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08.04.2009
Lukas Verlag präsentiert neue Bücher
Der Berliner Lukas Verlag präsentiert in den kommenden Wochen einige spannende Neuerscheinungen. berlin-magazin.info sagt ihnen welche und wo:
Dienstag, 14. April, 19 Uhr
Lesung und Gespräch mit
Nicole Glocke und Eugen Mühlfeit:
Nicole Glocke: In den Fängen von StB, MfS und CIA. Das Leben und Leiden des Eugen Mühlfeit
Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Stalinismus,
Nikolaikirchplatz 5-7, 10178 Berlin (Mitte)
Tel. 030-283 43 27
Eintritt: 2,- Euro
Der Sudetendeutsche Eugen Mühlfeit ist seit jeher unangepasst im Geist und im Verhalten. Der Prager Frühling 1968 und dessen Niederschlagung haben ihn frühzeitig politisch geprägt und in die Opposition zur poststalinistischen Diktatur getrieben. Er beschließt, nach West-Berlin zu fliehen. Doch am Bahnhof Friedrichstraße wird er festgenommen und verhört. Dann übergibt man ihn der tschechoslowakischen Staatssicherheit, die dafür sorgt, dass Mühlfeit verurteilt und in die Psychiatrie eingewiesen wird. Nach seiner Entlassung fasst er Fuß in der inoffiziellen Prager Musiker- und Literatenszene. Hier lernt er unter anderem Václav Havel kennen. Schließlich beteiligt er sich an einem gefährlichen Bildertransfer zwischen Ost und West, um verfolgte Künstler im Umkreis der »Charta 77« finanziell zu unterstützen. Der Transfer erfolgt zum Teil unter Mithilfe Robert Havemanns. So gerät Eugen Mühlfeit ins Visier der östlichen und westlichen Geheimdienste. Wieder flieht er in den Westen. Doch diesmal wird er von der Stasi aus West-Berlin entführt und zurück nach Prag verschleppt. In den tschechoslowakischen Gefängnissen kämpft er ums Überleben. Nach zwei Jahren Haft und schlimmster Folter wird er als körperlich gebrochener Mann entlassen. Bis heute ringt er um Entschädigung. Die gründlich recherchierte außergewöhnliche Lebensgeschichte Eugen Mühlfeits ist von großem Freiheitswillen und dessen brutaler Unterdrückung geprägt. Ein eindrucksvoller, nachdenklich stimmender Bericht über Oppositionsarbeit im Hintergrund, geheimdienstliche Verstrickung und Verfolgung während des Kalten Krieges, aber auch über Eigensinn, Traumatisierung und Menschlichkeit.
Dienstag, 21. April, 20 Uhr
Buchpremiere Wieland Förster: Der Andere. Briefe an Alena
Begrüßung: Prof. Dr. Wolfgang Holler, Sekretär der Klasse Bildende Kunst und Direktor des Kupferstich-Kabinettes der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Vorstellung des Buches: Frank Böttcher, Verleger Lesung: Wieland Förster Im Anschluss Gespräch, Moderation: Dr. Moritz Woelk, Direktor der Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Sächsische Akademie der Künste, Festsaal des Blockhauses,
Neustädter Markt 19, 01097 Dresden
Eintritt frei
Friedrich K. ist der Dicke. Er hat es schwer unter den Kommilitonen und im Staat und bei den Frauen. Er ist einer der Anderen, gehört zu den Außenseitern und Ausgegrenzten und Verletzten. Zugleich hat er sich eine reiche Intimwelt des Geistigen und Musischen erobert, eine Welt voller menschlicher und poetischer Entdeckungen. Was aber Friedrich K.s nur äußerlich tristes Dasein vor allem überglänzt, ist seine Verehrung einer so fernen wie fremden Frau namens Alena, ist seine unerfüllte Sehnsucht, die in allen Episoden frei von Klischees bleibt und zum bedenklichen Abenteuer gerät. Ihrem Bild gegenüber öffnet er sich und beschreibt seine Wunden und wie sie entstanden; er zeigt ihr, dass er zwar ein Anderer, aber eben auch ein Mensch mit einer Würde ist.
Wieland Förster ist vor allem als Bildhauer, Zeichner und Graphiker bekannt, hat aber auch eine Reihe von literarischen Werken veröffentlicht. Der in den fünfziger und siebziger Jahren handelnde Briefroman »Der Andere« entstand um 1982/83. Wegen seines eindringlichen Einforderns von Toleranz und Respekt gegenüber jedem Einzelnen sowie wegen manch bitterer Beschreibung von Lebenswirklichkeit in der DDR war das Manuskript dort ohne jede Chance, jemals verlegt zu werden.
Donnerstag, 7. Mai, 18 Uhr
Buchvorstellung Heinz Dieter Heimann, Klaus Neitmann (Hg.):
Spätmittelalterliche Residenzbildung in geistlichen Territorien Mittel- und Nordostdeutschlands Grußwort: Ministerin Prof. Dr. Johanna Wanka
Fachvorträge: Prof. Andreas Ranft, Prof. Dr. Werner Paravicini, Dr. Clemens Bergstedt
Buchvorstellung: Dr. Klaus Neitmann
Haus der brandenburgisch-preußischen Geschichte,
Kutschstall, Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam
Im 13. und 14. Jahrhundert verließen viele Bischöfe und Erzbischöfe ihre Kathedralstädte und schufen sich an anderen Orten ihres Territoriums neue Residenzen, Burgen und Schlösser, die zu Mittelpunkten ihrer weltlichen Herrschaftsausübung aufstiegen. Die vierzehn Beiträge des Bandes untersuchen die spätmittelalterliche (erz-)bischöfliche Residenzbildung anhand von Beispielen aus dem mittel- und nordostdeutschen Raum (Magdeburg, Merseburg, Naumburg, Meißen, Brandenburg, Havelberg, Lebus, Preußen) sowohl unter politik- und verfassungsgeschichtlichen als auch unter bau- und kunsthistorischen Gesichtspunkten und gehen den spezifischen Gründen für die (erz-)bischöfliche Trennung von Kathedrale und Domkapitel nach, die offensichtlich – im Gegensatz zu auswahlweise behandelten west- und südwestdeutschen Beispielen (v.a. Mainz) – nicht in der Konfrontation mit den Autonomiebestrebungen aufstrebender städtischer Bürgerschafen zu finden sind.
Dienstag, 12. Mai, 20 Uhr
Lesung und Gespräch
Aus Teutschland Deutschland machen. Ein politisches Lesebuch zur »Weltbühne«
Lesung und Gespräch mit den Herausgebern Stefanie Oswalt und Friedhelm Greis sowie dem Journalisten Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung)
Literaturforum im Brecht-Haus Chausseestraße 125, 10115 Berlin Tel. 030-282 42 42 Eintritt: 5,- / 3,- Euro
Sie sind Legende, die kleinen roten Hefte im DIN-A5-Format: die Weltbühne, das Forum der intellektuellen, bürgerlichen Linken der Weimarer Republik. Damals gleichermaßen geliebt und verhasst, steht die Zeitschrift noch heute für einen Journalismus, der scharfsinnige Analyse, eine kompromisslose Suche nach der Wahrheit, Meinungsvielfalt und ein hohes sprachliches Niveau miteinander verbindet. 1905 erschien die erste Ausgabe der »Schaubühne«, 1918 wurde sie in »Die Weltbühne« umbenannt. Neben den Herausgebern Siegfried Jacobsohn, Kurt Tucholsky und Carl von Ossietzky schrieben mehr als 2000 Autoren von 1905 bis 1933 für sie, darunter Erich Kästner, Alfred Polgar, Arnold Zweig und Lion Feuchtwanger.
Donnerstag, 14. Mai, 20 Uhr
Buchpremiere Wieland Förster: Der Andere. Briefe an Alena
Peter-Huchel-Haus Hubertusweg 41 14552 Michendorf / Wilhelmshorst
Tel. 033205-62963 Eintritt: 5,- / 4,- Euro
Eine Veranstaltung des Lukas Verlags, des Brandenburgischen Literaturbüros und des Peter-Huchel-Hauses
Sonnabend, 16. Mai
Lesung und Präsentation der 2., erweiterten Auflage Matthias Friske: Die Geschichte des MOSAIK von Hannes Hegen. Eine Comic-Legende in der DDR
2. Dresdner Comicfest Martin-Luther-Platz, 01099 Dresden 11-17 Uhr Näheres demnächst unter: www.dresdner-comicfest.de
In der ansonsten eher tristen Presselandschaft der DDR funkelte von 1955 bis 1975 ein überraschend heller Stern: das »MOSAIK von Hannes Hegen«. Das MOSAIK, das in farbigen, lustigen und nebenbei den Geschichts- und Welthorizont des Lesers enorm erweiternden Geschichten die Abenteuer von Dig, Dag und Digedag erzählten, waren einer der erfolgreichsten deutschen Comics. Die Geschichte dieser »Bilderzeitschrift« steht in einer gleichermaßen eigenartigen wie faszinierenden Wechselbeziehung mit der politischen Geschichte der DDR, obwohl oder gerade weil Hannes Hegens MOSAIK sich betont unpolitisch gab. Die Abenteuer der Digedags bieten einen regelrechten Spiegel der Ereignisse, die um sie bzw. ihren Schöpfer herum geschahen. Dies anhand der Quellen nachzuzeichnen, den einen oder anderen Entstehungszusammenhang offenzulegen und dabei vielleicht auch eine Erklärung für die Herausbildung des Mythos’ um Hannes Hegens Werk und seiner Figuren zu finden, soll hier versucht werden.
Donnerstag, 18. Juni, 19.30 Uhr
Lesung Wieland Förster: Der Andere. Briefe an Alena
Theater O.N. Kollwitzstraße 53 10405 Berlin
Eine Veranstaltung im Rahmen der Literaturwoche Prenzlauer Berg
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