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D-Bo:Der Paolo Coelho unter den Rappern

berlin-magazin.info traf den Rapper zum Interview.


Es ist ein warmer frühsommerlicher Tag in Berlin. Wir treffen D-Bo in einem Biergarten im Berliner Stadtteil Friedrichshain. Er ist schon da und macht einen sehr entspannten Eindruck.

Kein Wunder. Denn er hat gerade die Arbeiten an seinem neuen Album „Die Lüge der Freiheit“ abgeschlossen und kann nun dem 19. Juni entgegenfiebern, dem Tag, an dem sein fünftes Soloalbum erscheinen wird. Sympathisch ist er, dieser Danny Bokelmann alias D-Bo. 30 ist er, gut sieht er aus und Gedanken macht er sich, über vieles. Seine Musik gilt als persönlich, motivierend und wenig HipHop-konform.

berlin-magazin.info: D-Bo, mit deiner Musik wirfst du ein ganz anders Licht auf die Branche. Bis du ein HipHop-Prophet?

D-Bo: (lacht) „Nein, wäre ich ein HipHop-Prophet, würde ich an einen HipHop-Gott glauben und seine Botschaft, seinen Glauben verkünden. Ich glaube aber nicht an HipHop, ich drücke mich nur mit dieser Musik aus.“

berlin-magazin.info: Du rappst auch über Liebe, deine Träume, Ängste, Sehnsüchte, Wünsche und Sorgen. Ist es nicht schwer sich damit in der Szene, also gegen Themen wie Gangbang, Koks und Nutten durchzusetzen?

D-Bo: „Ich bin wie ich bin und stehe zu dem was ich tue. Ich bin ehrgeizig und selbstsicher. Für mich persönlich kann es nur diese Themen geben, die ich ansprechen möchte, sonst wäre es fake! Außerdem: Aufgeben ist nicht. Wer seinen Weg verfolgt und Geduld hat, der wird dafür auch belohnt.“

berlin-magazin.info: Das klingt aber doch leicht poetisch...

D-Bo: „...so klingt es, wenn ich dir durch die Blume sage, dass ich noch lange nicht erreicht habe, was ich mir als Ziel gesetzt habe.“

berlin-magazin.info: Wie lange hast du für die Realisierung deines Albums gebraucht?

D-Bo: „Insgesamt 16 Monate.“

berlin-magazin.info: Das ist ungewöhnlich lang für ein Rap-Album, oder?

D-Bo: „Das sehe ich anders. Ein guter Song braucht seine Zeit. Und ein gutes Album eben auch. Im Gegensatz zu anderen Rappern, die 14 Monate chillen und vier Monate arbeiten, wenn sie von vorherigen zum darauf folgenden Album 18 Monate brauchen, gönne ich mir zwei Monate zum Entspannen und arbeite 16 Monate am Album. Zudem mache ich noch viele andere Sachen nebenbei, die ebenfalls alle meine Zeit beanspruchen.“

berlin-magazin.info: Viele Titel auf dem Album sind viel positiver, als auf deinen letzten Longplayern. Was willst du damit ausdrücken?

D-Bo: „Ich drücke nur aus, wie ich mich beim Schreiben der Songs gefühlt habe. Nicht mehr und nicht weniger. Und trotzdem wirkt das Ergebnis so intensiv, dass jeder Hörer seine ganz eigene Aussage in den Zeilen und oft auch zwischen den Zeilen finden kann und nachempfindet, was ich textlich darstelle.“

berlin-magazin.info: Du machst es aber spannend.

D-Bo: „Ach, das ist so eine generelle Eigenschaft, ich lasse mir nicht gern in die Karten schauen.“

berlin-magazin.info: Verrätst du, was dich inspiriert hat?

D-Bo: „Mein Leben, Bücher, Gespräche – einfach die Menschen allgemein. Die Umwelt, Nachrichten, Gedanken… Deshalb genieße ich zum Beispiel zu Fuß gehen oder U-Bahn fahren.“

berlin-magazin.info: Könntest du das noch ein wenig genauer beschreiben?

D-Bo: „Das ist doch offensichtlich. Die Inspiration liegt quasi vor einem auf der Straße. Schau dir deine Umwelt doch mal ganz bewusst an, wenn du durch die Straßen läufst. Und ich meine jetzt nicht Kudamm oder Friedrichstraße. Geh mal durch Wedding, Moabit, Neukölln, Kreuzberg, Marzahn...

Mach die Augen auf und du sammelst an einem Tag genug Stoff für deine nächsten zehn Alben.“

berlin-magazin.info: Das hört sich sehr gesellschaftskritisch an.

D-Bo: „Das ist keine Kritik, das ist die Realität. Nur den meisten ist das scheiß egal, mir eben nicht.“

berlin-magazin.info: Warst du schon immer so?

D-Bo: „Wenn man so aufwächst wie ich, und nicht desensibilisiert wird, dann ist so eine Einstellung die logische Konsequenz.“

berlin-magazin.info: Inwiefern?

D-Bo: „Ich bin quasi bei meinen Großeltern aufgewachsen, meine Mutter musste den ganzen Tag in arbeiten, weil sie früh schwanger wurde und Schule abbrach. Meine Großeltern hatte einen kleinen Bauernhof und waren Selbstversorger. Im Winter, wenn zudem kein Geld da war, gab es oft mehrere Tage nur Tütensuppen.“

berlin-magazin.info: Und das hat dich geprägt?

D-Bo: „Ja, auf jeden Fall. Wenn ich heute vor einem reich gedeckten Frühstückstisch sitze, bin ich dankbar. Seine Vergangenheit vergisst man nicht. Dadurch weiß ich die kleinen Dinge im Leben zu schätzen, die anderen Leuten gar nicht mehr auffallen.“

berlin-magazin.info: Seit 2004 lebst du nun in Berlin. Was hat sich seitdem in deinem Leben verändert?

D-Bo: „Alles. Zumindest was mein Leben äußerlich berührt. Im Herzen bin ich eigentlich derselbe geblieben. Nur um ein paar schöne und ein paar traurige Erinnerungen reicher. Da lasse ich auch nichts an mich ran.“

berlin-magazin.info: Heißt das, dass du in Berlin härter geworden bist?

D-Bo: „Nein, ich würde es eher ‚selbstsicherer‘ nennen. Ich habe die Erkenntnis gewonnen, dass ich alleine für mein Glück verantwortlich bin und man es nicht erzwingen kann. Man lernt geduldig zu sein. Man meistert Krisen und lernt, dass es trotzdem weiter geht. Ich bin überzeugt, dass für mich in meiner persönlichen Endabrechnung etwas Positives als Ergebnis rauskommt.“

berlin-magazin.info: Deshalb rappst du in deiner Single „Alles Easy“, die auch am 19. Juni erscheint: „Weil meistens nach Kummer ’was Gutes entsteht...“

D-Bo: „...Am Ende wird’s gut, das ist kaum zu erklär’n – D-Bo – Durch den Staub bis zu den Sternen!“


D-Bos Album kann man hier vorbestellen:
www.amazon.de/Die-L%C3%BCge-Freiheit-Ltd-ed-D-Bo/dp/B002ALGNG2/ref=sr_1_4


 

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D-Bo<br>Biografie<br>

D-Bo wurde als Danny Bokelmann am 6. Juni 1978 in Göttingen geboren.

D-Bo wuchs in Northeim auf und hat seit Ende der neunziger Jahre engen Kontakt zu Bushido. Zusammen mit Bushido, King Orgasmus One und Bass Sultan Hengzt bildete er das Label I Luv Money Records. 2000 spielte D-Bo sein erstes Album Deutscha Playa in Berlin ein.

D-Bo wandte sich Mitte 2002 der Musik ab und widmete sich dem Basketball, das er vor seiner Musikerkarriere schon betrieben hat. Er war als Jugendtrainer in seiner Heimat Niedersachsen tätig.

2004 zog er nach Berlin und gründete zusammen mit Bushido das Label ersguterjunge. Im gleichen Jahr erschien D-Bos erstes Soloalbum Deutscha Playa neu gemastert auf CD. Ein halbes Jahr später, 2005, folgte das 2. Soloalbum Deo Volente.

Sein viertes Album "Sans Souci" erschien im Oktober 2007. Zur ersten Single des Albums Sans Souci wurde ein Video gedreht, welches Platz eins der Urban TRL-Charts erreichte.

Das Album enthält auch Features von Chakuza, Sprachtot, Eko Fresh, Summer Cem, Nyze, Billy13, Abaz und Reign.


alle Fotos: © promo

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