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Bread & Butter zurück in Berlin
...und löst Kontroverse aus


Klaus Wowereit und Bread & Butter ChKarl-Heinz Müller zeigen sich zufrieden. Kritiker des Deals sind "not amused" © B&B

Ab Sommer 2009 kann die Mode- und Kreativmetropole Berlin mit einem weiteren Fashion-Highlight aufwarten, denn die internationale Modemesse Bread and Butter kehrt zurück an die Spree.
So freuen sich die Berlinwerber und die politisch Verantwortlichen in der deutschen Hauptstadt. Doch nicht überall stößt der Vorstoß auf Gegenliebe. Grund: Die Bread & Butter will für wenige Wochen im Jahr die Hangars auf dem Tempelhofer Flughafen belegen. Damit stehen Langfristmieter, wie das Studio Babelsberg, das Interesse gezeigt hatte, sich dort anzusiedeln, nicht mehr zur Verfügung.

Nach Tempelhof
Doch der Reihe nach: Vom 1. bis zum 3. Juli wird die wichtigste Schau für Urban und Streetwear auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof stattfinden. Einen entsprechenden Mietvertrag schloss die für die Immobilie zuständige BIM, Berliner Immobilienmanagement, mit dem Messeveranstalter.

Die Berlin Partner GmbH, die Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM) sowie der Hotel- und Gaststättenverband haben die Veranstalter der Messe in gemeinsamer Anstrengung erneut für den Standort Berlin gewinnen können. Die Messe findet zweimal pro Jahr statt, und zwar jeweils Ende Januar und Anfang Juli.

„Wir haben Karl-Heinz Müller und seine Bread &Butter langfristig an unsere Stadt binden können“, sagte Burkhard Kieker, Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH. „Mit bis zu 200.000 Gäste- Übernachtungen pro Jahr ist diese Messe ein toller Schub für unsere Hotels. Aber welche andere Stadt der Welt kann schon mit solch ultimativen Locations wie Tempelhof aufwarten?“

„Die Bread and Butter in Berlin – das ist ein Traum für beide Partner. Berlin ist die Stadt, in der sich Entwicklungen verdichten, wo Trends entstehen, wo der Puls der Zeit zu fühlen ist. Und genau an so einen Ort gehört die Bread and Butter. Wir freuen uns darauf, Veranstalter, Aussteller und Gäste der Modemesse in Berlin zu begrüßen. Wir werden dafür sorgen, dass sie sich in Berlin willkommen fühlen!“, so Kieker.

2003 präsentierte sich die Bread and Butter erstmals in der deutschen Hauptstadt und begeisterte auf Anhieb rund 15.000 Besucher. In den vergangenen Jahren sind die Zahlen der Gäste und der Aussteller um ein Vielfaches gestiegen. Die achte Bread and Butter, die am 23. Januar 2009 in Barcelona zu Ende gegangen ist, zog nahezu 80.000 Fachbesucher aus mehr als 100 Ländern an, die der spanischen Stadt über 100 Millionen Euro Umsatz bescherte. Damit ist die Veranstaltung zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden, von dem insbesondere die Berliner Hotellerie und Gastronomie profitieren werden.

Kritiker ließen nicht lange auf sich warten
Zunächt einmal wurde von den Kritikern der Alleingang Wowereits kritisiert, denn nicht zuletzt der Senat habe ja eine öffentliche Nachnutzungsdiskussion angestoßen, die nun durch die Mietvertragsentscheidung kontakarriert sei.

Babelsberg verärgert
Die Filmstudios in Babelsberg haben ihre Idee eines „Filmhafens“ als „gescheitert“ erklärt, da eine „Mischnutzung von Messe und Filmproduktion nicht möglich“ ist. Man sei bereits sei zwei Jahren, also seit 2007 im gespräch gewesen, habe das Konzept mit dem Berliner Senat besprochen, heißt es in einer Erklärung der Studios. Anders als behauptet, habe das eigene Konzept „keine Inanspruchnahme öffentlicher Gelder“ beinhaltet, wohingegen bei der Bread & Butter mit einer „hohen Subventionierung“ zu rechnen sei.

Grüne fordern Aufklärung
Grünen-Fraktionschef Volker Ratzmann forderte gestern „umfassende Aufklärung“. Es laufe noch ein Ausschreibungsverfahren der Senatsverwaltung zur Nachnutzung von Tempelhof.

Gutes Geschäft gemacht
Der Senat ist inzwischen bemüht, die Diskussion auf eine monetäre Ebene herunterzufahren. So schreibt die Märkische Allgemeine Zeitung: "Mit der umstrittenen Teilzeit-Miete der Modemesse "Bread & Butter" für den stillgelegten Berliner Flughafen Tempelhof hat die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) nach eigener Darstellung ein gutes Geschäft gemacht. Für zwei Monate Nutzung würde die Modemesse mehr als doppelt so viel zahlen, als wenn die Fläche das ganze Jahr regulär vermietet worden wäre, sagte BIM-Sprecherin Katja Potzies der MAZ.

Hinzu kommen Einnahmen aus weiteren Veranstaltungen. So sind das Rollfeld, ein Hangar und das Restaurant in den nächsten drei Jahren bereits für je zwei Wochen im Jahr an das Feuerwerk-Festival Pyromusikale vermietet. Offen bleibt freilich, ob die Einnahmen das chronische Defizit aus der Bewirtschaftung von Europas größtem Gebäude decken können.

BIM-Chef Sven Lemiss hatte für das laufende Jahr bereits einen drohenden Verlust von bis zu 14 Millionen Euro genannt - dies allerdings vor Abschluss der Mietverträge. Die BIM hat sich zudem in den "Bread & Butter"-Verträgen verpflichtet, in Elektroleitungen, Klima- und Sicherheitstechnik zu investieren.

Potzies bestätigte Kosten von rund fünf Millionen Euro. Über die konkrete Miete schweigen sich die BIM und der Berliner Senat unter Berufung auf das Vertragsgeheimnis aus.

Von den 300000 Quadratmetern Fläche im Flughafengebäude sind überhaupt nur 200000 vermietbar, da große Teile des Rohbaus im Zweiten Weltkrieg gar nicht ausgebaut und auch später nicht vollendet wurden.

"Bread & Butter" hat mit den sieben Hangars, der Haupthalle und dem Restaurant 38000 Quadratmeter gemietet. Dazu kommt das Vorfeld."



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