Internationale Kunstszene in Berlin Ausländische Künstler stehen Schlange„Berlin, Hauptstadt von Dänemark?“ fragte im Februar 2008 das Hauptstadtmagazin Zitty in Anbetracht der starken internationalen Präsenz in Berliner Künstlerkreisen.
Für ein Drittel aller dänischen Künstler, Kuratoren, Kritiker und Professoren ist Berlin zur aktuellen Wahlheimat geworden. Mit innovativen Künstlerprojekten wie Berlinaut (http://www.berlinaut.dk) betreiben selbst das dänische Kultur- und Außenministerium aktiv Netzwerk- und Vermittlungsarbeit für ihre Landsleute. Als nichtkommerzielles Forum für Kunst aus Skandinavien begann auch der Projektraum Sparwasser HQ, der sich heute als uneingeschränkte Offensive für internationale zeitgenössische Künstler versteht (www.sparwasserhq.de).
Den Blick über den eigenen Tellerrand haben sichauch die eingesessenen Institutionen zum Programm gemacht. Ganze Ausstellungen widmete der Hamburger Bahnhof – Berlins Ausstellungsmonopol für die Kunst der Gegenwart – zu Beginn des neuen Jahrtausends der Kunst aus Ländern wie Spanien, China, Australien oder Skandinavien, die längst auch in Berlin zuhause sind
Die Kunstwelt schaut auf Berlin. Die Stadt, die lange Zeit als die Frontstadt des Kalten Krieges galt, verbindet heute geografisch wie gesellschaftlich den Osten mit dem Westen des Kontinents. Dass sich hier alles trifft, zeigt sich im öffentlichen Kunstdiskurs, wie zuletzt auf der Berlin Biennale, die im April/ Mai 2008 zum 5. Mal Kunstfans aller Breitengrade in Berlin zusammenrief.
Aufenthaltsstipendien von Partnerorganisationen wie der dänischen nationalen Kunstagentur sind längst keine Ausnahmeerscheinung mehr. Ein Berlin-Aufenthalt gehört heute fest zum Lebenslauf einer international agierenden Künstlergeneration.
Kunstakademien rund um den Globus mieten für ihre Studenten über mehrere Wochen und Monate Berliner Wohnungen und Ateliers an. Kopenhagen, Helsinki, Stockholm oder auch Wien folgen diesem Prinzip. Nahezu jedes Schweizer Kanton verfügt über eigene gemietete Räume für ihre Talente, die sie vorzugsweise in einem Atelierkomplex im Prenzlauer Berg unterbringt. Und wer seinen Aufenthalt nicht über ein Stipendium oder Atelierprojekt gefördert bekommt, organisiert sich die Berlinzeit gegebenenfalls selbst.
So haben auch Kanada und die USA stehende Künstlergemeinden in der deutschen Hauptstadt. Seine Internationalität verdankt Berlins Künstlerszene vor allem den prestigereichen Artist-in-Residence-Programmen.
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