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27.03.2012

Schöneberger Gasometergelände: Mercator zieht auf den EUREF Campus


Jahrelang war es ruhig um das Gesamoter-Gelände in Berlin. Hier soll nach Willen des Projektentwicklers eine Europäische Energieuniversität entstehen. Nachdem die Technische Universität Berlin Masterstudiengänge hier durchführen will, kommt nun auch die Mercatorstiftung auf das Gelände.

Auf dem Euref Gelände zieht jetzt auch die Mercator-Stiftung ein. (Foto: extraniose)

Während Günter Jauch regelmäßig am Sonntagabend aus dem Schöneberger Gasometer sendet, ist das übrige Areal für die Errichtung einer Energieuniversität vorgesehen.

Neben der bereits feststehenden Nutzung des historischen Kessel- und Maschinenhauses für die drei Masterstudiengänge zum Thema „Stadt und Energie“ der Technischen Universität Berlin hat sich in der vergangenen Woche nun auch das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) für den EUREF-Campus in Berlin-Schöneberg entschieden.

Institut für Politikberatung

Die Stiftung Mercator und das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) haben ein gemeinsames Institut für Forschung und wissenschaftliche Politikberatung gegründet. Dieses wird interdisziplinäre Forschungsbeiträge zu Fragen des nachhaltigen Wachstums in einer begrenzten Welt erarbeiten.

Die Leitung des MCC übernimmt Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, der weiterhin auch Vize-Direktor des PIK ist. Die Stiftung Mercator stellt dafür rund 17 Mio. Euro für acht Jahre zur Verfügung.

Das ist die höchste je von einer privaten Stiftung in Deutschland im Klimabereich getätigte Einzelförderung. Auf dem EUREF-Campus wird das MCC ab Mai 2012 mit bis zu 45 Mitarbeitern auf 600 Quadratmetern Fläche tätig werden.

„Mit dem MCC, der TU Berlin und dem bereits angesiedelten Klimaforschungsprojekt der EU, dem Climate-KIC, haben wir auf dem EUREF-Campus wohl ein europaweit einmaliges Cluster zwischen nachhaltiger Wachstumsforschung, Klimaforschung und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Stadt von Morgen erreicht. Dies passt genau in unsere Vision, mit dem EUREF-Campus die Modellstadt von morgen bereits heute zu realisieren. Besonders stolz sind wir natürlich auch darauf, dass die Gasag sich entschieden hat, die Masterstudiengänge „Stadt und Energie“ zu unterstützen“, sagt Reinhard Müller, Vorstand der EUREF AG.

Sanierung läuft schon

Auf dem Gelände des EUREF-Campus in Berlin Schöneberg ist für den rechtezeitigen Einzug im Mai die Kernsanierung des über 120 Jahre alten Kessel- und Maschinenhauses in vollem Gange. Die 1.900 Quadratmeter Geschossfläche des denkmalgeschützten roten Backsteingebäudes werden in den nächsten Monaten für den Wissenschaftsbetrieb umgebaut.

Das äußere Erscheinungsbild des markanten Industriebaus bleibt beim Umbau vollständig erhalten. Auf zwei Geschossen entstehen im nordöstlichen Flügel des Gebäudes Vorlesungs- und Seminarräume.

Im südwestlichen Teil werden Büroräume eingerichtet. Ferner wird im historischen Gebäude ein öffentliches Campus-Cafe entstehen. Dies ist ein weiterer wichtiger Baustein zum Aufbau einer positiven, weltoffenen Kommunikation auf dem gesamten EUREF-Campus.

Die EUREF AG investiert rund 3.5 Millionen Euro in die Sanierung des Denkmals. Das Gebäude wurde 1890/91 als Herzstück des damaligen Schöneberger Gaswerks errichtet. Seine technischen Anlagen dienten der Weiterverarbeitung des im Retortenhaus aus der Verarbeitung von Kohle zu Koks gewonnenen Rohgases zu Stadtgas.

Der Wasserturm wurde zwischen 1923 und 1924 in einem zweiten Bauabschnitt ergänzt. „Dieses Gebäude versorgte zusammen mit seinen Anlagen über lange Zeit die Lebensadern von Berlin. Es ist heute ein wertvolles Stück Industriegeschichte und wir freuen uns sehr, dass es nun als Ideenschmiede für ein so wichtiges Thema wie die Energieeffizienz von Gebäuden genutzt werden kann“, sagt Reinhard Müller. Wie der bereits sanierte Messelbau mit rund 3.950 Quadratmetern Geschossfläche soll auch das Gebäude des TU Campus EUREF CO2-neutral mit Strom und Wärme versorgt werden.






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