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10.09.2013

Stolpersteine können in Tempelhof-Schöneberg möglicherweise bald nicht mehr verlegt werden


Stolpersteine sind von dem Kölner Künstler Gunter Demnig initiiert worden und sind wahrscheinlich weltweit das größte dezentrale Mahnmal für den Holocaust. Ausgerechnet im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg könnte die Verlegung der Steine bald unmöglich werden.

Regensburger Straße 2, Berlin-Schöneberg. Stolperstein für Frieda Hiller. Verlegung weiterer Steine zukünftg nicht mehr möglich? (Foto: Frank Tetzel/www.berlin-magazin.info)

Schöneberg mit seinem Bayerischen Viertel, in dem von den ehemals 16.000 jüdischen Bewohnern 1943 rund 6.000 in Vernichtungslager deportiert wurden, soll nun diese Gedenkarbeit nicht mehr möglich sein. Der Grund ist einfach, es liegt am Geld und einer offenbar einer auslaufenden ABM Stelle.

Die in Schöneberg aktive Initiativgruppe hat sich nun mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit gewand: In Schöneberg und Tempelhof seien seit 2003 mehr als 550 Stolpersteine verlegt worden. Das Interesse steige von Jahr zu Jahr. Immer mehr Paten und Initiativgruppen seien von dem Kunstwerk und Geschichtsprojekt Stolperstein überzeugt und erarbeiten im Vorfeld der Verlegungen die Biografien der deportierten und ermordeten ehemaligen Nachbarn.

"Viele Angehörige und Nachkommen von Opfern des NS-Terrors melden sich aus allen Teilen der Welt und möchten für ihre Angehörigen Stolpersteine legen lassen", heißt es weiter in der Mitteilung.

Stelle muss bleiben und finanziell abgesichert werden

"Wir - die Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße Friedenau - mussten nun erfahren, dass man in Tempelhof-Schöneberg seit diesem Fruühjahr keine Stolpersteine mehr anmelden kann. Der Grund hierfür ist die offensichtlich kurz bevorstehende Beendigung der entsprechenden ABM-Stelle zur Koordinierung der Stolpersteine."

Dass diese Stelle nicht erhalten bleibt, sei umso unverständlicher, weil vor kurzer Zeit die Koordinierungsstelle für Berlin ausgeweitet wurde und weitere finanzielle Mittel für den Internet-Auftritt der Berliner Koordinierungsstelle (mit der Veröffentlichung der Biografien von bisher 5.000 Opfern) aufgewendet würden.


Der Initiativkreis fordert, dass die Koordinierungsstelle im Archiv des Bezirks Tempelhof Schöneberg unbefristet erhalten bleiben müsse, da hier eine fundierte Recherche und genaue Koordination stattfinde, die ehrenamtlich in dem notwendigen Umfang nicht geleistet werden könne.

Biografien zu jedem Einzelfall

Zu jedem Einzelschicksal wird in Tempelhof Schöneberg eine Biografie erstellt. Der Bezirk mit dem bayerischen Platz, in dem 16.000 Juden lebten, muss ein Zeichen setzen, dass nicht nur von einem Gedenken geredet, sondern dieses auch aktiv unterstützt wird.


Die Öffentlichkeit und (nahezu) alle Politiker und Politikerinnen Berlins äußern sich positiv zu den Stolpersteinen und die Gedenk-Arbeit, die damit verbunden sei.

"Diese Arbeit - Recherchen, Kommunikation mit und Einladung von Angehörigen, Organisation der Übergabezeremonien - wird von den Paten ehrenamtlich geleistet - auch alle finanziellen Aufwendungen werden von den InitiatorInnen getragen. Es ist eine Zumutung, die Angehörigen und Paten lange zu vertrösten. Auch können die Kinder und Enkel der Ermordeten aus Altersgründen oft nicht mehr unbegrenzt reisen.

Und weiter heißt es in dem Aufruf:"Für sie bedeutet eine Stolpersteinverlegung eine bewegende Würdigung ihrer Verwandten, von denen oft nicht einmal bekannt ist, wo sie ermordet wurden. Wir hoffen, dass alle DemokratInnen, die sich in unserem Bezirk positiv und unterstützend zu dieser Art des Gedenkens der Opfer des Holocaust und der NS-Herrschaft äußern, sich aktiv dafür einsetzen werden, dass diese wichtige Koordinierungsstelle im Archiv Schöneberg erhalten bleibt beziehungsweise in eine unbefristete Arbeitsstelle umgewandelt wird.


In diesem Frühjahr sind mehrfach die Stolpersteine in Friedenau durch Übersprühen und Lackieren mit schwarzer Farbe geschändet worden, eines der Mitglieder unserer Initiativgruppe wurde bedroht und vor kurzem ist die Informationstafel, die an den jüdischen Architekten des Roxypalastes in der Rheinstraße erinnert, geschwärzt worden. Gerade jetzt also ist es wichtig, rechtsradikalen Übergriffen entgegenzutreten; und das können wir mit der Verlegung von Stolpersteinen und dem damit verbundenen Gedenken der Opfer des Nazi-Terrors.

FTE






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