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Das war 2007


2007: Das war in Berlin Knut -Jahr! ©pixelio

von Frank Tetzel

Upps, das Jahr ist ja schon wieder vorbei! Und was ist hängen geblieben? Erinnern Sie sich noch? Knut, natürlich. Ganz Berlin und fast die ganze Welt hat das Wachsen und Gedeihen des kleinen putzigen Bären medial mitbekommen.

Heerscharen von Menschen sind in den Berliner Zoo geströmt, um Knut live zu erleben. Das war ja auch eine Ablenkung von den täglichen Streitereien und Aufgeregtheiten in unserer Stadt. Und jede Woche wurde ja mindestens eine neue Sau durchs Dorf getrieben.

Das ganze Jahr hindurch hielt uns der Streit um Tempelhof in Atem. Juristisch ist die Schließung jetzt durch und auch ICAT und der Volksentscheid, für den es die erforderlichen Stimmen geben wird, wird daran nichts ändern. Dennoch wird uns die Frage weiter beschäftigen. Wie gehen vom Volk gewählte Politiker mit einem Volksentscheid um, der ihnen nicht in den Kram passt?

Gestritten wurde überhaupt viel in unserer Stadt. Über die Museumsinsel und das Stadtschloss und die Zwischennutzung. Über die Ehrenbürgerwürde für Wolf Biermann und die Umweltzone, über eine Moschee in Pankow und die vielen anderen Wichtigkeiten und Unwichtigkeiten in Berlin.

Vieles davon, da bin ich sicher, wird uns auch im kommenden Jahr begleiten. Aufgeregt haben wir uns über die Scientologenkirche in Charlottenburg, anfangs über Tom Cruise als Stauffenberg, über getötete Patienten in der Charité, über den Lokfüherstreik und verspätete S-Bahnen, über Gammelfleisch und die Fällung von Bäumen am Landwehrkanal.

Freuen durften wir uns übrigens auch: Nicht nur über Knut, auch über die"Schönsten Franzosen, die aus New York an die Spree" bzw. an den Landwehrkanal in die Neue Nationalgalerie kamen. Über die FU als Eliteuni, über einen Berliner Professor als Nobelpreisträger und beispielsweise über einen Weltrekord beim Berlin-Marathon. Der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin freut sich darüber hinaus über mehr Geld in der Kasse, ob sich andere darüber in 2008 freuen dürfen sei mal dahingestellt. Apropos nächstes Jahr:

Und was haben Sie sich für 2008 vorgenommen? Mit dem Rauchen aufhören? Dazu werden Sie jedenfalls in Kneipen und Gaststätten gute Gelegenheit erhalten. Es sei denn, das typische Hinterzimmer der Berliner Eckkneipe bekommt als "abgetrennter Raum" eine wiedererstarkte Bedeutung.

Abnehmen vielleicht? Nehm ich mir auch jedes Jahr vor, mit mäßigem Erfolg. Gute Geschäfte machen? Ja, das geht. Zum Beispiel mit uns. Reden und Handeln wir in 2008 und beerdigen zusammen diese ewige "Man müsste mal" - und "man sollte doch" - Geschäftskultur dieser Stadt.

Was ich mir persönlich vorgenommen habe?

  • Freundschaften mehr pflegen! Nach dem Tod meines Feundes Kalle Augsten, der mich über Jahre meines Lebens begleitet hat, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Freundschaften nicht zweckgebunden zu pflegen, sondern sie auch da anzunehmen, wo sie unangenehm und anstrengend sind. Kalle war so einer, Kreativer wie er im Buche steht, der lange Jahre für Berlinwerber Hanns Peter Nerger gearbeitet hat. Unbequem, störrisch und doch liebenswert. Und genau daran macht sich der Unterschied zwischen zweckgebundenem Networking, das ja auch im Internet funktioniert, und wirklichen Freundschaften aus.

  • Hinschauen, statt wegzuschauen, wenn es um die Kinder in dieser Stadt geht. Es ist keine Blockwartmentalität, wenn man einmal mehr hinsieht, wenn einem die Behandlung von Kindern verdächtig erscheint und man sich gegen die Misshandlung der Kleinsten und Schwächsten engagiert.

  • Trotzdem: mehr Gelassenheit, weil man nicht auf jedes Thema springen und jede Modeerscheinung mitmachen muss.

Ihnen wünsche ich in diesem Sinne im Namen der gesamten Redaktion von berlin-magazin.info ein gesundes, glückliches und erfolgreiches neues Jahr 2008

Ihr
Frank Tetzel

 

 



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