Das Abgeordnetenhaus ist der Sitz des Landesparlaments von Berlin. Während der regierende Bürgermeister seinen Sitz im Roten Rathaus hat, tagen an dieser Stelle in der Niederkirchnerstraße die Abgeordneten. Eingeweiht am 16. Januar 1899 war das Haus bis 1918 Sitz der Zweiten Kammer des Preußischen Parlaments.
Stürmische Zeiten
Das Gebäude hat wechselhafte Zeiten erlebt. Während der Revolution 1918/1919 war es Sitz der Reichsversammlung der Arbeiter- und Soldatenräte. Hier gründete sich 1919 auch die Kommunistische Partei Deutschlands. Zwischen 1919 und 1933 wieder in seiner Funktion als Preußisches Abgeordnetenhaus wurde es unter dem nationalsozialistischen Regime zum „Haus der Flieger“ erklärt.
In DDR-Zeiten zog der Ministerrat dort ein, später dann die Staatliche Plankommission und auch die Staatssicherheit wegen der unmittelbaren Nähe zur Berliner Mauer.
1993 nach dem Fall der Mauer wurde das Haus im Neorenaissancestil Sitz der Berliner Abgeordneten, die aus dem Rathaus Schöneberg hierher umzogen.
Arbeitsplatz der Abgeordneten
Neben dem Plenarsaal beherbergt das Haus Sitzungsräume und Büroräume für die Berliner Abgeordeneten.
Die Flagge im Plenarsaal stammt noch aus der Zeit des Neuanfangs im Mai 1945. Zur ersten Sitzung des Magistrats, den die Sowjetische Administration einberufen hatte, durfte das Wappentier der Stadt – der Berliner Bär – wieder als Symbol erscheinen. Der Bär war übrigens abgerüstet die Krallen fehlten.
Eine Galerie im Obergeschoss des Hauses zeigt die Ehrenbürger der Stadt. Seit 2007 gehört auch Wolf Biermann zu ihnen. Derzeit hängen rund um den Plenarsaal 48 Bilder der insgesamt 115 Ehrenbürger. Seit 1808 ernennt die Stadt Berlin bedeutende Persönlichkeiten zu Ehrenbürgern. Voraussetzung für die Aufnahme ist, dass sie sich um das Wohl der Stadt verdient gemacht haben.