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Filmstadt Berlin: Alles dreht sich ums Kino


Bei einer Tour zum Thema Film durch die Hauptstadtregion gehört der Besuch des Filmparks Babelsberg zum absoluten Muss. © Filmpark Babelsberg


Zu der lebendigen Kinokultur Berlins gehören neben den täglichen Dreharbeiten in der Stadt und Produktionsstätten für Film und Fernsehen auch Stadtführungen zu einschlägigen Drehorten, wie sie beispielsweise die Unternehmen„StattReisen Berlin“ oder der Veranstalter „Filmstadt Berlin“ anbieten.

Oder spezielle Filmdinner, die die Event-Agentur „Art:Berlin“ immer mal wieder im Programm hat. Dazu passend veranstaltet die Berliner Agentur Zeitreisen in Kooperation mit dem „Museum für Film und Fernsehen“ Videobustouren unter dem Titel „Filmstadt Berlin - Das Rollende Kino“.

Erlebnistour Film
Die Erlebnistouren führen die Mitreisenden zu den Drehorten und Schauplätzen der
großen Berlin-Filme. Das Konzept der Videobustouren ist einfach und hat sich bewährt: Während Touristen in einem Reisebus rund zwei Stunden lang durch Berlins fahren, werden – passend zum jeweiligen Standort – alte Film- und Tondokumente abgespielt und von Mitarbeitern des Zeitreisen-Teams kommentiert.

Vorgestellt werden unter anderem 15 Filme mit ihren Berliner Drehorten, darunter deutsche Klassiker, wie „Emil und die Detektive“ (1931), weltweite Erfolgsproduktionen, wie „Das Leben der Anderen“ (2006) sowie große internationale Produktionen.

Die Filmausschnitte zeigen, wie wandelbar die deutsche Hauptstadt ist. In dem Streifen „Die Bourne-Verschwörung“ steht Berlin als Kulisse für Moskau, was beim Zuckerbäckerstil der Karl-Marx-Allee durchaus glaubwürdig rüberkommt.

In dem Film „In 80 Tagen um die Welt“ fungiert die Stadt als Double für London und Paris.

Wirkliche Filmfreaks können sich außerdem im Hollywood Media Hotel am Kurfürstendamm einmieten. Dort gibt es nicht nur einen Kinosaal, das ganze Haus mit seinen 182 Zimmern, Suiten und Appartements steht im Zeichen internationaler Stars wie Marlene Dietrich. Filmproduzent Arthur "Atze" Brauner hat dieses Haus errichtet.

Filmmuseum am Potsdamer Platz
Eine Zeitreise durch 120 Jahre Kinogeschichte, kann man im Film- und Fernsehmuseum am Potsdamer Platz unternehmen. Als Teil des House of Moving Images mit der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, der Stiftung Deutsche Kinemathek, die um die 12.000 Stumm- und Tonfilme von 1885 bis heute, Fotos, Filmplakate, Drehbücher, Requisiten und die Nachlässe diverser Darsteller verwaltet, zeigt es nicht nur, wie die Bilder laufen lernten.

Auf lebendige Art inszeniert es Entstehung und Geschichte jener Streifen, die deutsche Filmgeschichte schrieben. Mal flimmert Asta Nielsen als „Börsenkönigin“ in Edmund Ebels gleicharmigem Streifen von 1918 über die Leinwand, mal Henny Porten in „Die Blaue Laterne“ von Rudolf Biebrach.

Ein paar Schritte weiter ist das Modell für die Kulissen von Robert Wienes „Das Cabinet des Dr. Caligari“ von 1919 zu sehen, anderswo Fotos von Ernst Lubitsch, ein persönliches Drehbuch von Friedrich Wilhelm Murnau oder die Kamera, mit der Leni Riefenstahl die Olympischen Spiele von 1936 bannte.

Marlene
Star des Museums ist Marlene Dietrich, der sozusagen eine Ausstellung in der Ausstellung gewidmet ist. Auf 300 Quadratmetern stehen hier ihre schönsten Kleider und Kostüme hinter Glas, außerdem Briefe, Fotos, Koffer und ein goldenes Zigarettenetui aus den Dreißigerjahren mit der Gravur „Marlene Dietrich/Weib, Mutter und Schauspielerin wie noch nie/Josef von Sternberg“. Debei ist gerade das Verhältnis Berlins zu ihrem großen Hollywoodstar nicht immer unumstritten und innig gewesen.

Zeitreise in den Film
In der Abteilung Film der Nachkriegszeit geht es weiter mit Hildegard Knef, Heinz
Rühmann und Romy Schneider, die als „Die Sünderin“, als „Hauptmann von
Köpenick“ oder „Sissy“ Berühmtheit erlangten.

Während Angelica Domröse in den Siebzigerjahren in Heiner Carows „Die Legende von Paul und Paula“ reüssierte, feierte Hanna Schygulla in Rainer Werner Fassbinders „Die Ehe der Maria Braun“ Erfolge. Die Zeitreise endet schließlich mit Franka Potente, die in „Lola rennt“ über die Leinwand läuft.

Im Übrigen hat das Filmmuseum kürzlich Zuwachs durch Deutschlands erstes Fernsehmuseum bekommen.

In Spiegelsaal, Zeittunnel und Programmgalerie führt es dem Betrachter die wichtigsten, witzigsten, traurigsten - und belanglosesten Momente der Zeitgeschichte vor Augen, von J. F. Kennedys berühmter Rede vom Balkon des Rathauses Schöneberg über die ersten Bilder der Mondlandung, Talkshows und Kochsendungen bis zur Trauerfeier von Papst Johannes Paul II.

Kulinarisches auf dem weltweit größten Publikumsfestival Berlinale

Höhepunkt des jährlichen Filmgeschehens ist neben allerlei Festivals wie dem
Jüdischen Filmfest natürlich die Berlinale, die vom 7. bis 17. Februar 2008
stattfindet.

1951 mit Alfred Hitchcocks „Rebecca“ im Titania Palast in Steglitz eröffnet, sind die Internationalen Filmfestspiele heute das größte Kulturereignis an der Spree.

Mehr als 19.000 Fachbesucher, darunter 4.105 Journalisten aus 88 Nationen
kommen alljährlich, um rund 400 Filme zu begutachten. Aber mit mehr als 224.000
verkauften Tickets ist die Berlinale auch das weltweit größte Publikumsfestival.
Seitdem es im Jahr 2000 an den Potsdamer Platz gezogen ist, sorgen nicht nur immer mehr Stars für besonderen Glanz

2007 waren unter anderen Cate Blanchett, Sharon Stone, Clint Eastwood, Diane Kruger, Judy Dench und Matt Damon zu Gast –, auch inhaltlich entwickelt es sich weiter.

2003 wurde zum Beispiel der Berlinale Talent Campus ins Leben gerufen, bei dem ungefähr 500 Nachwuchstalenten aus aller Welt Workshops mit erfahrenen Profis offen stehen. 2007 beschäftigte er sich unter dem Motto „Home Affairs“ mit der kulturellen Identitätssuche im globalisierten Filmgeschäft.

Besonderheit neben der Sonderreihe „Magnum in Motion“, mit der das 60-jährige
Bestehen der bekannten Fotoagentur gefeiert werden soll, sind Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme, die sich mit kulinarischen Themen befassen.

Zu „Look & Cook“ wurden und werden wiederdeutsche Spitzenköche erwartet – so dass bei der Berlinale nicht nur die Augen, sondern auch der Gaumen zu seinem Recht kommt!

Adressen:

Die 57. Internationalen Filmfestspiele Berlin finden vom 7. bis 17. Februar statt.
Tel. 030-25920707, www.berlinale.de

Film- und Fernsehmuseum Berlin,
Potsdamer Str. 2,
Tel. 030-300903-0,
geöffnet Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Führungen Sa um 16 und So um 14 Uhr.
http://www.filmmuseum-berlin.de

Stadtführungen, zu Fuß oder in der Stretch-Limousine:
StattReisen Berlin,
Tel. 030-4553028,
www.stattreisenberlin.de

Filmstadt Berlin,
Tel: 0177- 321 77 77,
www.filmstadt-berlin.de

ARD-Hauptstadtstudios
Kostenlose Führungen durch das ARD-Hauptstadt-Studio:
nach Voranmeldung mittwochs um 16 Uhr und samstags um 14 Uhr
Wilhelmstr. 67a,
Tel. 030-228881110,
http://www.ard-infocenter.de

Hollywood Media Hotel
Kurfürstendamm 202, Tel. 030-889100,
www.filmhotel.de,
EZ ab 115, DZ ab 135 Euro.

Filmpark Babelsberg,
August-Bebel-Str. 26-53, Potsdam,
Tel. 0331-7212717,
www.filmpark.de,
ist geöffnet von April bis Oktober, täglich 10 bis 18 Uhr.

VideobusTour
c/o Zeitreisen,
Tel: 030 – 4402 44 50
www.videobustour.de



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