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Brandenburger Tor

Das Brandenburger Tor ist ein Symbol deutscher Geschichte (Foto: Berlin Partner/FTB-Werbefotografie)

Das Brandenburger Tor ist das Symbol für die Deutsche Geschichte der letzten zweihundert Jahre schlechthin. Was hat dieses Tor schon alles erlebt? Siegesparaden, Demonstrationen, Fackelzüge, geschlagene und siegreich heimkehrende Truppen, drei Revolutionen: 1848, 1919 und die friedliche Revolution von 1989, die letztendlich zur Auflösung der DDR führte. Darüber hinaus die Hitlersche Machtergreifung von 1933, die deutsche Teilung und die Wiedervereinigung.

Das Brandenburger Tor ist als einziger der insgesamt 18 ehemaligen Stadtzugänge erhalten, die an der alten, verschwundenen Zollmauer errichtet worden waren.

Das Tor wurde zwischen 1788 bis 1791 auf Anweisung des Königs Friedrich Wilhelm II. zur Erinnerung an den Siebenjährigen Krieg von Carl Gotthard Langhans errichtet. Es bildet den Abschluss der Straße „Unter den Linden", an deren anderem Ende sich einst das Berliner Stadtschloss und später der Palast der Republik erhoben.

Vorbild: griechische Architektur

Das Brandenburger Tor ist 26 Meter hoch, 65,5 Meter breit, elf Meter tief und aus Sandstein gebaut. Vorbild sind die Propyläen, die Eingangshallen zur Athener Akropolis.

Das Tor besitzt fünf Durchfahrten, von denen die Mittlere etwas breiter ist und bis 1918 den preußischen Königen bzw. dem deutschen Kaiser vorbehalten war.

Zwei Torhäuser flankieren den Bau. Sechs 15 Meter hohe Säulen im dorischen Stil auf jeder Seite prägen die Erscheinung des Tores. Das Kranzgesims und die Innenseiten der Durchfahrten sind mit Reliefs versehen. Sie zeigen unter anderem Heldentaten des Herkules, den römischen Kriegsgott Mars und Minerva.

Zunächst wurden an beiden Seiten des Brandenburger Tores Torhäuser für den Zoll und das Militär errichtet. Seit 1867/68 sind sie durch offene Säulenhallen ersetzt und architektonisch dem Tor angeglichen worden.

Den Bau krönt die Friedensgöttin, die stehend auf einem von vier Pferden gezogenen Wagen – Quadriga genannt – in die Stadt hineinlenkt. Johann Gottfried Schadow erschuf diese weltberühmte Kupferstatue, die auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken kann.

Bewegte Vergangenheit


1806 wollte Napoleon, dessen Truppen auch Berlin besetzt hatten, die Quadriga in Paris aufstellen. Also ließ er sie dorthin verschleppen. Bevor jedoch die Quadriga in Paris aufgestellt werden konnte, wurde Napoleon entmachtet.

1814 kehrte sie in Kisten verpackt nach Berlin zurück. Die Berliner – bekannt für ihren Humor – nannten die Statue daraufhin „Retourkutsche". Bei der anschließenden Restaurierung wurde der Eichenkranz am Stab der Göttin durch das Eiserne Kreuz ergänzt.

Am 30. Januar 1933 diente das Brandenburger Tor den Nationalsozialisten als Kulisse für einen riesigen Fackelzug uniformierter SA-Männer anlässlich der Machtergreifung durch Adolf Hitler. Der berühmte Maler Max Liebermann, der unweit des Brandenburger Tores wohnte, sagte beim Anblick der vielen Braunhemden: „Ick kann gar nicht soviel fressen, wie ick kotzen könnte.“

Nach dem Vorbild griechischer Architektur gebaut

Wiederaufbau

Zwölf Jahre und zig Millionen Tote später lag Berlin in Trümmern. Tor und Quadriga waren in der Schlacht um Berlin schwer beschädigt worden. 1956 beschloss man das ehemalige Stadttor wieder aufzubauen.

Noch funktionierte die Zusammenarbeit zwischen den Teilen der Stadt leidlich, und beide Seiten halfen beim Wiederaufbau. Einzig das Eiserne Kreuz und der Adler fehlten nach der abgeschlossenen Wiederherstellung des Tores und der Quadriga, weil man diese in Ostberlin als Symbole des Militarismus ansah.

Symbol der Teilung


Zum Symbol nicht nur des geteilten Deutschlands, sondern einer bipolaren Welt wurde das Tor 1961, als die Führer des deutschen Arbeiter- und Bauernstaates eine Mauer um Westberlin und quer durch Deutschland zogen.

Das Brandenburger Tor stand mitten im Sperrgebiet und war bis 1989 nicht durchlässig. Diese Situation wurde von vielen Politikern immer wieder angeführt, wenn über die deutsche Teilung die Rede war. „Mr. Gorbatschow, open this gate! Mr. Gorbatschow, tear down this wall." rief der amerikanische Präsident Ronald Reagan während seines Berlinbesuches 1987 aus.

1989 war es dann soweit. In einer friedlichen Revolution fiel die Mauer. Und am 22. Dezember 1989 wurde das Tor unter dem Jubel von hunderttausender Menschen wieder geöffnet.

Neue Restaurierung


Und wieder stand eine Aufarbeitung an: In der Silvesternacht 1989/90 war die Quadriga durch feiernde Menschen auf dem Dach des Brandenburger Tores stark beschädigt worden. 1991 erhielt es im Rahmen der Wiederherstellung das Eiserne Kreuz zurück. Auch an den Sandsteinteilen des Tores hatte der Zahn der Zeit genagt. Nach einer fast zweijährigen Restaurierung wurde das Brandenburger Tor am 3. Oktober 2002 feierlich wieder enthüllt.

Auch heute dient das Tor als Kulisse, sei es für die alljährlichen Silvesterfeiern, für Treffen von Politikern und Staatsmännern oder für schnöde Werbepräsentationen. Seine ursprüngliche Funktion als Durchfahrt hat das Brandenburger Tor allerdings verloren. Heute hat man den Pariser Platz verkehrsberuhigt. Eine Durchfahrt mit dem Auto ist nicht möglich.

Im nördlichen Torhaus befindet sich seit 1994 ein „Ort der Stille und der Reflexion“, der allen Religionen offen steht. Eine Touristeninformation ist im südlichen Torhaus untergebracht.

Nützliche Informationen

Das Brandenburger Tor  ist erreichbar über:

S-Bahnhof  „Unter den Linden" mit S1, S2, S25
U-Bahnhof „Mohrenstraße" mit der U2

Bus-Haltestellen:
„Reichstag/Bundestag" mit den Bussen der Linie 100, M 41
„Unter der Linden" mit dem TXL (Flughafenbus nach Tegel)

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