HOME | Impressum | Kontakt | Über uns | Sitemap | Suche | Werbung 

Berlin-Führer

Kultur

Theater
Musik
Kunst
Kino
Literatur
   Autoren
   Verlage
   Bücher
     Marcellino's 2.0
     Architektur 33-45
     Raumzeichen
     Kulinarische Reise
     Berlin als solches
     Hitlers 9.November
     Kulturatlas
     Gärten und Plätze
     Russisches Berlin
     Berlin damals-heute
     Berliner Mauer
     Endlosschleife
     Berliner Friedhöfe
     Unmögliche Heimat
     Tucholsky in Berlin
     Berlin Architekturführer
     Als noch Osten war
     Berliner Betriebe
     Berlin Kreuzberg
     Westendprominenz
     Gebrüder Haeckel
     Bollywood
     Insektenzeitschrift
     Wowis Memoiren
     Herr Wolle
     Shops & More
     restaurants&more
     Reichshauptstadt
     Chinesen in Berlin
     Berlin bei Nacht
     Landpartie
     Die 20er Jahre
     Berlin
     Sachliteratur
     Berlin Reisen
     Drehort Berlin
     Keine Atempause
     Belletristik
     Reichsstraße1
     Berlin-Ost
     Linienuntreue
     Flyer
   Berliner Geschichte
   Tipps und Tricks zu Berlin
   Berliner Literatur
Geschichte

Freizeit

Stadtgespräch

Service

Sport

Business

Sie befinden sich hier: Home > Kultur > Literatur > Bücher > Berlin Kreuzberg

Bilder aus zwei Welten:<br>Peter Frischmuth: Berlin Kreuzberg SO 36

von Frank Tetzel

"Kinder wie die Zeit vergeht!" Meine Oma hat das immer gesagt, und als ich noch klein war und in den Kindergarten ging, das war in den sechziger Jahren in einer altehrwürdigen Hansestadt, da habe ich den Spruch von ihr nicht begriffen.

Heute, inzwischen über vierzig Jahre alt, und das Buch von Peter Frischmuth "Berlin Kreuzberg SO36" in den Händen haltend, fange ich auch an, darüber nachzudenken. Die DDR gibt es seit 18 Jahren nicht mehr, die "Wendekinder" sind inzwischen volljährig.

Ich frage mich, wie die Bilder von 1982 und 2006/7, die Frischmuth in seinem wunderbar fotografierten Band gegenüberstellt, wohl für diese junge Generation wirken müssen.

Ich selbst kann mich ja an das damalige Kreuzberg noch erinnern, an die besetzten Häuser, in die wir, weil irgendjemand aus unserer norddeutschen Hansestadt irgendjemanden kannte, der jemanden kannte, der dort wohnte, fuhren, um wenigstens für ein halbes Wochenende den Thrill des Verbotenen zu erleben.

Insofern kann ich diese Gegenüberstellung ganz besonders gut verstehen und habe fast ein Gefühl, das Oma gehabt magen mag, wenn sie von der guten alten Zeit sprach, die weder gut, noch alt gewesen ist, sich aber in der Erinnerung verklärte.

Peter Frischmuth schreibt in seinem Vorwort:

"Im Dezember 1973, im Alter von 16 Jahren, war ich zum ersten Mal in
Berlin. Ich werde den Blick durch das Fenster der PanAm Maschine im
Landeanflug auf den Flughafen Tempelhof niemals vergessen.
Es war bereits dunkel, als das Flugzeug durch die Wolkendecke stieß.
Unter mir ein helles Band aus grellem Scheinwerferlicht, das die Stadt
zerschnitt.
Die Mauer, der Todesstreifen – mein erster Eindruck von Berlin.
Wie kein anderer Stadtteil Berlins geriet der Bezirk Kreuzberg, und hier
speziell der ehemalige Postzustell­bezirk SüdOst 36, durch den Mauerbau
des Jahres 1961 in eine Randlage. Bis 1961 fand über die Spreebrücken
ein lebhafter Pendelverkehr zwischen Ost- und Westberlin statt.
Die Bewohner von SO 36 konnten ungehindert die Naherholungsgebiete
Schlesischer Busch oder Treptower Park besuchen. Mit dem Bau der
Mauer änderte sich das schlagartig. Den Bewohnern der Mietskasernen
wurden ihre Naherholungsgebiete entzogen.
Den ansässigen Industriebetrieben fehlten von einem Tag auf den
anderen Tausende von Arbeitskräften, die bis dahin täglich von Ost
nach West zur Arbeit kamen.

1982 wurde Berlin Kreuzberg zum Thema meiner Examensarbeit an der
Fachhochschule Dortmund, wo ich seit 1978 Fotografie studierte.
Inhalt meiner Arbeit war eine fotografische Beschreibung des Stadtteils.
Die Architektur der Gründerzeit, die Menschen im »Kiez« und das
Zusammenleben der verschiedenen Kulturen.
Die vergangenen Jahre und besonders der Fall der Mauer haben
Kreuzberg SO 36 verändert. Aus seiner Randlage be­freit, enden die
Hauptverkehrsadern Skalitzer Straße als auch die U-Bahnlinie 1 nicht
mehr als »Dead End« am Schlesichen Tor.
Der Stadtteil ist in die Stadt zurückgekehrt.
Nach 25 Jahren habe ich SO 36 erneut als Thema aufgegriffen.
Auf meinen eigenen Spuren habe ich Orte und Menschen wieder
aufgesucht.
Die direkte Gegen­überstellung der Bilder zeigt die Veränderung.
"

berlin-magazin.info Bewertung:  ++

Peter Frischmuth
Berlin Kreuzberg SO 36
November 2007, Berlin Story Verlag
128 Seiten
s/w- und Farbfotografien
Gebunden
ISBN 978-3-929829-68-6
19,80 €

Buch bei amazon bestellen ...hier

Dramatische Zeitenwende auf der Oberbaumbrücke einerseits (oben) und Kontinuität andererseits. Ein Balkon in Kreuzberg SO36 1982 und 2006 © Peter Frischmuth


--------------------------------------------------------------------------------
Bookmark setzen - - - Druckversion - - - Seite weiterempfehlen
--------------------------------------------------------------------------------


Bookmark bei: Oneview Bookmark bei: Mr. Wong Bookmark bei: Webnews Bookmark bei: Linkarena Bookmark bei: Newsider Bookmark bei: Readster Bookmark bei: Yigg Bookmark bei: Digg Bookmark bei: Del.icio.us Bookmark bei: StumbleUpon Bookmark bei: Yahoo Bookmark bei: Google Bookmark bei: Blinklist Bookmark bei: Technorati


 


Anzeige