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Ma Canrong verteidigt chinesisches Vorgehen

(FTe) Die Erwartungen waren hoch, als der chinesische Botschafter in Deutschland, Ma Canrong, sich das erste Mal öffentlich seit dem Ausbruch der Unruhen in Tibet äußerte.

Anlass war die berlinLounge, dessen Initiator Said Yasavoli, den chinesischen Botschafter zum Thema "Olympische Spiele"  zu dieser Informations- und Diskussionsplattform eingeladen hatte. Zum Zeitpunkt der Einladung stand das Thema Tibet jedoch noch nicht auf der Tagesordnung.

Umso größer war die Erwartung der etwa 120 Gäste aus Berliner Wirtschaft, Medien und Politik.  Bevor es überhaupt zum Auftritt kam, ließen sich streng blickende Sicherheitsbeamten sehen und auch die uniformierte Polizei war hochrangig vertreten. Aber eigentlich sind Berliner diesen Auftrieb gewöhnt und lassen sich nicht dadurch irritieren. Auch ein Teil des Berliner Alltages, der genauso dazugehört, wie die Sperrung der Protokollstrecken bei Staatsbesuchen.

Hin und wieder ist es schlau, auch einmal hinzuhören, was der chinesische Botschafter nicht gesagt hat oder zwischen den Zeilen seines Vortrages zu lesen.

Schon im Vorfeld hatte es Irritationen über die Anwesenheit von Kamerateams gegeben und der chinesische Botschafter war erst bereit vor das Publikum zu treten, als die elektronischen Medien abgezogen waren.

Die politischen Akteure, wie den Dalai Lama, erwähnte Ma Canrong mit keinem Wort, sprach aber offen von Protesten, die es gegeben habe. Die Polizei habe "wie in jedem anderen Land der Erde Ruhe und Ordnung wieder hergestellt" ...und verteidigte das Vorgehen der chinesischen Regierung in Tibet. Auf die Ursachen der gewalttätigen Proteste ging er nicht ein.

Kritik an den Medien
An die deutschen Medienvertreter gewandt meinte Canrong, dass die Presse nicht berichte, was in Tibet tatsächlich passiert sei. Indirekt warnte MaCarong in diesem Zusammenhang vor einer Änderung der Politik gegenüber China, die Medienvertreter durchaus beeinflussen könnten.

Zugleich kritisierte er die Diskussionen über einen möglichen Boykott der Olympischen Spiele in Peking und fügte hinzu "China wird sich keinem Druck beugen."

Werben um Verständnis
Darüber hinaus warb er um Verständnis und sagte "China ist ein Entwicklungsland, man müsse dem Land Zeit geben sich zu entwickeln." 

Dass damit das eigentliche Thema, die Olympischen Spiele an sich und die Vorbereitung Beijings auf diese Spiele in den Hintergrund traten, liegt auf der Hand.

Gut vorbereitet
Trotzdem ist die Stadt und das Land offenbar bestens vorbereitet, sowohl was die "Lebensmittelversorgung" der Sportler angeht, als auch die Stadionbauten, von denen fast alle fertig sind. Besonders aber hob der chinesische Botschafter den Sicherheitsaspekt der Spiele hervor, wo alles unternommen würde, um die Spiele sicher durchzuführen. Journalisten könnten frei berichten, soweit sie sich an die chinesischen Gesetze hielten.

 



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