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21.11.2009

BUND kritisiert Wegebau im Tiergarten


Wer derzeit im Berliner Tiergarten unterwegs ist, hat es schwer: An vielen Stellen versperren Bauzäune den Weg durch Berlins innerstädtische Grüne Lunge. Der BUND kritisiert die Bauwut im Tiergarten.

Noch mehr Wege wird es im Berliner Tiergarten geben. Der BUND kritisiert das. cc-Lizenz kyezitri/www.flickr.com

Der Große Tiergarten, Berlins grüne Lunge, stellt sich derzeit als ein Schneisenlabyrinth dar. Vor allem der östliche Tiergarten gleicht einer Großbaustelle, heisst es in einer Pressemitteilung des BUND. Ohne Rücksicht auf die Vegetation und ohne die geltenden  Regelwerke zum Baumschutz zu berücksichtigen, wird mit viel Geld „die  touristische Infrastruktur Berlins“ ausgebaut. Aus EU-Fördermitteln  sollen mehr Wege für den Tourismus gebaut werden, damit der Tiergarten  besser durchlaufen werden kann, dabei besteht der östliche Tiergarten jetzt schon fast nur noch aus Wegen.

Noch in den 80er und frühen 90er Jahren wurde durch umfangreiche Gutachten der damaligen Senatsverwaltung für Umwelt der besondere Wert für den Naturschutz dargestellt. Eine wichtige Rolle spielten dabei die relativ großen, unzerschnittenen Gehölzbestände sowie vielfältigen Wiesenräume.

BUND:"Wortbruch
"
Die zusammenhängenden Gehölzbestände werden jetzt durch mehrere  Baumaßnahmen in kleinste Teile zerschnitten. Zahlreiche gerade Wegeschneisen wurden und werden als breite Achsen durch den Tiergarten gebaut; das reinste Wege-Mikado! Das malerische Venusbassin wurde von Baumbewuchs und Schilf „befreit“, um es mit breiten Wegeflächen einzufassen. Eine zusätzliche Wegeschneise von der Lennéstraße aus nach Westen, die 2006 nach Abstimmungen mit Naturschutzverbänden und entsprechenden Zusagen der Senatorin Junge-Reyer nicht gebaut werden sollte, wurde nun doch eilig durch die Parkbestände geholzt; ein nicht nachvollziehbarer Wortbruch.
Ebenso wurde damals von Junge-Reyer versprochen, dass kein Ausbau des Kemperplatzes erfolgt. Jetzt, wo durch das Konjunkturprogramm wieder viel Geld zur Verfügung steht, wird unter Bruch der damaligen Vereinbarungen im östlichen Tiergarten doch weitergebaut. Der Eingangsbereich Kemperplatz mit seinem alten Buchenbestand soll nächstes Jahr umgestaltet werden.

Schlachtfeld Tiergarten
Beim Einbau eines modernen Bewässerungssystems wurden in den letzten Tagen in hunderte Meter langen Gräben entgegen aller geltenden Regeln unfachlich alle Wurzeln zerstört und entnommen und Aushub auf den Wurzeltellern gelagert. So sind unnötige und zum Teil massive Schäden auch bei Starkwurzeln entstanden. Die Baumscheiben gerade erst gepflanzter Bäume werden als Materiallager für Betonröhren genutzt. Der Boden unter den Bäumen wird durch das Befahren mit den großen Maschinen zusätzlich verdichtet. Vorschriften, die jeder private Bauherr und alle Leitungsträger im Straßenland zu berücksichtigen haben, werden bei
dieser Baumaßnahme des Bezirksamtes Mitte und des Landesdenkmalamtes
missachtet.

NABU und BUND fordern einen sofortigen Baustopp beim Wegebau, die Einhaltung der DIN- Norm 18920 zum Baumschutz auf Baustellen und die Offenlegung der weiteren Planungen.

„Insgesamt stehen in den nächsten Jahren 7,5 Mio. Euro für die Infrastrukturmaßnahmen im Tiergarten zur Verfügung, das Land ist natürlich mit einer Kofinanzierung dabei. Geld, das unserer Meinung nach woanders besser angelegt wäre“, so Ulrike Kielhorn vom NABU und Herbert Lohner vom BUND.







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