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Aufgefallen: Kinderunfreundlichkeit

Es sind ja nicht die großen Dinge, die unser Land so kinderunfreudlich machen. Es sind die vielen kleinen Gemeinheiten und Unverständlichkeiten, die einem auffallen, wenn man mit Kindern unterwegs ist.

Zum Beispiel beim sonntäglichen Frühstück, dass Eltern gern in Ruhe einnehmen möchten. Gewiss, einige Lokalitäten im Prenzlauer Berg und in Kreuzberg haben sich auf den Besuch der kleinen Racker eingestellt. Es werden spezielle Frühstücksgerichte für Kinder offeriert und Bastel- und Spielecken lenken vom für die Kleinen eher langweiligen Teil des Sonntagvormittages ab.

Doch was ist, wenn man das Unglück hat, in einem der anderen Berliner Bezirke zu leben, in dem die Kinderdichte nicht so hoch ist?

Da kann einem schon was blühen. Die verständnislosen Blicke kinderloser Pärchen, die in Gedanken wahrscheinlich noch in den Sphären der letzten Nacht schweben, sind ja eher der harmlose Teil der Veranstaltung.

Auch das Kopfschütteln rüstiger Berlintouristen in den Mitsechzigern, wenn der Nachwuchs auf der Fußgängerzone Brotkrumen an die kleinen „Spätzelein“ verfüttert, ist eventuell noch hinnehmbar. Sie kommen halt aus Gegenden, wo es noch Kehrwochen und sonstige mysteriöse Dinge, die die deutsche Hauptstadt nicht kennt, gibt.

Doch was Kinder teilweise durch Gastronomiepersonal hinnehmen müssen, grenzt auch für manche Eltern an Zumutung. Die kleinen Kunden von Morgen werden mit Nicht- oder vielmehr Missachtung durch das Personal bestraft, wie es jüngst wieder (und das ist leider kein Einzelfall) in einem der einschlägigen Etablissement mit dem Namen eines russischen Panzerkreuzers und Fürsten in Schöneberg passiert ist.

Freilich, man kann auch aus Sicht des Beobachters trefflich darüber streiten, ob ein Frühstücksbuffet und Kinder an sich zusammen passen.

Das man von den Eltern einer Dreijährigen aber dann den halben Buffetpreis verlangt, wo sich der Verzehr des Sprösslings auf ein halbes Brötchen mit Nussnougatcreme vom Teller der Eltern beschränkt, ist einfach bodenlos. Oder Geschäftspolitik. Oder beides. Denn so bleiben die Schönen unter sich. Da Kinder unsere Zukunft sind, hat dieses Geschäftsgebaren mittelfristig keine Zukunft mehr.



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