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09.08.2012
Protest gegen den Verkauf der ehemaligen Rieselfelder in Gatow formiert sich
Die ehemaligen Rieselfelder in Gatow sollen verkauft werden. Dies stößt auf zunehmenden Protest bei den Bewohnern, Landwirten und Verbänden vor Ort. Sie melden massive Vorbehalte an und verlangen vollständige Informationen über das geplante Geschäft mit dem unter Landschaftsschutz stehenden Gebiet.
 Was wird mit den Rieselfeldern in Karolinenhöhe passieren? (Norhei- cc Lizenz wikipedia)
Die Meldung scheint wie ein Blitz in Spandau eingeschlagen zu sein. Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) wollen die riesigen Flächen der ehemaligen Rieselfelder Karlolienhöhe in Gatow im Bezirk Spandau zu verkaufen.
Es geht um fast 3 Millionen Quadratmeter, das ist mehr als die Fläche des Großen Tiergartens oder fünfmal die Fläche des Berliner Messegeländes. Die Verkaufsverhandlungen mit dem Gastronomieunternehmer Laggner sind bereits weit gediehen, für Randbereiche des Geländes wird unter anderem über eine vorgesehene Nutzung durch Erlebnisgastronomie berichtet.
Nach mehr als 100 Jahren der Versickerung von Berliner Abwässern wurde Ende 2010 auch die Aufbringung von Klarwasser auf den Rieselfeldern Karolinenhöhe im Spandauer Ortsteil Gatow eingestellt. Die BWB sehen sie als nicht mehr betriebsnotwendig an und haben daher einen Verkauf vorbereitet. Nach Auskunft der BWB sollen 2,86 Millionen Quadratmeter Fläche bei einem durchschnittlichen Preis von nur 0,80 Euro pro Quadratmeter verkauft werden. AnwohnerInnen und Verbände wollen mit einem Runden Tisch für Aufklärung sorgen und melden massive Bedenken an. Bei einem ersten Treffen waren u.a. VertreterInnen des Landschaftspflegeverbands Spandau e.V., betroffene Landwirte, AK Gatow, Zukunftsinitiative ELFE, Förderverein Historisches Gatow und interessierte BürgerInnen dabei.
Der Spandauer SPD-Abgeordnete und Umweltexperte Daniel Buchholz unterstützt die Initiative: „Es klingt wie ein Stück aus dem Tollhaus. Riesige Grünflächen von der Größe des Tiergartens, die der Naherholung vieler Menschen dienen und landwirtschaftlich genutzt werden, sollen ohne Ausschreibung für einen Spottpreis verscherbelt werden.
Es gibt bis heute keine Klarheit über die massiven Schadstoffbelastungen des Bodens durch die jahrzehntelange Abwasserverrieselung und den eventuellen Sanierungsbedarf. Ein Nachnutzungskonzept ist durch die BWB seit langem angekündigt, steht aber ebenfalls noch aus. Welche Zukunft hätten Naherholung, die Landwirte mit ihren einjährigen Pachtverträgen und das Landschaftsschutzgebiet?
Geplant ist eine öffentliche Veranstaltung mit Podiumsdiskussion für den 3. September 2012 um 19 Uhr im Restaurant „Casa Italiano Da Alberto“, Alt Gatow 1-3, 14089 Berlin, bei der die Wasserbetriebe, Politik und Verwaltung Farbe bekennen sollen.
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