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Aufblühen jüdischer Kultur in Berlin


Das Jüdische Gemeindehaus in der Fasanenstraße ist eine wichtige Adresse, wenn es um das zurückgekehrte jüdische Leben in Berlin geht © Golli 43 / Flickr.com

Noch vor der Maueröffnung im Jahre 1989 wurde durch unzählige kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen, Symposien und Vorträge, aber auch durch das Etablieren von Gedenkstätten sowie die Arbeit der Jüdischen Gemeinde der Boden für ein erneutes Aufblühen jüdischer Kultur in Berlin bereitet. Ein Wegbereiter und Initiator des Dialogs war der langjährige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Heinz Galinski.

Während der 750 Jahr-Feier Berlins 1987 wurde der schwierige kulturelle Dialog mit dem Ostteil der Stadt intensiviert. Im Rahmen von Theaterveranstaltungen wurde z.B. auf den großen Aufklärer Moses Mendelssohn eingegangen. 1987 wurde auch die Gedenkstätte „Wannsee-Villa“ eingeweiht.

Ebenfalls 1987 wurde die ständige Ausstellung „Topographie des Terrors – Gestapo, SS und Reichssicherheits-Hauptamt“ auf dem ehemaligen Prinz-Albrecht Gelände an der Wilhelmstraße errichtet.

1992 sorgte die Ausstellung „Jüdische Lebenswelten“ im Martin-Gropius-Bau für weltweites Interesse. Im gleichen Jahr wurde der Grundstein für das „Jüdische Museum Berlin“ nach Entwürfen des US-amerikanischen Architekten Daniel Libeskind gelegt.

Die ständig wachsende Anzahl von Gemeindemitgliedern ist ein Beweis dafür, dass Berlin wieder als Ort jüdischen Lebens angenommen wird. Vor dem Holocaust zählte die Jüdische Gemeinde Berlins 160.000 Mitglieder, hatte 16 Gemeindesynagogen, war die größte Deutschlands und die fünftgrößte der Welt. Während der NS-Zeit wurden 55.000 Berliner Juden ermordet, 90.000 konnten auswandern, unzählige verübten Selbstmord und nur 1.500 überlebten in der Illegalität.

1946 zählte die Stadt ca. 6.000 Überlebende und zurückgekehrte Juden. Heute hat die Gemeinde bereits wieder mehr als 12.000 Mitglieder, von denen viele aus Osteuropa kommen.

Jüdisches Leben – ein Schattendasein im Ostteil der Stadt

Parallel zu den Entwicklungen im ehemaligen Westteil Berlins organisierte sich jüdisches Leben im Ostteil der Stadt eher im Verborgenen. 1953 wurde die Trennung zwischen den Gemeinden im West- und Ostteil vollzogen. Das Gebiet der Spandauer Vorstadt, traditionell das Scheunenviertel der Berliner Ostjuden, wurde von den DDR- Behörden jahrzehntelang sich selbst überlassen. Orte jüdischen Lebens waren bewusst dem Verfall preisgegeben.

Synagoge in der Oranienburger Straße
Die zentrale Synagoge in der Oranienburger Straße wurde im Zweiten Weltkrieg zwar stark beschädigt, hätte aber gerettet werden können. 1958 wurde der Hauptraum gesprengt. Bis 1990 war die Zahl der Gemeindemitglieder auf unter 200 gesunken. In der letzen Phase der Honecker- Regierung begann man 1988 mit der Restaurierung der Synagoge und die Stiftung „Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum“ wurde gegründet. Beim Anbringen der symbolischen Gedenktafel im November 1988 erschien der Staatsratsvorsitzende Erich Honecker, hielt aber erstmals während seiner Amtszeit keine offizielle Ansprache.

Zwei Querstraßen weiter etablierte sich die orthodoxe Gemeinde „Adass Jisroel“. Die Ostberliner Gemeinde war äußerst aktiv, sie betreute eine weitere Synagoge in der Rykestraße, betrieb eine koschere Fleischerei, eröffnete ein Café und gab eine Zeitschrift heraus.



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