Fishing for Ideas: Gesa Giering-Jänsch „Frau muss schon besondere Ideen haben und mindestens 150 Prozent mehr können als Männer, um im Haifischbecken mithalten zu können“, meint Gesa Giering-Jänsch.
Mit dem „Haifischbecken“ meint die Grafikerin die rund 25.000 Männer und Frauen, die in Festanstellung oder als „Freie“ in Berlins Kreativwirtschaft, sprich Werbe-, PR- und Designagenturen und den damit verbundenen Unternehmen beschäftigt sind. Da es kaum mehr produzierendes Gewerbe in der Stadt gibt, ist eine besondere Spezialisierung durchaus gefragt.
Spezialisierung auf Corporate Design Giering-Jänsch hat sich auf die Entwicklung von Unternehmensauftritten und die Entwicklung von Zeitschriftenlayouts spezialisiert. „Das Wichtigste ist aber zunächst einmal das richtige Beherrschen des grafischen Handwerks“, meint Gesa Giering-Jänsch und bemängelt die heute teilweise nur noch unzureichende Ausbildung von Nachwuchsgrafikern. „Die Youngster haben zwar gute Ideen, zweifelsohne, sind aber kaum noch in der Lage diese technisch oder unter normalen Arbeitsbedingungen wie Zeitdruck akurat umzusetzen."
Solide Ausbildung ist wichtig Die 32-jährige lebt heute nur zweihundert Meter von ihrer einstigen Ausbildungsstätte, dem Berliner Letteverein, entfernt. Sie absolvierte nach ihrer Ausbildung zunächst ein Praktikum bei Metadesign, der ersten Adresse für Corporate Design in Deutschland. Nach Stationen beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, wo die damals 25-jährige den Unternehmensauftritt neu gestaltete, und ein paar Jahren als Artdirektorin einer großen Werbeagentur in der Chausseestraße, heuerte Sie als Hausgrafikerin bei dem Berliner Medizinunternehmen Biotronik an.
Handwerk gelernt Messegestaltung, Hauszeitschriften, der neue Unternehmensauftritt, Verpackungsdesign gehörten zu den Aufgaben der hausinternen Marketingabteilung.
Nach ihrer Schwangerschaft, ihre kleine Tochter Sophie ist inzwischen fast vier Jahre alt, hat sich die quirlige junge Frau im Jahre 2005 selbständig gemacht.
Ihre erste Arbeit: natürlich die Neugestaltung eines Firmenauftrittes, diesmal für eine Unternehmensberatung in Ratingen. Webdesign, Zeitschriften-, Anzeigen- und Prospektgestaltung, all dies gehört zum Alltag der jungen Grafikdesignerin.
„Es ist als Frau nicht immer ganz einfach, selbstständig zu sein. Die unregelmäßigen Arbeitszeiten, die die Branche einem abverlangt, sind mit einem Kind nicht so leicht unter einen Hut zu bringen. Doch Dank Freund, Oma und Kinderladen ist im Zweifelsfalle eine Rundumbetreuung für den kleinen Spross der Familie garantiert."
Inzwischen ist die junge Grafikerin recht gut im Geschäft, sie „schafft" zur Zeit hauptsächlich für Agenturen, die sie für kurze oder längere Zeit buchen. Derzeit arbeitet sie einige Stunden täglich in einer kleinen „only-women-Agentur." „Das hat den Vorteil, dass jede von uns weiß, was es bedeutet, wenn es ausnahmsweise mal mit den Kindern nicht ganz rund läuft“, bemerkt Giering-Jänsch.
Jede Menge Ideen Pläne für die Zukunft? Ja, die hat sie! Giering-Jänsch interessiert sich für Skandinavisches Design, würde gern für ein Museum arbeiten und die inzwischen fast fünfzig Shopping Malls der Stadt sind mit ihren kommunikativen Auftritten auch nicht immer überzeugend.
Gestaltung hat Tradition Gesa Giering-Jänsch, stammt aus einer Künstlerfamilie. In der mütterlichen Linie gibt es eine ganze Reihe von Schriftstellern und Malern. Ihr Vater ist Medizinalgrafiker und hat jahrelang anatomische Handzeichungen für Deutschlands medizinisches Standardwerk „Psyrembel" gefertigt. Möglicherweise ist deshalb ihr Beruf als Gestalterin nicht nur ein Beruf, sondern geradezu Berufung. Übrigens: Töchterchen Sophie tritt mit ihren Kinderzeichungen schon jetzt in die Fußstapfen der Mutter.
Kontakt zu Gesa Giering-Jänsch:
Telefon: 0173 - 60 40 707 giering-jaensch@t-online.de
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