm von Siemens Gymnasium im Berliner Stadtteil Marzahn galt bislang als solide Bildungseinrichtung. Neuerdings macht die Lehranstalt aber Schlagzeilen. Nicht etwa weil dort Lehrer verprügelt werden oder sonstige Gewaltexesse herrschen. Nein, die Damen und Herren Abiturienten haben sich ausgezogen und posieren in lassziven Posen vor der Kamera.
Leicht bekleidet mit geschürzten Lippen, gesenkten Lidern oder Denkerstirn posierten die Schulabgänger in spe vor der Leinwand, auf dem weißen Flügel oder gar unter der Dusche.Herausgekommen sind ästhetische Schwarz-Weiss-Fotografien, die sich mehr als sehen lassen können. Die Berliner Druckerei Laserline fand das Projekt sehr überzeugend und sponserte den Druck des Kalenders.
Gut sehen sie aus, erwachsen sind sie - und sie brauchen Geld für ihre Abiturfeier. Drei gute Gründe für die Siemens-Schüler, sich vor der Kamera auszuziehen.
Schulleiterin Brunhilde Krumnow hat erstmal geschluckt, als sie von der Idee ihrer Schüler erfuhr. Doch sie hat sich überzeugen lassen, dass kein Billigprodukt entstehen sollte, das den Ruf ihrer Schule gefährden könnte, sondern ein hochwertiger Halbakt-Kalender, hinter dem ein ganzer Jahrgang ihrer Schule steht. 240 Jungen und Mädchen machen 2008 ihr Abitur am Wilhelm-von-Siemens-Gymnasium, 25 von ihnen sind auf den Fotos des Kalenders zu sehen, viele weitere halfen hinter den Kulissen.
Der Clou an der Sache: Es gibt eine Version für Jungs und eine für Mädels. Gelungen sind beide, und gefragt sind ebenfalls beide gleichermaßen. „Bis jetzt kann man nicht sagen, dass die Mädels oder die Jungen besser laufen“, sagt Anh Quynh Pham, Organisatorin und Model in Personalunion.
Professionell sollte der Kalender werden, und diesem Anspruch sind die Schüler gerecht geworden. Sowohl bei Styling und Technik als auch beim Fotografieren selbst wurde nichts dem Zufall überlassen. Dass die Idee insgesamt nicht ganz neu ist, wissen die Schüler. Spätestens seit dem Film „Kalender Girls“ hat die Idee zahlreiche Nachahmer gefunden.
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