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Die Brücke der Spione


Architektonisch ist die Glienicker Brücke nicht unbedingt aufsehenerregend. Als "Brücke der Spione" ging sie in die Geschichte ein © Frank Tetzel

 

Sie gilt als Agentenaustauschbrücke schlechthin, die Glienicker Brücke im Südwesten Berlins. Sie verbindet den Bezirk Zehlendorf mit der benachbarten Landeshauptstadt Potsdam. Vor allem im Kalten Krieg galt sie als Symbol der Teilung. 1962, also ein Jahr nach dem Mauerbau, wurden hier der sowjetische Spitzenspion Rudolf Abel gegen den amerikanischen Aufklärungspiloten Garry Powers ausgetauscht.

Schon am Ende des 17. Jahrhunderts stand an der Stelle, an der sich heute die Glienicker Brücke befindet, eine schmale Holzbrücke. Und anders als heute, wo jedermann die Brücke überqueren darf, war es damals ausschließlich das Privileg des Adels, diese als Verbindung zwischen den Potsdamer Schlössern und den Jagdgründen auf der anderen Havelseite zu nutzen.

Mitte des 18. Jahrhunderts, genau 1753,  wurde eine ständige Postverbindung zwischen Berlin und Potsdam über die Brücke eingerichtet.

Mehrfach wurde die Brücke modernisiert, 1831 wurde sie, als Steinbrücke nach Entwürfen Karl Friedrich Schinkels erneut im Stil der Zeit umgebaut. Ihre heutige Form, noch einmal durch Kämpfe in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 verändert, erhielt sie aufgrund des stark zunehmenden Verkehrs Anfang des 20. Jahrhunderts zwischen 1906 und 1907.

Im Dezember 1949 waren die Kriegsschäden an der Brücke beseitigt. Genau in der Mitte verlief der weiße Grenzstrich zwischen der DDR und West-Berlin. Von un an, hieß das Bauwerk auf Seiten der DDR "Brücke der Einheit".

Anfang der 50iger Jahre, als zunehmende Flüchtlingsströme aus der DDR ins Bundesgebiet und West-Berlin einsetzten, wurde die Brücke gesperrt, einzig den Allierten Siegermächten war es möglich sie zu passieren, um in ihre Militärverbindungsmissionen nach Potsdam zu gelangen.

Bridge of the Spies

Weltbekannt wurde die Glienicker Brücke durch spektakuläre Agentenaustausche. Berlin bot sich als Austauschort für Spione geradezu an. Schließlich waren beide Supermächte jeweils mit der damit verbundenen Logistik im Berlin des Kalten Krieges bestens vertreten. Zudem konnte sie für solche Aktionen bestens abgeschirmt werden.

Zwischen 1962 und 1985 wurden über die Glienicker Brücke drei spektakuläre Aktionen durchgeführt.
Am 10. Februar 1962 wurden der sowjetische Oberst Rudolf Iwanowitsch Abel, Spitzenspion der Sowjets in den USA und Captain Francis Gary Powers, ein amerikanischer Pilot, der bei einem Aufklärungsflug mit dem Spionageflugzeug U2 über der Sowjetunion abgeschossen wurde, ausgetauscht.

Erst 23 Jahre später, am 11. Juni 1985 wurden dann 23  Häftlingen aus der DDR u.A. Eberhard Fätkenheuer, Werner Jonsek gegen vier im Westen von der CIA verhafteten Spione ausgetauscht.

Nicht einmal ein Jahr später, am 11. Februar 1986 wurde der sowjetische Regimekritiker Anatoli Schtscharanski ausgetauscht.

Seit dem 10. November 1989 ist die Brücke wieder offen.

 

 


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