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Besser als sein Ruf: Der Bezirk Lichtenberg

Das Schloss Friedrichsfelde auf dem Gelände des Tierpark Berlin ist eines der bekanntesten Gebäude Lichtenbergs (Foto: Frank Tetzel)

Der Bezirk hat einen schlechten Ruf. Hohe Arbeitslosigkeit und Neonazis, das sind die gängigen Klischees, wenn man selbst Berliner nach dem Bezirk befragt. Dabei hat Lichtenberg weit mehr zu bieten.

Altbauquartiere und Villensiedlungen, großstädtische Straßenzüge und malerische Dorfkirchen, Industrie und geschützte Landschaftsgebiete – Historisches und Modernes, Natur und Kultur verleihen dem Bezirk Lichtenberg den ihm eigenen Charme.

Der heutige Bezirk vereint 13 Ortsteile, deren historische Entwicklung durch unterschiedlich weit zurückliegende Wurzeln – vom 13. bis 20. Jahrhundert – geprägt sind. Er erstreckt sich von Karlshorst und Rummelsburg im Süden bis nach Malchow, Wartenberg und Falkenberg am Rande des Barnim im Norden. Sehenswerte Stadtlandschaften sind im östlichsten Berliner Bezirk ebenso zu finden, wie wichtige historische Stätten.

Kultur und Natur


In der grünen Pracht des ehemaligen Schlossparks Friedrichsfelde befindet sich eines der schönsten frühklassizistischen Bauwerke Berlins: das Schloss Friedrichsfelde, das im Jahr 1695 von Johann Arnold Nehring im holländischen Landhausstil erbaut wurde und sich lange Zeit im Besitz der Preußischen Könige befand. Heute gehört das Schloss zur Stiftung Stadtmuseum Berlin.

Es sind dort, neben der originalen Treppe und den Fresken im Festsaal, vor allem Kunstwerke des 18. und 19. Jahrhunderts zu sehen, darunter ein Gemälde von Karl Friedrich Schinkel, zahlreiche Adelsporträts, drei Räume mit Wandbespannungen, aus Eisen gegossene Möbel sowie Schmuckstücke und vieles mehr. Zwischen September und Mai werden regelmäßig Konzerte veranstaltet.

Tierpark: das Pendant zum Zoo


Umgeben ist das Schloss vom ehemaligen Schlosspark, in dem heute der Tierpark Berlin-Friedrichsfelde liegt. Mit seinen großen Tierhäusern und herrlichen Freigehegen erstreckt sich der größte Landschaftstiergarten Europas über eine Fläche von 160 Hektar. Rund 8.000 Tiere in mehr als 900 Formen sind hier zu sehen, darunter viele seltene Huftiere.

In Lichtenberg ist ebenfalls die „Stadt der Tiere“ beheimatet. Das Tierheim Berlin-Falkenberg ist das größte und modernste seiner Art in Europa.

Hier wurde am 8. Mai 1945 die deutsche Gesamtkapitulation unterschrieben © Frank Tetzel

Kapitulation und DDR-Geheimdienst: besondere Orte der Zeitgeschichte

Bedeutende historische Orte in Lichtenberg erinnern daran, dass hier Geschichte geschrieben wurde. Im Lichtenberger Stadtteil Karlshorst wurde mit der förmlichen Kapitulation Deutschlands vor den Vertretern der Alliierten in der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg beendet.

Zum 50. Jahrestag des Kriegsendes wurde am Ort der Kapitulation ein Museum eingerichtet. Dauer- und Sonderausstellungen des Museums Berlin Karlshorst thematisieren die deutsch-russischen Beziehungen seit 1917 anhand von eindrucksvollen Bild- und Textdokumentationen, historischen Originalstücken sowie persönlichen Erinnerungen. Zahlreiche Veranstaltungen, wie Diskussionen, Filmreihen, Konzerte und Lesungen runden das Profil des Museums auch als Ort der Begegnung ab.

Der Geheimdienst der DDR, das Ministerium für Staatssicherheit, kurz Mfs genannt, hatte seinen Sitz ebenfalls in Lichtenberg. In der Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße kann heute der original erhaltene Dienstsitz des letzten amtierenden Ministers für Staatssicherheit der DDR besichtigt werden. Hinzu kommen Ausstellungsräume, in denen die Tätigkeit der Staatssicherheit, Aspekte des politischen Systems sowie Widerstand und Opposition in der DDR dokumentiert werden.

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, einst die zentrale
Untersuchungshaftanstalt der DDR, in der auch zahlreiche Ausreisewillige und
Oppositionelle festgehalten und verhört wurden, befindet sich in der Genslerstraße.

Da große Teile der Gebäude und der Einrichtung nahezu unversehrt erhalten
geblieben sind, vermittelt die Gedenkstätte ein authentisches Bild des Haftregimes in der DDR. Sie gilt als wichtigster Erinnerungsort für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland. Die Gedenkstätte kann nur im Rahmen einer Führung besucht werden. 

Architektur der Zwanziger Jahre: Neues Bauen in Lichtenberg

Architekturgeschichtlich gewann Lichtenberg in den 20er Jahren als Experimentierfeld des „Neuen Bauens“ und der Bauhaus-Schule überregionale Bedeutung. Ein wichtiges Zeugnis dieser architektonischen Blütezeit ist das Mies-van-der-Rohe-Haus, das von Ludwig Mies van der Rohe 1932 als Landhaus für die Eheleute Lemke gebaut wurde.

Es ist das letzte Wohnhaus, das der berühmte Architekt errichtet hat, bevor er 1938 aus Deutschland in die USA emigrierte.

Sehenswert ist auch das Lichtenberger Rathaus an der Möllendorffstraße, ein
neugotischer Backsteinbau mit Staffelgiebel und Türmchen aus dem Jahr 1897/98, der in den vergangenen Jahren denkmalsgerecht saniert wurde. Das Gebäude verfügt über eine auffällige Innenarchitektur mit „Eheschließungszimmer“ und einer Galerie im Ratskeller. Diese lädt Zuschauer zu wechselnden Ausstellungen ein.

 

Die Gedenkstätte der Sozialisten ist nachwievor Pilgerstätte für alle linken Kräfte Deutschlands © Frank Tetzel

Wohnen am Wasser

Nur vier Kilometer spreeaufwärts von der City entfernt bilden das Lichtenberger Rummelsburger Ufer und die Halbinsel Stralau in Friedrichshain die idyllische Rummelsburger Bucht. Dort wohnen heute etwa 4.500 Menschen in vorwiegend nach 1997 errichteten Häusern, teilweise mit Wohngärten und Bootsliegeplätzen.

Die neuen Stadthäuser Berlin Terraces und Artists Villages ziehen immer wieder Fachleute und an Architektur interessierte Touristen an. Vorbildlich saniert im Denkmalschutz wurden auf Lichtenberger Seite die Knabenhäuser des ehemaligen Friedrichs-Waisenhauses von 1855 und die zum BerlinCampus, einem Quartier mit 150 Loftwohnungen, umgebaute ehemalige Haftanstalt.

Moderierte Stadtspaziergänge am Ostersonntag und ein sommerliches Boule-Turnier sind hier ebenso beliebt wie das Paul und Paula Ufer. Es erinnert an einen Drehort des DEFAKultfilms „Die Legende von Paul und Paula”.

Pferdesport und Leichtathletik


Freunde des Pferdesports kommen in Lichtenberg ebenfalls auf ihre Kosten. Bereits im Jahr 1894 wurde in Karlshorst eine mustergültige Hindernisbahn eingerichtet.

Seit 1945 wird die Anlage als Trabrennbahn genutzt, der Pferdesportpark Karlshorst führt diese Tradition heute fort. Außergewöhnliche Events, wie die Deutsch Russischen Festtage, Konzerte oder auch Kamelrennen haben die Rennbahn zum beliebten Ausflugsziel gemacht.

Eine zweite bedeutende Sportanlange von überregionaler Bedeutung liegt im
Sportforum Hohenschönhausen mit seinen Sportanlagen und -einrichtungen. Dazu gehören unter anderem der berühmte "Wellblechpalast“ der Berliner Eisbären, ein Fußballstadion, eine Leichtathletik-Anlage, mehrere Sporthallen sowie eine Schwimmhalle mit Sprunganlage.

Die "Eisbären" sind allerdings in die „o2-World” umgezogen. Das 1954 gegründete Sportforum Hohenschönhausen ist Europas größtes Sport- und Trainingszentrum und beheimatet heute u.a. 30 Sportvereine sowie den größten deutschen Olympiastützpunkt. Das gesamte Gebäudeensemble steht unter Denkmalschutz.

Der Zentralfriedhof Friedrichsfelde

Zu den nationalgeschichtlich herausragenden Begräbnisstätten Berlins zählt der Zentralfriedhof Friedrichsfelde mit Grabdenkmälern von zahlreichen Prominenten des 20. Jahrhunderts. Hier fand neben Käthe Kollwitz auch Otto Nagel seine letzte Ruhestätte. Auf dem Friedhof befand sich ebenfalls das Denk- und Mahnmal, das Mies van der Rohe 1926 für die ermordeten KPD-Führer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht schuf.

Auf den Fundamenten dieser von den Nationalsozialisten zerstörten
Gedenkstätte wurde 1983 eine Erinnerungstafel errichtet.

Nützliche Informationen

Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Genslerstraße 66, 030 986 082 30

Mies van der Rohe Haus, Oberseestraße 60, 030 970 006 18, info@miesvanderrohehaus.de ,    

Rummelsburger Ufer

Pferdesportpark Berlin Karlshorst e.V., Treskowallee 129, 030 500 171 25, verein@psp-sportpark.de

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